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Frühlingsmarkt in Rheinbach: Sonne lockt Tausende auf Rheinbachs „Kö“

Frühlingsmarkt in Rheinbach : Sonne lockt Tausende auf Rheinbachs „Kö“

Zum Frühlingsmarkt und dem verkaufsoffenen Sonntag strömen die Besucher in Scharen in die Glasstadt. Rechtzeitig zu dem Großereignis lässt die Stadt Rheinbach die Baustelle am Wilhelmsplatz so gut wie verschwinden.

Bei sonnigen Temperaturen schlenderten gestern zahlreiche Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung durch die Straßen Rheinbachs. Denn nicht nur der Frühlingsmarkt mit seinen kulinarischen Spezialitäten und dem unterschiedlichsten Kunsthandwerk lockte Jung und Alt an. Auch sämtliche Geschäfte entlang der Hauptstraße zwischen Voigts- und Dreeser Tor hatten geöffnet.

Zum zweiten Mal startete das Kulturamt der Stadt gemeinsam mit dem Glasmuseum und in Kooperation mit dem Gewerbeverein in die Freiluftsaison. Damit sich Ortsfremde im Stadtzentrum nicht verliefen, hatte der Gewerbeverein zwischen Glasmuseum und Einkaufsmeile 120 bunt beflaggte Maibäume auf Rheinbachs „Kö“ gesetzt. Unterwegs standen Imbiss- und Getränkebuden, Autohäuser zeigten neue Fahrzeuge, ein Kinderkarussell sorgte bei den kleinen Besuchern für Unterhaltung, während der Gaukler „Narrenkai“ (Kai Jordens) die erwachsenen Passanten zum Narren hielt.

Auch die Baustelle am Wilhelmplatz störte die Besucher beim Schlendern nicht. „Noch bis in den späten Freitagabend hat die Stadt die Baustelle so weit verkleinert, dass wir die Aussteller in den Straßen unterbringen konnten“, freute sich Oliver Wolf, Vorsitzender des Gewerbevereins. Die meisten Besucher starteten mit ihrem Rundgang am Himmeroder Hof. Denn da gab es an 40 Ständen veganes und vegetarisches Essen zum Mitnehmen, Kräuter und Pflanzen für den Garten oder Handarbeiten aller Art zu kaufen. Einige Aussteller gaben hier und da sogar Einblicke in die technischen Feinheiten ihrer Kunst. Wie etwa Angela Liane Wagner, die die Technik gewickelter Glasperlen demonstrierte. Sie erklärte, wie zähflüssige Glasmasse um einen Metallstab gewickelt und durch Drehen des Stabes die Perle geformt wird.

„Das ist ein längerer Prozess“, so die Kölner Künstlerin. Mit ihren kalligraphisch kunstvoll gestalteten Postkarten lockte die Mielerin Erika Bruckschen ebenso die Besucher an wie Silke Holdinghausen mit ihren Rheinkieselbildern. „Ich bin so begeistert von dieser Art von Kunst. Außerdem liebe ich den Frühlingsmarkt mit seinem vielfältigen Angeboten“, freute sich die Meckenheimerin Erika Datzler. Auch sie sah sich die Bildgestaltung der Glaskünstlerin Helga Feuser-Strasdas und des 83-jährigen Glasschleifers Fritz Berg an. Berg zeigte seine aus Bleikristall gestalteten, extrem massiven Lampen. „Ich arbeite immer noch, repariere allerdings eher Glas“, erzählte der Ur-Rheinbacher stolz.

Manche freuten sich schon das ganze Jahr auf den Stand mit den leckeren Pralinen und Trüffeln des „Petit Chocolat“ aus Waldbröl. „In diesem Jahr sind 20 Stände weniger hier vertreten. Das finde ich schade. Ich glaube, das liegt am verkaufsoffenen Sonntag, da der die Kunden bei uns abzieht“, befürchteten die Chocolatiers Silvia und Karl Wagnermeyer. Das bedauerte auch Kundin Karin Müller aus Todenfeld, die umso mehr beim einzig verbliebenen Stand einkaufte. „Von jeder Sorte nehme ich eine, aber keinen Eierlikör“, orderte die 71-jährige rigoros. Zufrieden mit dem Verkauf ihrer selbst gebackenen Kuchen freuten sich die Schüler der elften Jahrgangsstufen des Sankt Josef- Gymnasiums und des Vinzenz Pallotti-Kollegs, fließt doch der Erlös in ihre Abifeier.

Für Damen jeder Konfektionsgröße boten die Modenschauen von Claudia Wolf („Claudias Blumen, Mode und mehr“), Gabi Eich („Gabi Moden“) und Engin Simsik (City Goldschmied) Anregungen für die neue Frühjahrs- und Sommermode. Während bei Wolf die Models Mode vor allem in trendigen Pastelltönen zeigten, dominierten bei der eher sportlich-elegante Kleidung von Gabi Moden die Farben Blau und Koralle. „Einen richtigen Modetrend würde ich nicht ausmachen. Man kann eigentlich alles tragen“, machte Claudia Wolf deutlich.