Neues Buch über Rheinbach: Rheinbacher Geschichte für Einheimische und Besucher

Neues Buch über Rheinbach : Rheinbacher Geschichte für Einheimische und Besucher

Neues Lese- und Bilderbuch zeigt ungewöhnliche Perspektiven der Glasstadt. 20 Fotos und Abbildungen auf 200 Seiten sorgen dafür, dass der von Winrich C.-W. Clasen herausgegebene Band ein informatives Buch geworden ist.

Im Jahr 1982 trieb die Einstellung des Badebetriebs im Waldschwimmbad von Rheinbach so mancher Wasserratte Tränen in die Augen. Mitten im Stadtpark, unweit des heutigen Sankt-Joseph-Gymnasiums, entstand 1927 dieses Freibad im Grünen. „Das in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gedachte Vorhaben war zunächst als Staubecken für den Gräbbach geplant, doch wurde es dann ein über 100 Meter langes Becken“, berichten Barbara und Hans Otzen über das idyllische Stadtparkbad.

Im neuen Band „Rheinbach und Umgebung – Ein Lese- und Bilderbuch“ hat das Autorenpaar die Geschichte Rheinbachs und allerlei Geschichten und Anekdoten der Glasstadt im Eifelvorland zusammengetragen. 120 Fotos und Abbildungen auf 200 Seiten sorgen dafür, dass der von Winrich C.-W. Clasen herausgegebene Band ein informatives Buch geworden ist.

Noch immer als „Zugereister“ in Rheinbach sieht sich Clasen, Herausgeber und Geschäftsführer des 1979 gegründeten CMZ-Verlags sowie ferner Krimi- und Fachbuchautor, obgleich er seit 1964 in Rheinbach lebt. Die Tatsache, dass er 1955 in Hamburg das Licht der Welt erblickte, schimmert im Gespräch mit ihm mundartlich an manchen Stellen durch. „Ich zähle mich aber zu den Zugereisten, die klar sagen: Ich möchte hier nicht mehr weg“, berichtet Clasen.

Darum war es dem Verlagschef ein Anliegen, einen Rheinbach-Reiseführer entstehen zu lassen, der den Besuchern wie den Einheimischen die schönsten Seiten der Stadt zeigt. „Als Kind habe ich nur den Umstand verflucht, dass es von Merzbach, wo wir lebten, keine vernünftige Busverbindung nach Rheinbach gab“, berichtet Clasen. Was er hingegen an der ehemaligen Kreisstadt schätzt, ist die nahezu vollständig erhaltene mittelalterliche Struktur des Stadtkerns, die etwa an der Polligstraße oder an der Bachstraße mit ihren Fachwerkhäusern – trotz zum Teil verheerender Brände – noch bestens zu erkennen ist. „Außerdem ist die Natur der Voreifel zu Fuß zu erreichen – das ist ein Stück Lebensqualität“, schwärmt Clasen.

Intensiv mit den vielen Facetten der Rheinbacher Geschichte haben sich Barbara und Hans Otzen beschäftigt. Das in Meckenheim lebende Paar hat viele Ecken der Welt – etwa den Amazonas – bereist, um darüber zu schreiben. Besonders angetan hat Hans Otzen das Areal um die Rheinbacher Waldkapelle. „Es ist ein schöner Platz, der durch die Tatsache, dass dort in einem Holzstück ein Christusmonogramm entdeckt worden ist, ein spiritueller Ort geworden ist“, schwärmt er. Fasziniert habe ihn die Geschichte der Hexenverfolgung, der nicht nur Frauen zum Opfer gefallen sind. „Diese Prozesse waren nicht selten politisch motiviert – oder um sich den Besitz eines Anderen aneignen zu können“, berichtet Otzen.

Als Kind von der Küste zählt Clasen vor allem Lieblingsplätze in Rheinbach auf, die mit Wasser zu tun haben: das Waldschwimmbad oder den Schwanenteich, einen der vielen Teiche und Weiher im Stadtwald. Der im Januar dieses Jahres bekannt gewordene Fund des Rheinbacher „Ötzi“, dem Skelett eines 4500 Jahre alten Mannes aus der Jungsteinzeit, zeige deutlich, dass die Historie Rheinbachs noch deutlich weiter zurückreicht als in die Zeit der Römer.

„Mich hat als Verleger der wahnsinnige Fotoreichtum Rheinbachs interessiert“, berichtet Clasen. Unter anderem haben der Naturfotograf Heinrich Pützler, aber auch Clasen und Otzen zu diesem Reichtum mit 120 Abbildungen beigetragen. Warum in der Glasstadt ein Haus mit ausschließlich durchsichtigen Wänden entsteht, verrät der neue Führer ebenso.

Das Buch ist 200 Seiten stark, im CMZ-Verlag erschienen und kostet 14,95 Euro. Die Vorstellung des Buches beginnt am Samstag, 1. Juni, 12 Uhr, in der Buchhandlung Kayser.

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