Neue Schule in Rheinbach: Realschule Tomburg wird zur Gesamtschule

Neue Schule in Rheinbach : Realschule Tomburg wird zur Gesamtschule

Die Tomburg-Realschule feiert mit vielen Ehemaligen ihre Auflösung. Ihr „exzellenter Ruf in Handwerk und Handel“ wurde dabei gewürdigt. In 55 Jahren haben mehr als 4500 Schüler ihren Abschluss gemacht.

Auf den ersten Blick sah das bunte Treiben rund um die Stadthalle aus wie ein unbeschwertes Sommerfest. Hunderte ehemalige Schüler und viele Lehrer waren zum Abschiedsfest der Tomburg-Realschule Rheinbach (TRR) gekommen, deren letzte 90 Absolventen gerade ihren Abschluss gemacht haben.

Allerdings war es das letzte Fest der Realschule, die in der Gesamtschule aufgeht. Bürgermeister Stefan Raetz sprach von Wehmut. Dass die TRR nach 55 Jahren so ihr Ende finden musste, habe nicht an ihren Leistungen gelegen. Es sei die Hauptschule gewesen, von der sich mehr und mehr Eltern abwandten. Die langjährige Schulleiterin Hedwig Schmitt-Wojcik habe allen Einfluss genommen und „auch wir haben gekämpft“, blickte Raetz zurück.

Er erinnerte an das Schicksal der Förderschule, deren Wiedereröffnung jetzt beantragt worden sei. „Ich bin gespannt, wann wieder der Ruf nach dem klassischen dreigliedrigen Schulsystem ertönt“, fügte er an. Raetz blickte auf Theateraufführungen, das „schöne Adventssingen“ oder die Unterwasser-Klasse im Monte Mare zurück. Für die Bezirksregierung ließ der Leitende Regierungsschuldirektor Achim Eckstein von Schulleiterin Iris Zillinger ein Grußwort verlesen. Vor allem für Mädchen habe die Realschule nach dem Zweiten Weltkrieg den Zugang zu höherer Bildung eröffnet, lobte er die „hervorragende professionelle Arbeit“. Schmitt-Wojcik zitierte aus der Abschlussrede von Antonia Bois und Pia Segler: „Dass man im Nachhinein erst erkannte, dass es ein Fehler war, unsere Schule aufzulösen, ist allen klar“.

Große Gemeinschaft um die Schule

Die Ex-Rektorin sagte über die TRR: „Der exzellente Ruf in Handwerk, Handel und weiterführenden Schulen beruht auf einer ausgewogenen pädagogischen Arbeit, konsequentem, respektvollem Umgang miteinander, vielen Unterrichtsangeboten in Naturwissenschaften, Sprachen, Kunst, und Sport.“ In der Stadthalle pflegten derweil Ex-Schüler an Jahrgangstischen Erinnerungen. Michael Woide, Ludwig Fussel und Kalle Schönenberg (1973) lachten über den Sportunterricht mit Kunstlehrer Klaus Kugelmeie. Svenja Rost (heute Glöden) und Iris Töppel (Müller) schwärmten: „Es gab nie Streitereien“ alles sei sehr harmonisch gewesen.

In 55 Jahren haben mehr als 4500 Schüler ihren Abschluss gemacht. Sechs Sekretärinnen und acht Hausmeister waren tätig, mehr als 140 Lehrer haben unterrichtet. Der Förderverein (VEFF – letzter Vorsitzender Sven Weerts) half, Lehrmittel, Schulfahrten und Veranstaltungen zu finanzieren. Er stiftete eine Erinnerungstafel, die am Eingang der heutigen Gesamtschule enthüllt wurde.

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