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10. LiedStrich-Wettbewerb: Nachwuchskünstler messen sich in Rheinbach

10. LiedStrich-Wettbewerb : Nachwuchskünstler messen sich in Rheinbach

Beim LiedStrich-Wettbewerb sind ganz unterschiedliche Künstler aufgetreten. Die Mischung aus Talentbühne, Musik und Talk fand inzwischen zum zehnten Mal statt.

Auftritte vor Publikum sind aufregend, aber man gewöhnt sich daran. So gelassen äußerten sich die Schülerinnen Maike Zimmermann und Lena Huckemann beim zehnten LiedStrich-Konzert in Rheinbach. Sie gehörten zu denen, die Moderatorin Anke Fuchs zum ersten Mal bei dieser Mischung aus Talentbühne, Musik und Talk begrüßte.

Lena Huckemann hatte in der Mensa des Städtischen Gymnasiums ein Heimspiel und machte den Anfang. Ihr Song „I'm sad“ erzählte von „unausgesprochenen Dingen“, wie sie erläuterte. Und das klang zart und sehnsüchtig zugleich. Dann begann der Wettbewerb mit dem Kölner Sänger Jens Eike Krüger.

Der frönte mit seiner Ukulele dem Minimalismus und begann hintergründig und ironisch mit einem Hang zum Absurden mit dem Song „Sei nicht traurig Batman“. Von dem wünschte er sich zum Schluss: „Hilfst du mir beim Ausfüllen vom Steuerformular?“ Einer Freundin verrät er „nur sein Abtropfgewicht“, denn früher sah er mal aus „wie ein Schlauch, doch man wird alt, und jetzt hab ich nen Bauch“.

Düstere Bassläufe vorprogrammiert

Eine ganz andere musikalische Richtung, hin zu rauchig-schwarzem Rap, schlug dann Aylin Celik ein. Die Düsseldorferin Sängerin und Poetry Slammerin hatte die instrumentale Begleitung auf ihrem Laptop vorbereitet, minimalistisch langsam-dunkle Bassläufe dominierten. So konnte sie sich ganz auf ihre Soul-Stimme konzentrieren.

Es ging um Empfindungen. Zwischen Naivität und Weltschmerz fragte sie in einem Song mit deutschem Text: „Willst du denn nicht wissen, wie's mir geht.“ Sie hatte drei Tage zuvor einen Liedermacher-Workshop geleitet, an dem nach Angaben von Gerd Engel vom Literaturverein „Rheinbach liest“ etwa 20 Talente zwischen zwölf und 40 Jahren teilgenommen hatten.

Nach der Pause eröffnete Maike Zimmermann mit einem sehr persönlichen Lied den zweiten Durchgang. Es beschreibt ihren Alltag, in dem die Liebe zu ihrem Freund den roten Faden bildet: „Dann bist da du und machst mir Mut.“

Romantik und Gesellschaftskritik

Den Wettbewerb schloss Viktoria Burkert aus Köln ab. In ihren Songs mischt sie Romantik und beißend ironische Gesellschaftskritik. In Alltagssituationen enthüllt sie Abgründe der Leistungsgesellschaft mit zuckrigem Zynismus. Etwa wenn eine Mutter ihren kleinen Sohn an der Wursttheke zur Härte erzieht.

Oder beim Betriebsfest mit Nudelsalat. „Warum bin ich nicht froh, heute war Party im Büro“, fragt sich Jochen. Er feiert seinen 40sten, und als Trost für innere Tristesse denkt er: „Sei froh, dass du eine Stelle hast, denn in der heutigen Zeit heißt das Sicherheit.“ Und wer die erreicht hat, macht einen „unbefristeten Nudelsalat“.

Das überzeugte das Publikum, das Viktoria Burkert zur Siegerin des Abends wählte.