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Angebot für Jungen und Mädchen: Rheinbach hat nun eine Kinderfeuerwehr

Angebot für Jungen und Mädchen : Rheinbach hat nun eine Kinderfeuerwehr

In Rheinbach-Ramershoven gibt es nun eine Kinderfeuerwehr. Die Mädchen und Jungen ab sechs Jahre sollen spielerisch an den Feuerwehralltag herangeführt werden und langfristig den Nachwuchs der Wehr sichern helfen.

Beim Anlegen der ersten eigenen Dienstbekleidung half sogar Stefan Raetz eigenhändig mit: Der Rheinbacher Bürgermeister reichte dem kleinen Raphael nicht nur seine neue Schirmmütze an, sondern hielt ihm auch die Schutzausrüstung in Form einer Warnweste hin. In die konnte der junge Mann dann bequem hineinschlüpfen. Anhand der aufgedruckten Letter auf Mütze und Weste ist dann auch für jeden sofort zu lesen, für wen Raphael jetzt im Einsatz ist: für die Rheinbacher Kinderfeuerwehr.

Neben Raphael traten auch Anna, Leo und Martin ihren Dienst in Rheinbachs neuer Kinderfeuerwehr an, die ihren Betrieb ganz offiziell im Ramershovener Gerätehaus startete. Zwei weitere junge Mitstreiter konnten zum Start krankheitsbedingt noch nicht dabei sein. Alle 14 Tage freitags werden nun die erfahrenen Aktiven sowie eigens gewonnenen, speziell geschulten Betreuer den ganz jungen Nachwuchs spielerisch an den Feuerwehralltag heranführen.

Feuerflitzer aus Ramershoven

Dass die Abteilung ausgerechnet bei der Löschgruppe Ramershoven aus der Taufe gehoben wurde, ist kein Zufall. Wehrführer Laurenz Kreuser erinnert daran, dass der Ort bereits vor zehn Jahren Mädchen und Jungen für die roten Wagen und Löschgeräte begeistern konnte, lange bevor das Thema bei den Feuerwehren im Kreis in aller Munde ist. Wie berichtet, verfügen beispielsweise Alfter und Bornheim bereits über Kinderfeuerwehren.

Damals firmierten die ganz jungen Aktiven in der Ramershovener Löschgruppe unter dem klangvollen Titel „Feuerflitzer“. Mit dabei waren Michelle Segler (20) und ihr Cousin Nick Segler (18), damals neun und sechs Jahre alt. Warum es beide schon so früh in die Feuerwehr trieb? Die familiäre Prägung spielte die tragende Rolle, erzählen sie. Schließlich waren sowohl der Onkel beziehungsweise der Vater schon als Floriansjünger aktiv, deren Begeisterung übertrug sich dann nahtlos auf den Nachwuchs: „Wir beide sind von Anfang an feuerwehrverrückt gewesen“, bekennen Michelle und Nick Segler.

Drei Standorte in Rheinbach

Das Erfreulichste aus Sicht des Wehrleiters: Die beiden sind bis heute dabeigeblieben und inzwischen – nachdem sie die seit langem etablierte Jugendfeuerwehr durchlaufen haben – in der Einsatzabteilung tätig. Genau das sei es, was auch die Feuerwehr in Rheinbach brauche: von langer Hand konstant Nachwuchs generieren, der derzeit nicht so stark nachkommt, wie Kreuser ausführt (siehe Interview).

Die Nachwuchsgewinnung soll mit der Kinderfeuerwehr nach der Jugendfeuerwehr, die auf Zehn- bis 18-Jährige zielt, auf eine noch breitere Basis gestellt werden. Jungen und Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren können zukünftig an drei Standorten in Rheinbach kindgerecht und zwanglos in die Feuerwehr hineinschnuppern: „Neben der Löschgruppe Ramershoven wird es ein Angebot in der Kernstadt und bei einer Löschgruppe in den Höhenorten geben“, betont Kreuser. Dass es durchaus Sinn macht, ganz früh auf den Nachwuchs zu setzen, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Belegschaft der Rheinbacher Wehr: „Im vergangenen Jahr haben wir 14 Wehrleute aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst übernommen“, berichtet der Wehrführer. „Darunter waren allein fünf Feuerflitzer aus Ramershoven“.

Weitere Informationen zur Kinderfeuerwehr Rheinbach gibt es im auf der Homepage der Feuerwehr.