Stadttheater in Rheinbach: Lieder und Mundart-Geschichten in Rheinbach

Stadttheater in Rheinbach : Lieder und Mundart-Geschichten in Rheinbach

Vorweihnachtliche Mundart in gefühlvollen Texten und Liedern präsentierte die Brüder Günter und Georg Grohs im Rheinbacher Stadttheater. Der Erlös soll Kindergärten und sozialen Projekten zugutekommen.

Mit einem gefühlvollen Mundart-Programm haben die Brüder Günter und Georg Grohs an zwei Abenden das voll besetzte Stadttheater in vorweihnachtliche Stimmung versetzt. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Adi Becker, dem Dirigenten der Bundeswehr-Big-Band, lieferten Instrumentalisten und der Projektchor unter Jenny Hambach Lieder und Sketche fürs Herz. Die schlugen besonders hoch, als der Kinderchor der Musikschule Voreifel, betreut von Dorothea Finke, Lieder von Paveier (Hinger de Stäne) und Gloria in Excelsis in der Version der Kölschen Mundartband Höhner vortrug.

Der Erlös war für Kindergärten und soziale Projekte gedacht. Nach einem Piano-Intro führte Jenny Hambach als Sängerin nach „Bethlehem im Lande Judäa“. Dann übernahmen die Brüder Grohs, Günter im schwarzen Festanzug und Georg im karierten Kontrast-Tuch.

Sie sangen von einem Geisterschiff, das Weihnachten im Hafen von Köln auftaucht („Et fährt e Scheff op dem Ring“) oder dem Plastikstern, der den früher aus Stroh und Papier selbst gebastelten Weihnachtsschmuck abgelöst hat. Georg Grohs erzählte eine Weihnachtsepisode, die vom bekanntesten „Kinderpsychologen“ der Geschichte handelt, dem Nikolaus. Der bringt nämlich dem kleinen Flori, der schlampig seine Spiel- und Schulsachen überall vergisst, mit Hilfe von Mandellevkoche Ordnung bei.

Musikalisch ging es weiter mit Interpretin Tilly Finocchiaro, die „Schabäuche“ von den Höhnern und „Winter im Dörp“ von Hans Knipp mit Chorbegleitung sang. Jenny Hambach besang „Die Türme vom Dom“ und „Bethlehem ist überall“.

Emotionaler Höhepunkt war das Lied über „Ming Familich“. Dafür hatte Günter Grohs nach dem Song „River“ von Joni Mitchell einen Mundarttext verfasst, der von der Sehnsucht nach heiler Familienwelt erzählt. Adi Becker erinnerte sich, wie er zunächst mit dem Stück nichts anfangen konnte und dann  beim Schreiben des Arrangements Tränen vergossen habe.

In seinem Grußwort ging Rheinbachs Vizebürgermeister Claus Wehage der Frage nach, was die kölsche Weihnacht von der schwäbischen oder thüringschen unterscheide. Es ist die „freche Mischung von der altbekannten Geschichte aus der Bibel und dem  kölschen Augenzwinkern“, glaubt er. „Die Mischung aus Bethlehem und Bütt“, mache es. In Köln überwiege der fröhliche Ton. Und so habe sich in den regionalen Chreesdachsleedern ein eigener Klang entwickelt: „Sidd hösch, leev lück, sidd still.“