Wäldchen für Jungvermählte in Rheinbach: Paare pflanzen Bäume

Wäldchen für Jungvermählte in Rheinbach : Paare pflanzen Bäume

Das "Wäldchen für Jungvermählte" nahe den Wormersdorfer Sportplätzen ist seit Freitag um 42 neu gepflanzte Traubeneichen reicher. So viele frisch vermählte Paare haben sich an der diesjährigen Pflanzaktion beteiligt.

Der Volksmund sagt: „Ein Mann sollte in seinem Leben drei Dinge tun: Ein Haus bauen, ein Kind zeugen und einen Baum pflanzen.“ Er sollte damit, so der Sinn hinter der Weisheit, Dinge schaffen, die seine eigene Existenz überdauern. Im Geiste dieser auf die „Ewigkeit“ ausgerichteten Tradition folgten am Freitagnachmittag 42 jungverheiratete Ehepaare, manche von ihnen bereits mit Nachwuchs, der Einladung von Bürgermeister Stefan Raetz zur Pflanzaktion in das „Jungvermähltenwäldchen“ in der Naturschutzzone hinter den Tennisplätzen in Rheinbach-Wormersdorf. Sie wollten ihrer Liebe mit einem jungen Baum das i-Tüpfelchen verleihen.

So war auch das Ehepaar Grebenstein aus der Kernstadt begeistert von dieser Möglichkeit: „Das ist in Rheinbach inzwischen eine schöne Tradition, die Bäume stiftet die Stadt und so hat man etwas, was von Dauer ist.“ Auch Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz zeigte sich angetan. Zum einen vom großen Zuspruch auf diese Aktion, zum anderen auch von der hohen Zahl der Eheschließungen auf Rheinbacher Stadtgebiet insgesamt: „Im Jahr 2013 wurden 203 Ehen geschlossen, davon vier gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften. Insgesamt haben 83 Paare Interesse an der Pflanzaktion bekundet, wovon sich immerhin 42 eingefunden haben.“

Die beliebte Aktion gibt es schon seit 1992, seinerzeit initiiert von der Rheinbacher Standesbeamtin Martina Kiep und Alfred Schwarzlose vom Naturschutzverein Voreifel. Die ersten Jungvermähltenbäume pflanzte man zunächst auf freien Windwurfflächen im Wald, später dann im Naturschutzgebiet neben der Umgehungsstraße nach Rheinbach-Loch. Als auch dort der Platz nicht mehr ausreichte, konnte man vorübergehend in den Park des Mädchengymnasiums ausweichen, wo sich eine Freifläche neben der Kapelle fand. Seit 2014 wird am heutigen Standort in Wormersdorf gepflanzt, der – wie alle anderen Standorte zuvor auch – mit Umzäunungen gegen Wildfraß gesichert ist.

In der Regel pflanzen die frisch verheirateten Eheleute den jeweiligen Baum des Jahres, wovon man in diesem Jahr allerdings erstmals abwich. Baum des Jahres 2017 ist die Fichte, die als so genannter Flachwurzler in hiesigen Forsten aufgrund ihrer mangelnden Standsicherheit bei Stürmen nicht mehr angepflanzt wird.

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