"Kinderfänger-Fall" in Rheinbach: Polizei hört weitere Zeugen

"Kinderfänger-Fall" in Rheinbach : Polizei hört weitere Zeugen

Die Ermittlungen zum Fall eines möglichen Kinderfängers in Rheinbach gehen weiter. Wie Frank Piontek, Pressesprecher der Bonner Polizei, dem GA sagte, wollen die Beamten weitere Zeugen in Rheinbach hören, die etwas zu dem Vorfall sagen können, der sich am vergangenen Donnerstag an der Villeneuver Straße in Rheinbach zugetragen haben soll.

Ein elf Jahre alter Schüler hatte der Polizei berichtet, dass ihn ein Mann nach der Schule aus einem fahrenden dunkelroten Kleintransporter mit Pritschenaufbau heraus angesprochen habe. Allerdings habe der Heranwachsende nicht reagiert, sondern sei beherzt mit seinem Fahrrad davongeradelt. Für Piontek ist dies genau die richtige Reaktion. Seit dem Bericht vom Donnerstag sei das fragliche Fahrzeug nicht mehr gesehen worden. Einen konkreten Hinweis auf den Täter gibt es noch nicht.

Die Schilderung eines ebenfalls elf Jahre alten Jungen vom Kirmessamstag, 20. September, zeigt sich nach zwischenzeitlichen Zeugenbefragungen offenbar in einem anderen Licht.

So hat der Junge eingeräumt, auf dem Weg vom Jahrmarkttreiben zu einer Gruppe Gelichaltriger gehört zu haben, die wahllos an Haustüren geklingelt hätten und dann fortgelaufen seien. Zunächst hatte der Schüler berichtet, er sei von einem Mann festgehalten worden, der versucht habe, ihn in ein Auto zu zerren.

Diesen Mann haben die Beamten jetzt ermittelt. Der wiederum berichtete, er habe sich vom Klingeln der Kinder gestört gefühlt, woraufhin er der Gruppe hinterher gegangen sei. Festgehalten, so versicherte der Zeuge laut Polizei, habe er einen der Jungen aber nicht. Was Eltern tun können, wenn ihre Kinder von solchen Vorfällen berichten, dazu hat Piontek ein paar Handlungshilfen für Eltern. "Wenn Kinder so etwas mitteilen, bitten wir darum, es an die Polizei weiterzumelden", sagte der Polizeisprecher.

Falls ein Kind von einem Vorfall berichtet, bei dem es von einer fremden Person angesprochen oder sogar bedrängt wurde, sei es das erste Gebot, Ruhe zu bewahren. "Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es jetzt sicher ist und loben Sie es dafür, dass es sich direkt offenbart hat."

Wichtig sei zudem, seinem Sprössling aufmerksam zuzuhören, ohne "nachzubohren" oder Vorhaltungen im Sinne von "Ich habe dir doch hundert Mal gesagt", zu machen. In solchen Akutsituationen sollte außerdem sofort die Polizei informiert werden, damit diese sofort mögliche Ermittlungsmaßnahmen einleiten kann.

Zur Vorbeugung solcher Situationen sollten Eltern ihren Nachwuchs zur Pünktlichkeit anhalten und - wenn möglich - in kleinen Gruppen zusammen mit anderen Kindern zur Schule oder zum Spielplatz schicken. Gemeinsam mit dem Kind sollten sie auf oft genutzten Wegen mögliche "Rettungsinseln" ausgucken - etwa ein Geschäft oder Haus, wo es klingeln kann. Nicht zuletzt sollten Kinder lernen, eine Aufforderung zu ignorieren.

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