Handlungskonzept "Masterplan Innenstadt": Rheinbachs schöne Zukunft

Handlungskonzept "Masterplan Innenstadt" : Rheinbachs schöne Zukunft

Rheinbachs Hauptstraße ist schön und so etwas wie ein Kommunikationszentrum, einerseits. Andererseits stört viele der ständige Verkehr. So äußerte sich ein hin und her gerissener Bürger beim gestrigen Bürgerforum zum integrierten Handlungskonzepts "Masterplan Innenstadt".

Die Moderationskarten füllten sich schnell mit Ideen, Anregungen und Wünschen: Altersgerechtes Wohnen in der Innenstadt, sozialer Wohnungsbau mit Anreizen für Privateigentümer, keine weitere Belastung mehr durch den Autoverkehr, kein Hindernislauf mehr für Fußgänger auf den Bürgersteigen der Hauptstraße zwischen Pollern, Blumenkübeln und Möblierung, Verbesserung der Situation für Radfahrer in der Kernstadt und vieles mehr.

Konkret ging es beim Bürgerforum im Himmeroder Hof um die Untersuchungsschwerpunkte südliche Altstadt und Hauptstraße, nördliche Altstadt, Grabenstraße und Rathaus sowie das Gelände von Pallottinern, Maltesern und Majolika.

Das "Herz der Stadt mit Wohnen, Handel, Verkehr und Erlebnisräumen", so Bürgermeister Stefan Raetz vor rund 60 Interessierten. Die Besucher gaben den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und den Experten des Planungsbüro pp a|s pesch partner architekten stadtplaner Lob und Kritik ebenso wie Ideen und Wünsche mit auf den Weg und in den weiteren Prozess.

"Rheinbach wächst, das ist etwas ganz Besonderes"

Seit September arbeitet die Stadt Rheinbach mit dem Planungsbüro am integrierten Handlungskonzept "Masterplan Innenstadt". Aus einer gewissen Position der Stärke als Mittelzentrum heraus sollen damit heute schon die Weichen für die Zukunft 2030 gestellt werden, so Raetz.

Das Konzept ist Grundlage für alle städtebaulich relevanten Maßnahmen im Innenstadtbereich, die zur Steigerung der Attraktivität und zur Erneuerung der Innenstadt in den nächsten Jahren geplant und durchgeführt werden sollen.

Die Entwicklung des Konzepts ist aber auch Voraussetzung für die Bewilligung von Fördermitteln der Stadterneuerung des Landes Nordrhein-Westfalen für die Umsetzung der Maßnahmen. Das Land übernehme bis zu 70 Prozent, wie Frank Boberg von pp a|s erläuterte. Die Experten hatten schon Vorarbeit geleistet und die verschiedenen Aspekte des Rheinbacher Kernbereichs, in dem 17 000 der insgesamt rund 27 000 Einwohner leben, unter die Lupe genommen.

Positive Feststellung: "Rheinbach wächst, das ist etwas ganz Besonderes", so Boberg. Rund 7,2 Prozent Wachstum sei prognostiziert, die Stadt werde von der so genannten Familienwanderung ebenso profitieren wie von der so genannten Alterswanderung.

Herausforderungen: dominanter Verkehr und die Fahrradunfreundlichkeit

Als Stärken Rheinbachs nannte Boberg den Inhaber geführten kleinteiligen Einzelhandel, die Bandbreite der Gastronomie, die Maßstäblichkeit der Stadt bei urbaner Atmosphäre, das Parkplatzangebot, innerstädtische Potenzialflächen und die "Freiraumachse Gräbbach". "Der Gräbbach ist verdeckt von Dickicht, da kann man konzeptionell mehr machen", war Boberg sicher.

Bei den Herausforderungen stand vor allem der "dominante Verkehr und die Fahrradunfreundlichkeit" im Vordergrund. Als wichtiges Stichwort nannte Boberg die Hauptstraße, "nicht das Wohnzimmer, eher die Wohnküche" der Stadt mit einer großen Qualität an Handel und Gastronomie. Aber: "Für alle Fußgänger ist es ein Hindernislauf um Fahrradständer und Blumenkästen.

Die Barrierefreiheit wird eine große Rolle spielen." Wenige Schritte von der "urbanen und belebten Hauptstraße" löse sich das Prinzip in kleinstädtischen und sogar dörflichen Charakter auf, wie die Experten an der Bachstraße und Fachwerkgebäuden deutlich machten. Viele so genannte "eingebundene Plätze" machten sie aus, wie Deinzer und Altstadtplatz, wo Handlungsbedarf bestehe.

Am Bahnhof sei in den letzten Jahren vieles richtig gemacht worden, was den ruhenden Verkehr anbelangt. Problematisch hingegen sei der Rückstau durch die geschlossenen Bahnschranken. Die erste Weichenstellung für die Entwicklung der Rheinbacher Innenstadt in den kommenden Jahren wird der Rat schon Mitte 2016 mit der Verabschiedung des Masterplans vornehmen. Damit wird die Richtung vorgegeben mit konkreten Maßnahmen und Prioritäten.