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Ausstellung im Glaspavillon: Rheinbacher Künstler gewinnt Glaskunstpreis

Ausstellung im Glaspavillon : Rheinbacher Künstler gewinnt Glaskunstpreis

Der Internationale Glaskunstpreis geht von Rheinbach - nach Rheinbach. Mehdi Ali Mohamady überzeugte mit "Weißt du, dass ich ohne dich unruhig bin". Für wen die Juroren abstimmten, wussten sie allerdings nicht.

Schon Goethe lässt seinen Universalgelehrten Heinrich Faust in Gretchens Gegenwart im Drama „Faust – Der Tragödie erster Teil“ den Satz „Name ist Schall und Rauch“ sagen. Nicht anders als im Literaturklassiker aus dem Jahr 1808 verhalten sich die Jurymitglieder des Internationalen Glaskunstpreises 2019: Bei der Begutachtung der 38 Schülerarbeiten aus acht europäischen Glasfachschulen verzichten sie darauf, den Namen des Kunstschaffenden sowie seine Herkunft zu erfahren.

„Die Wettbewerbsarbeiten waren anonymisiert, nur ihre Titel waren den Juroren bekannt, da sie für das künstlerische Konzept relevant sind“, erklärte Ruth Fabritius, Leiterin des Glasmuseums Rheinbach.

Bereits einen Tag nach der feierlichen Ausstellungseröffnung im Rheinbacher Glaspavillon, auch „Hans-Schmitz-Haus“ genannt, kommt die Fachjury dort zusammen, um über die Vergabe der Preise eins bis drei zu beraten. Die Juroren sind Uwe Claassen, freischaffender Kurator und ehemaliger Leiter des Glasmuseums Lauscha, der freischaffende Glaskünstler John Kenneth Clark aus Glasgow, Jan Mergl vom Museum für Angewandte Kunst in Prag, Kazimierz Pawlak, Professor an der Kunstakademie Breslau/Wroclaw und Organisator des „Hot Glass Festivals“ sowie des „European Glass Festivals“, und Glaskünstler Korbinian Stöckle vom Glasmuseum Gernheim.

Sieger waren schnell ermittelt

Die Jury verständigt sich zu Beginn ihrer Werkschau darüber, dass sie sich bei ihren Entscheidungen einzig von der künstlerischen Qualität leiten lässt – sowie von einer stimmigen technischen Umsetzung des Exponats.

Die Jurymitglieder stellen schnell fest, dass alle die beiden Arbeiten für preiswürdig halten, denen letztendlich auch die beiden ersten Preise zuerkannt werden. Als Sieger kürt das Fachleutequintett „Weißt du, dass ich ohne dich unruhig bin“ von Mehdi Ali Mohamady. Dass sein Kunstwerk aus Echt-Antikglas gegenüber dem Glaspavillon in der Glasfachschule Rheinbach entstanden ist, weiß das Preisgericht nicht. Platz zwei sichert sich Pia-Christina Hoff von der Glasfachschule Zwiesel. Ihr Exponat „Eva“ ist am Ofen frei geformt. Rang drei gibt es für „Drachenhaut“ von Dmitriy Tsybenko, der an der tschechischen Glaskunstfachschule Kamenický Šenov unterrichtet wird.

Belobigungen erhalten Wiktoria Budniak vom polnischen Kunstlyzeum Dabrowa Górnicza für „Apnoea“, Karin Raith von der Glasfachschule Zwiesel für „Träumen“ und Kamila Styra vom Kunstlyzeum Dabrowa Górnicza für „Heimr/Yggdrasil“ (Heim/ Weltenbaum).

Bis Sonntag, 1. September, besteht die Gelegenheit, für den mit 500 Euro dotierten Publikumspreis unter www.glaskunstpreis.com oder www.glaskunstpreis-rheinbach.de abzustimmen. Da die Wände des Glaspavillons aus Glas sind, können demzufolge die Exponate rund um die Uhr betrachtet werden.