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Flüchtlinge in der Region: Rheinbach und Swisttal planen Containerdörfer

Flüchtlinge in der Region : Rheinbach und Swisttal planen Containerdörfer

Rheinbach und Swisttal arbeiten an der Unterbringung von knapp 300 weiteren Flüchtlingen. Dazu stellen sie Wohncontainer auf.

Die Stadt Rheinbach und die Gemeinde Swisttal planen, Flüchtlinge in Wohncontainern unterzubringen. Dabei macht der Bau des Containerdorfes für die Unterbringung von 250 Flüchtlingen und Asylsuchenden am Schornbuschweg in Rheinbach weitere Fortschritte. Jetzt wurde entschieden, dass die Anlage mittels einer eigenen Pelletheizanlage versorgt werden soll.

In der Sitzung des Feuerwehr-, Bau- und Vergabeausschusses ging es im nicht-öffentlichen Teil um die Vergabe von Ingenieurleistungen und um die Information, was in diesem Zusammenhang untersucht worden ist: Gasversorgung oder Pelletversorgung. Das erklärte die zuständige Fachbereichsleiterin Margit Thünker-Jansen auf Anfrage des GA. Es handele sich bei der Pelletanlage um eine mobile Kesselanlage, die sich auch andernorts wieder aufstellen lasse.

„Das ist eine sehr sinnvolle Geschichte“, sagte der Ausschuss-vorsitzende Dieter Huth (UWG). Wenn das Containerdorf einmal nicht mehr bestehen sollte, könne die Pelletanlage abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut und angeschlossen werden, zum Beispiel an einer Schule. Zudem seien Pellets auch aus ökologischer Sicht vernünftig.

Wie berichtet, entstehen auf dem städtischen Areal am Schornbuschweg hinter den Tennisanlagen in Richtung Palmersheim zweistöckige Containerunterkünfte für bis zu 250 Asylsuchende. Allein für diesen Teil des Containerdorfs investiert die Stadt fünf Millionen Euro, dazu noch 1,2 Millionen für die Bodenplatte. Wie Huth weiter sagte, seien die Container nach entsprechender Ausschreibung schon angekauft und sollen geliefert werden, sobald die Bodenplatte fertig sei. Fertiggestellt sein soll das Containerdorf laut Thünker-Jansen Ende Mai/Anfang Juni. Mit Stichtag 23. März hatte die Stadt Rheinbach 523 Flüchtlinge und Asylsuchende untergebracht, so die Fachbereichsleiterin Susanne Pauk.

Auch die Gemeinde Swisttal plant die Unterbringung von weiteren Flüchtlingen und hat dazu auf dem Areal hinter der Alten Schule und dem Feuerwehrhaus in Dünstekoven Wohncontainer für maximal 32 Menschen aufgestellt. Erworben hat die Gemeinde die Container, die früher einmal als „Notschule“ genutzt wurden, vom Ollheimer CDU-Ratsherrn Peter Nathan. In dessen landwirtschaftlichem Betrieb hatten sie zuletzt als Unterkünfte für Erntehelfer gedient.

Nach GA-Informationen kosteten die Container einen niedrigen fünfstelligen Euro-Betrag. Was nach Einschätzung der Gemeinde angesichts der zurzeit aufgrund der großen Nachfrage aufgerufenen Preise für Wohncontainer „kostengünstig“ sei. Wenn die Container in einigen Wochen saniert sind, können sie bezogen werden. „Das soll noch vor den Sommerferien der Fall sein“, hofft Gemeindesprecher Bernd Kreuer. Die Gesamtfläche beträgt etwa 230 Quadratmeter. Die Wohnanlage besteht aus zwölf Containern, die zu einem Verbund zusammengefügt sind und drei getrennte Wohnbereiche ergeben. Hinzu kommt ein separater Sanitärcontainer. Im Eingangsbereich befindet sich eine zusätzliche Toilettenanlage. Bestandteil der Wohnanlage und im Kaufpreis enthalten war zudem eine Gasheizung. Der Kauf wurde vom Rat beschlossen.

„Bei der vorherigen Besichtigung der Wohnanlage wurden Mängel im Dachbereich festgestellt, auf die der Verkäufer auch hingewiesen hat“, so Kreuer. Für die Dacherneuerung holte die Gemeinde vor dem Kauf ein Gutachten ein. Danach sei mit Kosten von 25 000 Euro zu rechnen. Die Sanierungskosten wurden danach in den Haushalt eingestellt. Weiter müssten der Bodenbelag erneuert und einzelne Bodenelemente ausgebessert werden. Für die Dachdeckerarbeiten und die Bodenbelagsarbeiten holt die Gemeinde zurzeit Kostenangebote ein.

Eine vergleichbare neue Wohnanlage würde nach Einschätzung Kreuers etwa 150 000 Euro kosten. Die Gemeinde achte mit ihrem Konzept der Unterbringung auf Flexibilität, indem der Neubau von Übergangswohnheimen, der Kauf und die Miete von Containern sowie die Anmietung von Wohnungen und Unterkünften vorgesehen und praktiziert würden.

Kritisch sieht der Grünen-Fraktionsvorsitzende Udo Ellmer inzwischen den Kauf der Container, dem auch er zugestimmt hatte. Er sei zwar froh, dass die Gemeinde überhaupt Container bekommen habe, aber: „Hätten wir gewusst, in welch schlechtem Zustand sie sind, hätten wir nicht zugestimmt.“ Ellmer meint insbesondere „elementare Schäden am Dach“, wodurch Feuchtigkeit eingedrungen und die Isolierung verfault sei. Er befürchtet nun, dass der Gemeinde noch „erhebliche Zusatzkosten“ entstehen. „Wir sind davon ausgegangen, dass die Container bezugsfertig sind. Mit der Politik hat vor dem Kauf jedenfalls keine Besichtigung stattgefunden.“