Theater in Rheinbach: Pressekonferenz mit dem Weihnachtsmann

Theater in Rheinbach : Pressekonferenz mit dem Weihnachtsmann

Lara Schmidt vom Städtischen Gymnasium Rheinbach bringt ihr Stück „Und wenn das 5. Kerzlein brennt“ auf die Bühne. Die 17-Jährige tritt Ende Januar auch beim Poetry-Slam im Bonner Pantheon auf.

Dass das Theaterstück „Und wenn das 5. Kerzlein brennt“ aus der Feder von Lara Schmidt, angehende Abiturientin am Städtischen Gymnasium (SGR), erst jetzt – mehr als drei Wochen nach Weihnachten – auf die Bühne kommt, scheint bei den 15 Mitwirkenden der Theater-AG der Sekundarstufe II am SGR niemanden zu stören. Geschickt haben sie den Umstand, dass für diese Premierenaufführung in der Vorweihnachtszeit kein freier Termin im Rheinbacher Stadttheater zu bekommen war, gelöst und der Komödie kurzerhand eine Rahmenhandlung verpasst. So konstruierten sie eine Pressekonferenz, die die Geschehnisse in dem Stück ins Zentrum der Abendveranstaltung rückt. Vor den Zuschauern, die ihre Eintrittskarten in Form von Presseausweisen erhalten, soll der Weihnachtsmann Stellung zu den Vorkommnissen am Weihnachtsabend nehmen und Spekulationen aus dem Weg räumen.

Während Leonard Fingerhuth am Bühnenrand leise versucht, das Schnauben eines Rentieres für seine Rolle akkurat zu imitieren, proben Ella Geuer und Julius Klodt unter genauer Beobachtung anderer Schauspieler immer wieder die richtige Pose eines Weihnachtsengels. Die freundschaftliche Atmosphäre, die bei der Probe spürbar ist, wirkt auf alle Beteiligten inspirierend und lässt das Theaterstück durch immer wieder neue Regieideen reifen. „Die meisten Mitwirkenden hier kennen sich aus meinem Literaturkurs, den ich immer in der Jahrgangsstufe elf anbiete“, sagt Patrick Grodau, Lehrer am SGR, und erklärt, dass er dieses aus den Schülerreihen initiierte Vorhaben gerne administrativ betreut hat.

Vor zwei Jahren hatte sich die Theater-AG aufgelöst, seitdem kommt lediglich die jährliche Darbietung des Literaturkurses auf die Bühne. „Letzten Sommer sind wir nach unserer Aufführung von Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ in ein regelrechtes Stressloch gefallen und haben überlegt, was wir weitermachen könnten,“ erklärt Schüler Jan Wilberg. Gemeinsam mit Ella Geuer, Lara Schmidt und Julius Klodt hat er das Gemeinschaftsprojekt vorangetrieben und nach einem passenden Stück gesucht. Schließlich kam das Quartett auf die Idee, sich Schmidts literarische Begabung zunutze zu machen und ein eigenes Werk auf die Bühne zu bringen.

Der Weihnachtsmann schaut tief ins Glas

Die 17-Jährige stellt ihr Können nicht nur im Bereich moderner Dichtkunst unter Beweis und tritt am 27. Januar bei einem Poetry-Slam im Bonner Pantheon auf, sondern hat sich immer schon gerne Geschichten ausgedacht. „Als Kind habe ich mit meiner Oma Maxi oft Nikolausstücke geschrieben und so kam es zu dieser Weihnachtskomödie“, sagt sie. Zusammen mit Ella Geuer, mit der sie schon zu Grundschulzeiten in Merzbach gemeinsam auf der Bühne stand, hat Schmidt vieles umgeschrieben und weiterentwickelt.

In der Geschichte hat der Weihnachtsmann nach einem Streit mit seinem Gehilfen Rudolph auf der jährlichen Betriebsfeier so tief ins Glas geschaut, dass er nicht mehr in der Lage ist, die Geschenke auszutragen. Die Engel Raffa und Marry nötigen die 17-jährige Katha, die ihren Eltern pubertierend das Leben schwer macht, den Job als Aushilfe zu übernehmen. Dass die intensive Probenzeit nun mitten in die Vorbereitungsphase für das Abitur fällt, empfinden alle Beteiligten als unproblematisch. „Das Ganze macht einen solchen Spaß, dass das jetzt zwischen den Vorklausuren und der Klausurphase eine tolle Abwechslung ist,“ sind sich die vier Hauptaktivisten einig.

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