Schulentwicklung in Rheinbach: Politiker wollen keine Schüler in Rheinbach abweisen

Schulentwicklung in Rheinbach : Politiker wollen keine Schüler in Rheinbach abweisen

Die Rheinbacher CDU/FDP-Koalition will keine schnelle Erweiterung der Gesamtschule Rheinbach, weil ihr das zu teuer ist. Eine Klasse mehr würde 32.500 Euro pro Jahr kosten.

Zumeist bleiben die Ausschussmitglieder der Rheinbacher Ratsgremien so gut wie unter sich, wenn sie im altehrwürdigen, holzgetäfelten Sitzungssaal des Rathauses zusammenkommen. Für gewöhnlich lässt sich die Zahl der Zuhörer dieser Treffen, bei denen oftmals wichtige Themen für kommende Ratssitzungen besprochen und entschieden werden, an einer Hand abzählen. Bei der Sitzung des Schulausschusses am Donnerstag, 1. März, wird dieser Erfahrungswert wohl nichts wert sein.

Ganz oben auf der Tagesordnung steht die mögliche Erweiterung der Rheinbacher Gesamtschule, genauer die Einrichtung einer zusätzlichen Klasse für den Einschulungsjahrgang 2018/2019. Da fürs kommende Schuljahr 53 Kindern abgesagt werden mussten, darunter 30 aus Rheinbach (der GA berichtete), wird der Ausschuss auf großes Interesse nicht nur bei Eltern treffen.

Vorsorglich hat Dietmar Danz (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Bildung und Sport, den Ort der Zusammenkunft vom Großen Sitzungssaal mit seiner begrenzten Kapazität an Zuschauerplätzen in den Ratssaal des Himmeroder Hofs verlegen lassen.

Treffen der Fraktionsspitzen

Ein Treffen der Fraktionsspitzen von CDU, SPD, UWG, Grünen und FDP – anberaumt, um über die Finanzlage der Glasstadt bis zum Jahr 2021 zu beraten – wollte Danz am vergangenen Donnerstag nutzen, um bereits eine Dringlichkeitsentscheidung zur Gesamtschule herbeizuführen. Mit diesem Instrument hätten die Fraktionschefs schon vor der Ausschusssitzung zwei Wochen später bei der Kölner Bezirksregierung eine Erweiterung die Gesamtschule beantragen können.

„Bürgermeister Raetz wäre bereit gewesen, eine solche Entscheidung mit den Fraktionschefs zu treffen“, sagte Danz dem GA. Die Fraktionen von SPD, Grünen und UWG hätten die Entscheidung mitgetragen. „Gescheitert ist der Versuch, vielen Rheinbacher Kindern schon jetzt einen Platz an der Gesamtschule zuzusagen, an der Verweigerungshaltung von CDU und FDP“, so Danz. Die SPD nahm diese Situation zum Anlass, in einem Prüfauftrag für die Schulausschusssitzung die Verwaltung zu bitten, das aktuelle Raumkonzept der Gesamtschule angesichts höherer Schülerzahlen aus pädagogischer und finanzieller Sicht zu prüfen.

Nicht nötig, heißt es dazu aus dem Rheinbacher Rathaus. Noch Ende November hatte der Schulausschuss ohne Gegenstimmen die Erstellung eines Raumkonzeptes für die Sechszügigkeit der Gesamtschule auf den Weg gebracht. Außerdem soll, so der Beschluss, die Verwaltung nicht nur die räumlichen Kapazitäten ausloten, sondern auch nach Möglichkeiten der finanziellen Beteiligung der Nachbarkommunen Alfter, Meckenheim und Swisttal suchen.

Ende November Beschluss gefasst

Wie der Erste Beigeordnete Raffael Knauber und Fachbereichsleiter Wolfgang Rösner in dem Beschlussvorschlag zur Ausschusssitzung Anfang März berichten, deckt sich der SPD-Antrag zum Raumkonzept mit dem Ende November gefassten Beschluss. Die Unterbringung eines sechszügigen Einschulungsjahrgangs sei grundsätzlich möglich, erklärten Knauber und Rösner. „Hierfür müsste der Anbau an der Villeneuver Straße zum Schuljahresbeginn fertig gestellt werden, weitere Turnhallenkapazitäten nutzbar sein, die Küche in der Albert-Schweitzer-Schule jeden Unterrichtstag zur Verfügung stehen und eine Vergrößerung des Lehrerzimmers möglich sein“, berichteten sie.

„Alle diese Voraussetzungen könnten geschaffen werden, so dass eine Sechszügigkeit räumlich möglich ist.“ Darum spricht sich die Verwaltung dafür aus, eine zusätzliche Klasse zum kommenden Schuljahresbeginn bei der Bezirksregierung zu beantragen.

Die Kosten für die Zusatzklasse taxiert die Verwaltung auf circa 32 500 Euro pro Jahr. Dazu kämen einmalig anfallende Kosten für einen Durchbruch am Lehrerzimmer (6000 Euro). Gleichzeitig kritisieren Knauber und Rösner, dass aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen und der daraus folgenden Aufnahme von Schülern aus Nachbarkommunen, viele Mädchen und Jungen aus Rheinbach an der Rheinbacher Schule abgewiesen werden müssten.

Der Schulausschuss kommt am Donnerstag, 1. März, um 18 Uhr im Himmeroder Hof zusammen. Der Rat tagt dazu am Montag, 5. März, 18 Uhr, an derselben Stelle.

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