Senioren in Rheinbach: Mobilität und Barrierefreiheit im Rheinbacher Seniorenforum

Senioren in Rheinbach : Mobilität und Barrierefreiheit im Rheinbacher Seniorenforum

Rheinbacher Seniorenforum übergibt Umfrageergebnisse zu „Sichere Bürgersteige“ an Bürgermeister Stefan Raetz. Kleinformatiges Granitsteinpflaster ist ungeeignet für Rollstühle und Rollatoren.

Sieht optisch schön aus, ist aber für Gehbehinderte mit Rollatoren und Rollstuhlfahrer im Alltag untauglich: das kleinformatige raue Granitsteinpflaster an Straßeneinmündungen im Neubaugebiet am Blümlingspfad und im Hochschulviertel. „Rollstühle sind sehr schwer zu schieben. Rollstuhlfahrer klagen über Schmerzen auf diesem Pflaster“, hat das Rheinbacher Seniorenforum in seiner Umfrage im Rahmen der Aktion „Sichere Bürgersteige“ festgestellt.

Diese Stellen bekommen in einem Ampelsystem ein eindeutiges Rot. Rot für besonders gefährlich eingeordnet werden auch die abfallenden und zur Straße hin hochstehenden Platten, sodass man mit Rollatoren nach vorne kippt (Münstereifeler Straße/ Ecke Turmstraße und Ecke Rodderfeld), und nicht zuletzt fehlende Absenkungen an Bürgersteigen (zum Beispiel Ecke Berliner/Händelstraße). Die Gräbbach-Holzbrücke befinde sich gar in sehr verkehrsunsicherem Zustand, ebenso der Abgang zum Einkaufsmarkt Koblenzer Straße gegenüber der Einmündung Rotdorn. Dies sind nur einige der Gefahrenstellen auf Gehwegen, die das Seniorenforum auf mehr als 40 Seiten zusammengestellt und Bürgermeister Stefan Raetz übergeben hat.

Von Juli 2016 bis zum April 2018 hatte das Seniorenforum in einer Umfrageaktion mehr als 50 Schäden wie die genannten und darüber hinaus schlecht verlegte, hochstehende und beschädigte Gehwegplatten aufgelistet, die für Fußgänger, Eltern mit Kinderwagen oder Radfahrer zur Gefahr werden können. „Das Thema Mobilität und Barrierefreiheit im öffentlichen Raum ist und bleibt aktuell“, so der Vorsitzende des Seniorenforums, Henning Horn. Schließlich seien von den aktuell 17 000 Einwohnern der Kernstadt bereits heute 4600 über 60 Jahre und davon rund 1000 über 80 Jahre. Er räumte ein, dass die Resonanz zu der Karten-Umfrage „nicht so berauschend“ gewesen sei.

Von den 3000 verschickten Karten, die portofrei zurückgesandt werden konnten, gab es nur 55 Rückmeldungen. Aus diesen wurde die „rein subjektive“ Priorisierung des Ampelsystems zusammengestellt. Raetz dankte mit Fachbereichsleiterin Susanne Pauk und dem Sachgebietsleiter Tiefbau und Infrastruktur, Torsten Bölinger, den Mitgliedern des Seniorenbüros für „die Fleißarbeit“.

„Das ist eine durchdachte Aktion, so stelle ich mir ehrenamtliches Engagement vor. Wir verstehen die Zusammenstellung als Handlungsauftrag. Wir müssen schauen, wie wir das zeitlich und personell anpacken“, so Raetz. Auch Pauk lobte die „sehr konstruktive Zusammenarbeit“. Bölinger versicherte, dass die Gefahrenstellen kurzfristig beseitigt würden. Die fehlende Durchgängigkeit der Münstereifeler Straße sei aber ein größeres Förderprojekt, das insgesamt angegangen werden müsse. Die Gräbbach-Brücke werde in Angriff genommen und dann auch für Radfahrer ausgelegt. Der Abgang zum Einkaufsmarkt sei aber auf Privatgrund. Die Stadt werde aber auf die Verkehrssicherungspflicht hinweisen, so Raetz.