Ein Leben zwischen Kunst und Religion: Pallottiner-Pater Franz-Josef Ludwig ist tot

Ein Leben zwischen Kunst und Religion : Pallottiner-Pater Franz-Josef Ludwig ist tot

Der bekannte Pallottiner-Pater Franz-Josef Ludwig ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Der Priester, Seelsorger und Pädagoge hat sich weit über die Region hinaus einen Namen als Künstler gemacht.

Pater Ludwig war am Freitagmorgen, 23. März, mit einer beidseitigen Lungenentzündung ins Bonner Universitätsklinikum eingeliefert worden, so Pallottiner-Rektor Pater Horst Liedtke. Am Donnerstag, 24. März verstarb der 84-Jährige.

Als „ganz besonders bewegendes Ereignis“ bezeichnete er selbst einst das feierliche deutsch-französische Zeremoniell am 17. Mai 2013 auf dem deutschen Soldatenfriedhof im französischen Fort Douaumont, als die von ihm geschaffene Bronze-Skulptur "Der Abschied" (Les Adieux) feierlich übergeben und von ihm selbst gesegnet wurde. Es sei eine seiner „besten und tiefsten Arbeiten, gemeinsam mit der Madonna der Marien-Kapelle“, sagte Pater Ludwig im Gespräch zu seinem 80. Geburtstag.

Auch im Rheinbacher Stadtbild sind Pater Ludwigs Bronze-Skulpturen präsent, so etwa an den Brunnen am Lindenplatz und am Bürgerhausplatz oder am Wormersdorfer Dorfplatz. In vielen Privathäusern zu finden sind seine Engelchen aus Ton mit ihren typischen Augen, Haaren und Mündern, die Pater Ludwig „so etwas wie mein Markenzeichen“ nannte.

Schon mit 14 Jahren hatte sich der gebürtige Mainzer entschlossen, Priester zu werden. Nach dem Abitur in Limburg, Noviziat bei den Pallottinern in Olpe, Examen an der Hochschule der Pallottiner und Pastoralia in Friedberg bei Augsburg, wurde er schließlich 1962 nach Rheinbach versetzt, um am dortigen Internat Aufgaben als Erzieher wahrzunehmen. Aus der anfänglichen Bitte, am Vinzenz-Pallotti-Kolleg auch zwei Stunden Kunstunterricht in der Woche zu geben, wurden schließlich mehr als vier Jahrzehnte Kunstunterricht. Und dies, ohne dass Pater Ludwig eine entsprechende Akademie besucht hätte.

"Pater Ludwigs Tonkeller" ist Generationen von Menschen in Erinnerung. Mehr als 40 Jahre betreute er parallel zu seinen Arbeiten am Kolleg die kleine Gemeinde Kirchsahr als Priester.

Er ist Mitbegründer des Rheinbacher Kunstforums '99, aus dem er wegen Querelen aber gleich wieder ausgetreten war, wie er erzählte, und war bis zum Schluss Mitglied in der Künstlergilde Are. Er schrieb mehrere Bücher, darunter seine persönlichen Erinnerungen an "50 Jahre im Pallotti - 1962-2012".

Beerdigt wird Pater Ludwig in Limburg. In der Unterkirche der dortigen Kirche Sankt Marien findet am Mittwoch, 28. März, ab 10.30 Uhr der Gottesdienst statt. Ein Gedenkgottesdienst in der Rheinbacher Pallotti-Kirche, Pallottistraße 1, ist für Dienstag, 3. April, ab 18 Uhr geplant.

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