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1. Krimiwoche in Rheinbach: Spannungsautor Peter James erhält den Rheinbacher Glasdolch

1. Krimiwoche in Rheinbach : Spannungsautor Peter James erhält den Rheinbacher Glasdolch

18 Millionen Krimi-Bände aus der Feder von Peter James gingen bis dato über die Ladentheken. Im Oktober bekommt er den erstmals verliehenen „Rheinbacher Glasdolch“ im Rahmen der 1. Krimiwoche in der Glasstadt überreicht.

Es gibt Begegnungen im Leben, die ein Leben auf den Kopf stellen – vollkommen: Den Ausnahmeschauspieler und Regisseur Orson Welles traf Peter James aus Brighton im Haus der Filmlegende in Hollywood. Grund: Er schwang für Welles als Putzkraft den Feudel. Ob es an seiner Reinlichkeit lag oder an seinem Talent zu schreiben: Der Brite hatte fortan in der Hauptstadt der Traumfabriken plötzlich mehr als nur einen Fuß in der Tür.

Doch nicht mit der Produktion des Shakespeare-Films „Der Kaufmann von Venedig“ mit Al Pacino, Jeremy Irons und Joseph Fiennes von 2004 oder dem Kriegsfilm „Der Bunker“ mit Peter Sellers (1973) erlangt der britische Filmproduzent und Buchautor Weltberühmtheit, sondern mit Thrillerbüchern wie „Stirb ewig“. 18 Millionen Bände aus der Feder James' gingen bis dato über die Ladentheken.

Am Mittwoch, 18. Oktober, bekommt Peter James den erstmals verliehenen „Rheinbacher Glasdolch“ überreicht. Die Auszeichnung für den Teil seines Lebenswerks, der der Schauerliteratur gewidmet ist, erhält der 69-Jährige zum Auftakt der ebenfalls erstmals stattfindenden Rheinbacher Krimiwoche.

Es kreisten vor wenigen Wochen die Gedanken von Verleger und Krimiautor Winrich C.-W. Clasen sowie Buchhändler Christoph Ahrweiler, Inhaber der Rheinbacher Buchhandlung Kayser, um die Frage, wie sich das Rheinbacher Kulturleben gehaltvoll ergänzen lasse? Dabei entstand die Idee, das krimilesende Publikum mit den Herstellern der Spannung zusammenzubringen.

Glasdolch stellt Bezug zu Rheinbach dar

Gesagt: getan: „Wir gewinnen jemanden, wenn wir ihm einen Preis verleihen“, so Clasen, Chef des Rheinbacher CMZ-Verlags. Ein Detail der Auszeichnung zum festlichen Auftakt der Krimiwoche von Mittwoch, 18., bis Samstag, 21. Oktober, hat der Rheinbacher Glasdolch mit dem Nobelpreis gemeinsam: Er ist an die Bedingung geknüpft, persönlich abgeholt zu werden.

In der historischen Aula des Sankt-Joseph-Gymnasiums bekommt James den Preis überreicht. Zuvor liest er ab 19 Uhr aus seinem neuen Thriller „Dein Tod wird kommen“. Warum der Bestsellerautor aus Brighton einen Glasdolch in Empfang nimmt, ist leicht erklärt: „Eine Räuberpistole wäre naheliegend oder ein Schwert, weil es auf der Tomburg mal Ritter gab“, berichtet Clasen.

Um den Bezug zu Rheinbach offenkundig zu machen, entstand die Idee, den Werkstoff Glas zu verwenden. Ahrweiler und Clasen beabsichtigen dabei, Schüler der Rheinbacher Glasfachschule nach kreativen Entwürfen zur Ausgestaltung der Auszeichnung zu fragen. Und: Letztlich entbehrt das womöglich bedrohlich wirkende Mordwerkzeug nicht einer gewissen Ironie, da es - je nach Gestaltung – zu zerbrechlich daherkommen könnte, um Mordgelüste zu befriedigen.

Dauerhafter Termin steht bereits fest

Für Peter James als ersten Preisträger spricht nicht nur die millionenfache Lektüre seiner Bücher, die in 37 Sprachen übersetzt sind, sondern vor allem die Art ihrer Entstehung. Dass der Krimiautor eine besondere Begabung hat, Spannung zu erzeugen und gleichzeitig in Bildern zu denken, zeigt sich an seinem Stil der Schnitttechnik. Mitunter bestehen seine Kapitel lediglich aus wenigen Sätzen, bevor – einer kurzen Filmsequenz gleich – mit dem nächsten Kapitel die nächste Szenerie folgt. „James schreibt grundsolide Krimis, die richtig spannend sind“, sagt Clasen.

„Rheinische Krimiautoren bei Kayser“ heißt der zweite Veranstaltungsabend der Krimiwoche am Donnerstag, 19. Oktober (siehe Kasten). Und zum Abschluss ist am Samstag, 21. Oktober, 19 Uhr, ein Krimidinner mit Isabella Archan im Waldhotel Rheinbach vorgesehen. Sollte das Publikum die Chance, Krimiautoren hautnah erleben zu können, schätzen lernen, wollen Clasen und Ahrweiler die Rheinbacher Krimiwoche zur jährlichen Institution machen.

Ein dauerhafter Termin stehe bereits fest: „Es sollte die Woche nach der Frankfurter Buchmesse sein“. Eine Jury, bestehend aus den beiden Ideengebern, der Autorin Heidi Möhker, Renate Harder von Rheinbuch sowie dem Übersetzer und Autor Gisbert Haefs entscheidet über den Preisträger. „Das muss nicht zwingend ein Angelsachse sein“, meint Clasen. Gleichwohl: „Die Kriminalliteratur ist in England entstanden, findet er. Der Roman „Die Morde in der Rue Morgue“ von Edgar Allan Poe gilt als Geburtsstunde des Schauer-Genres. Ob bald wohl mal ein Glasdolch in der Krimiliteratur zum todbringenden Einsatz kommt?