Benefizkonzert der "Tiebreaker": Sie rocken seit Schulzeiten

Benefizkonzert der "Tiebreaker" : Sie rocken seit Schulzeiten

Die "Tiebreaker" feiern am Freitag 40-jähriges Bestehen mit einem Benefizkonzert. 40 Jahre Rockband "Tiebreaker" - da kommt so einiges an Erinnerungen, Anekdoten und Höhepunkten zusammen.

Der Jüngste dürfte zweifellos der Großartigste gewesen sein: Vor mehr als 4000 Fans holte Wolfgang Niedecken seine "alten" Bandkollegen aus Rheinbacher Internatszeiten bei den "Rheinbach Classics" auf die Bühne. Zusammen spielten "Tiebreaker" und BAP den Rock-Klassiker "Sympathy for the Devil".

Die gemeinsamen musikalischen Wurzeln liegen in der Rheinbacher Schülerband-Szene der Sechziger Jahre. "The Troop" hieß die Band, die Niedecken mit Mitschülern gegründet hatte.

Nachdem Niedecken nach Köln gegangen war, trafen die "Troop-Überbleibsel", Bassist Hein Pelzer und Drummer Wilfried Hennig, im Rheinbacher Tennisclub Rot-Weiß auf die Brüder Bernd und Arno Schumacher - und entdeckten die gemeinsame Liebe zur Rock-Musik, besonders der "Rolling Stones".

Im Herbst 1972 traf man sich zu ersten Proben im Keller von Familie Schumacher, er ist bis heute Probenraum. Nach ersten Auftritten in der "OT" und der "Lurheck" wurde 1978 für einen Auftritt beim Tennisclub Bad Münstereifel ein Bandname gesucht. Den lieferte die Einführung des Tiebreaks im Tennissport im gleichen Jahr.

Die "Tiebreaker" sind längst Kult. Ihr Repertoire umfasst mehr als hundert Rock- und Bluesklassiker, Coverversionen und Eigenkompositionen. "Es war nicht so einfach, Rockmusik damals gesellschaftsfähig zu machen", sagen die Musiker. Man habe sich zum Beispiel an Karneval gegen "traditionelle" Karnevalsmusik durchsetzen müssen.

Heute nennen sie sich selbst "dienstälteste Rockband im Köln/Bonner Raum, die noch in ihrer Ursprungsformation besteht", komplettiert durch den Gitarristen Walter Jansen und Keyboarder Adi Hambach. Die treuen Fans nähern sich inzwischen, wie die Bandmitglieder, dem Rentenalter.

Die vier Jahrzehnte wollen die Musiker auf der Bühne mit einem Konzert mit ihren Fans feiern: Es soll ein Benefiz-Konzert für den Rheinbacher Verein "Togo-Hilfe" werden, das Geld soll für eine neue Schule verwendet werden.

"Togo-Hilfe"-Vorsitzender Michael Firmenich teilt eine Menge Erinnerungen mit "Tiebreaker", etwa die legendären Karnevalsfeten "Scherbenkiste" in der Glasfachschule, Konzerte im Hof der Bäckerei Henrich. Und den Kirmesauftritt 1987, als Schlagzeuger Wilfried Hennig buchstäblich von der Bühne zur Nierentransplantation geholt wurde und Michael Koch für ihn einsprang.