Stadtplanung in Rheinbach: Möbellager soll in Netto-Markt ziehen

Stadtplanung in Rheinbach : Möbellager soll in Netto-Markt ziehen

Rheinbacher Sozialzentrum muss Wohnbebauung auf dem Majolika-Areals weichen. Für die Tafel, die Fahrradwerkstatt, die Kleiderstube der Caritas und das Lager von Abenteuer-Pur soll ein Neubau entstehen.

Die Überraschung war den Aktiven des Georgrings ins Gesicht geschrieben: Während der Fragestunde des Rheinbacher Rates erfuhren sie – gleichsam als Zuhörer – davon, dass das Sozialzentrum auf dem Gelände der früheren Majolika-Fabrik einerseits deutlich schrumpfen soll und ferner in einem möglichen Neubau kein Platz für das Möbellager des Georgrings sein soll.

Dass das Möbellager nicht Teil des neuen Sozialzentrums sein soll, traf Martin Fröhlich und Werner Gerhards vom Georgsring, die zusammen mit weiteren Vertretern des Vereins die Fragestunde des Rates verfolgten, völlig unvorbereitet. Doch nun zeichnet sich eine Lösung ab, wie die für viele sozial Schwache wichtige Einrichtung erhalten bleiben kann. Momentan laufen Verhandlungen, damit das Möbellager in den früheren Netto-Markt an der Bachstraße im Rheinbacher Zentrum einziehen kann, wie Martin Fröhlich, Vorsitzender des Vereins Georgsring, im Ausschuss für Generationen, Integration und Soziales berichtete. „Wir haben nach Gesprächen mit dem Bürgermeister zumindest einen Funken Hoffnung, dass das klappen könnte“, sagte Fröhlich.

Der Hintergrund: Anfang Juli 2012 hatte der Discounter in bester Innenstadtlage geschlossen. Einen Teil des Gebäudes – rund 100 Quadratmeter – hatte die Stadt Rheinbach 2016 angemietet, um dort ein Lager des Flüchtlingshelferkreises unterzubringen. Rund 800 Quadratmeter könnte der Georgring an der Bachstraße nutzen. Zum Vergleich: Aktuell teilen sich Möbellager und die Fahrradwerkstatt des Georgrings, die Rheinbach-Meckenheimer Tafel, die Kleiderstube der Pfarrcaritas und das Lager von Abenteuer-Pur das rund 1050 Quadratmeter große Sozialzentrum an der Keramikerstraße.

Das muss allerdings weichen, wenn die Bagger anrücken, um ein großflächiges Wohnprojekt auf dem früheren Fabrikgelände zu realisieren. Auf dem Areal der stillgelegten Tonwarenfabrik Jean Fuss & Sohn in bester Zentrumslage entsteht ein Wohngebiet mit 240 Wohneinheiten für rund 500 Menschen (der GA berichtete). Frühestens 2022 sollen nach Angaben des Investors die ersten Bewohner einziehen können. Wann das Sozialzentrum dicht macht, sei aber noch nicht bekannt, erklärte Fröhlich. „Der Investor Casa Ceramica verfolgt nicht das Ziel, uns kaputt zu machen“, stellte Fröhlich fest.

Er habe „nicht das Gefühl, dass wir schon 2019 rausfliegen“. Die Zeitspanne eines Umzugs – Abbau, Umbau und Eröffnung am neuen Standort mit allen Möbeln – schätzte der Georgring-Chef auf zwei bis drei Monate. Margit Thünker-Jansen, Fachgebietsleiterin Stadtentwicklung, berichtete, dass es noch keinen konkreten Termin für die Abrissarbeiten auf dem früheren Majolika-Gelände gibt. „Der Abbruchantrag ist gestellt und genehmigt, und das Bebauungsplanverfahren läuft“, so Thünker-Jansen.

Für die Tafel, die Fahrradwerkstatt, die Kleiderstube der Caritas und das Lager von Abenteuer-Pur soll ein Neubau entstehen, in dem auch Platz für den Hospizverein sein soll. Die Investoren des Projekts auf dem Majolika-Areal hatten sich bereiterklärt, den Ersatzbau für die sozialen Einrichtungen zu errichten – nach derzeitigem Stand auf einem Grundstück zwischen Keramikerstraße und Bahnlinie. Die Nutzfläche soll 350 Quadratmeter betragen. Fröhlich freute sich, dass das neue Möbellager in Zentrumsnähe liegen soll. „80 Prozent unserer Klienten kommen zu Fuß oder mit dem Bus.“

Geöffnet für Annahme und Abgabe sind Möbellager, Fahrradwerkstatt und Fahrradlager an der Keramikerstraße immer freitags von 14 bis 18 Uhr. Informationen gibt es unter 0 22 26/16 84 48 (AB) und per E-Mail an moebel@georgsring.de.

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