Citroën B2 aus 1922: Rheinbacher präsentiert seinen Oldtimer

Citroën B2 aus 1922 : Rheinbacher präsentiert seinen Oldtimer

Der Hilberather Axel Müller zieht mit seinem Citroën B2 von 1922 die Blicke auf sich.

Dank der Rheinbach Classics haben viele Menschen der Region schon den einen oder anderen schöne Oldtimer gesehen. Die Anerkennung, die Axel Müller für seinen Wagen bei der ersten großen Ausfahrt erhielt, kam also durchaus auch von Kennern. Sein Citroën B2 aus dem Jahr 1922 ist halt auch unter klassischen Autos etwas Besonderes.

Knapp 43 Kilometer hat er mit seinem Oldtimer zurückgelegt, als der Hilberather mit seiner Frau Gudula in Wormersdorf Aufsehen erregt. Natürlich freut sich der Fahrer über Reaktionen. Daumen hoch, anerkennendes Nicken, verfolgende Blicke sind darunter. Doch vor allem genießt er das Fahrgefühl. „Es geht darum, wie vor rund 100 Jahren die Mobilität war.“ Das Sitzgefühl sei wie auf einem Sofa, beschreibt er es. Zugleich ist man noch weniger vom Fahrzeug umgeben als in einem modernen Cabrio. Die Seitenteile gehen dem Fahrer kaum bis zum Becken, es gibt nur eine Frontscheibe. Und man war damals langsamer unterwegs. Knapp 40 Kilometer pro Stunde ist das Höchste auf der ersten Ausfahrt. Etwas schneller wäre allerdings möglich, wie Müller weiß: „Beworben wurde er damals mit 65 Stundenkilometer Spitze.“

Überhaupt gab es am B2 einiges, was 1922 als neuartig galt. So hat er einen „Vergaser moderner Bauart“, wie er laut Müller einst genannt wurde. Anders als alte Vergaserwannen ermögliche der es, den Oldtimer mit nur rund sechs bis sieben Litern auf 100 Kilometern zu fahren. Müller tankt Superbenzin, beim Kraftstoff sei das Gefährt trotz seines Alters nicht anspruchsvoll. „Diese Autos könnte man auch mit Alkohol fahren“, erklärt er dazu. Alternativen zum Benzin waren wohl auch in den 20ern ein Thema. Der Motor kommt damit auf 20 PS bei 1400 Kubikmeter Hubraum.

Fünfjährige Suche

Um dieses Schmuckstück zu finden, hat Müller rund fünf Jahre gesucht. Klassische Autos und das Fahren damit faszinieren den heute 48-Jährigen schon, seit er den Führerschein hat. Und sein Oldtimer sollte ein Citroën sein. „Schon mein erstes Auto war eine Ente“, erinnert er sich. 2014 fand er seinen Wagen über das Internet im Burgund. Das Modell reizte den Schreiner, weil die tragende Konstruktion unter der Karosserie aus Holz ist. Etwas Arbeit musste er hineinstecken, unter anderem das Getriebe und die Elektrik überholen. Anders als zu seiner Bauzeit hat der Wagen nun einen Warnblinker und einen kleinen digitalen Tacho, der eigentlich für Fahrräder gedacht ist. „Das war Wunsch des Tüv“, erklärt Müller.

Fünf Jahre vergingen bis zur ersten Ausfahrt. Aber das störte den Autofreund nicht: „Es ist mir persönlich nicht wichtig, wie lange es dauert.“ Auch wie viel er investierte, sagt er nicht. Dafür schwärmt er vom Fahren und der Geschichte des Wagens. Der B2 war das erste Auto des Herstellers, das in Europa in Serie gebaut wurde. „Dafür mussten viele Dinge erst einmal erfunden werden“, so Müller. Citroën setzte zudem früh auf ein Netz mit Vertragshändlern und -werkstätten, in denen Austauschteile zum Einsatz kamen. Bei seinem B2 ist Müller laut Verkäufer erst der dritte Besitzer. Ganz glauben möchte er das aber nicht. In Frankreich werde immer nur der Vorbesitzer in den Papieren vermerkt. Der hatte das Auto 1998 erworben. Schwer vorstellbar, dass es zuvor seit 1922 in einer Hand gewesen sein soll.

Nun aber ist es bei einem Liebhaber, der sich mit diesen Schätzen auskennt. Der Hilberather besitzt einen zweiten B2 von 1923, allerdings ein kleineres Modell ohne Kofferraum. „Das ist nicht zum Reisen geeignet“, erklärt er die zweite Anschaffung. Mit dem großen hat er nun auch eine weite Reise vor. Citroën feiert sein 100-jähriges Bestehen mit einem Jahrhunderttreffen auf der Teststrecke La Ferté-Vidame vom 19. bis 21. Juli. Deswegen wird Müller nicht bei den zeitgleich stattfindenden Rheinbach Classics sein.

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