Wohnungen auf dem Gelände der Pallottiner: Nächstes Pallottiquartier in Planung

Wohnungen auf dem Gelände der Pallottiner : Nächstes Pallottiquartier in Planung

In Rheinbach könnten vis-à-vis des Gymnasiums neue Eigentumswohnungen entstehen. Ein Investor plant auf dem 2630 Quadratmetern großen, nicht mehr genutzten Gärtnereiareal zwei zweigeschossige Wohnhäuser zu bauen.

Irdische Lorbeeren strebten die Pallottinerbrüder während ihres Schaffens am Vinzenz-Pallotti-Kolleg (VPK) nicht unbedingt an. Sie füllten in dem Ende des Schuljahres auslaufenden Gymnasium, früher mit Internatsbetrieb, das aus, was sie unter Berufung verstanden. Doch die Brüder säten nicht nur Bildung unter den Pennälern aus, sie ernteten auch auf den großen schuleigenen Obstplantagen vor der Stadt oder in der Gärtnerei auf dem Kollegsgelände an der Pallottistraße. Mit dem Schulbetrieb sollen bald auch die beiden Gewächshäuser mit Anzuchtbeeten einem Wohnprojekt weichen.

Während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung: Umwelt, Planung und Verkehr stellte Fachbereichsleiterin Margit Thünker-Jansen das Vorhaben vor: Ein Investor plant auf dem 2630 Quadratmetern großen, nicht mehr genutzten Gärtnereiareal zwei zweigeschossige Wohnhäuser zu bauen. „Der Investor beabsichtigt diese städtische Fläche zu kaufen“, berichtete Thünker-Jansen.

Hintergrund: Vor wenigen Monaten sind auf dem Nachbargrundstück neben der früheren Kollegsgärtnerei die Bewohner des fertig gestellten sogenannten Pallottiquartiers eingezogen: Dort sind 16 Wohneinheiten, verteilt auf zwei Wohnhäuser, entstanden (der GA berichtete). Ihr Auto können die Nutzer der barrierefreien Eigentumswohnungen im Pallottiquartier in der Tiefgarage abstellen. Vier Millionen Euro hatte die G und S Wohnbau GmbH aus Euskirchen nach eigenem Bekunden investiert und bereits während des Richtfestes kundgetan, dass „der Bedarf an zentrumsnahem Wohnen in Rheinbach hoch bleiben“ werde.

Die Krux am vorliegenden Investorenplan: Im April vergangenen Jahres hatte der gleiche Ausschuss die Aufstellung eines „Masterplans Innenstadt“ auf den Weg gebracht, der – aufbauend auf den strategischen Zielen des Stadtentwicklungskonzepts „Rheinbach 2030“ – neue räumliche Handlungsschwerpunkte und konkrete Maßnahmen definieren soll. Darum kritisierte Georg Wilmers (SPD), dass bereits jetzt ein Bebauungsplan auf den Weg gebracht werde, bevor über den Masterplan beraten würde.

Der Sozialdemokrat regte an, die Diskussion folglich zu vertagen. Ins gleiche Horn stieß Christdemokrat Hans Peter Höfel: „Ich habe noch viele Fragezeichen“, meinte Höfel und nannte etwa den Verkehr als Problempunkt.

Hintergrund: Bereits jetzt ist die Straße „Vor dem Voigtstor“, auf welche die Pallottistraße führt, eine der am meisten befahrenen Verkehrswege in Rheinbach. „Wir bekommen scheibchenweise immer mehr Verkehr“, sagte Höfel. Thünker-Jansen konterte, dass solche Fragen obligatorisch in Bebauungsplanverfahren Gegenstand von Prüfungen sind – „gegebenenfalls mit Gutachten“, so die Fachbereichsleiterin. „Ich war von der Vorlage befremdet“, erklärte Nils Lenke (Grüne). „Wieder mal geht es nur um exklusive Eigentumswohnungen. Einstimmig votierte das Gremium dafür, die Debatte über den neuen Bebauungsplan zu vertagen.

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