Neues Gewerbegebiet in Rheinbach: Lastwagenfahrer missbrauchen Wolbersacker als Rastplatz

Neues Gewerbegebiet in Rheinbach : Lastwagenfahrer missbrauchen Wolbersacker als Rastplatz

In dem Rheinbacher Gewerbegebiet, das derzeit erschlossen wird, parken bis zu 30 Lkw. Abfall und Essensreste verschmutzen den Straßenrand. Die SPD möchte daher eine Anordnung von Parkverboten. Außerdem soll der Bürgermeister aktiv werden.

Aus einigen wenigen Erschließungsstraßen und dem bereits fertiggestellten Distributionszentrum des Logistikriesen DHL besteht derzeit das Rheinbacher Gewerbegebiet Wolbersacker (der GA berichtete). Bei Lastwagenfahrern ist das neue Areal allerdings bereits sehr bekannt. Wie SPD-Ratsherr Georg Wilmers kritisiert, werden die Erschließungsstraßen zwischen den Kreiseln am Haltepunkt Römerkanal und dem Kreisel an der B 266 zunehmend bereits als Übernachtungsparkplatz genutzt. „Letzte Woche parkten an einem Abend über 30 Lastwagen verschiedenster Nationen auf der Erschließungsstraße“, berichtet Wilmers, der das Gewerbegebiet mit dem Rad durchfahren hat.

Die Nutzung als Übernachtungsparkplatz bedeutet, dass Abfall auf oder neben der Straße abgelegt und das angrenzende Getreidefeld zur Verrichtung der Notdurft genutzt wird, da es vor Ort noch weder Mülleimer noch Toiletten gibt. Es sei sogar zu beobachten, dass die Rastenden auch Essensreste am Wolbersacker hinterlassen wurden, was die Gefahr hervorrufe, dass sich Ratten und anderes Ungeziefer darum kümmern und dort breit machen. Die SPD Rheinbach könne zwar gut verstehen, dass das Gewerbegebiet in unmittelbarer Nähe zur Autobahnabfahrt Rheinbach von Lastwagenfahrern, die Probleme haben, auf einem regulären Rastplatz einen Platz zum Übernachten in ihrem Arbeitsgerät zu finden, nun gerne zum Übernachten genutzt wird. „Diese Möglichkeit scheint sich auch sehr schnell unter den Fernfahrern herumgesprochen zu haben, anders ist die hohe Zahl an Lkw, die abends dort parken, kaum zu erklären“, findet Wilmers.

Autohof wurde vor Jahren abgelehnt

Die Sozialdemokraten halten allerdings die Nutzung des Gewerbegebiets Wolbersacker als Übernachtungsplatz für Lkw für unerwünscht und einen Missbrauch der Flächen. Die Brummifahrer schafften Tatsachen, die der Rat eigentlich haben verhindern wollen: „Wir haben vor Jahren in der Stadt Rheinbach und ihren Gremien intensiv darüber diskutiert, ob wir an dieser Stelle einen Autohof zulassen wollen, und uns dagegen entschieden“, sagte SPD-Vorsitzender Dietmar Danz.

„Diese Willensbildung würde ins Gegenteil verkehrt, wenn jetzt 'ein Lkw-Rastplatz' ohne Infrastruktur geduldet und die davon ausgehenden Nachteile und Gefahren in Kauf genommen werden“, findet der Rheinbacher SPD-Chef. Seine Fraktion habe den Bürgermeister gebeten, eine Nutzung des Wolbersackers als Rastplatz zu unterbinden, etwa durch Anordnung und Durchsetzung von Parkverboten, erklärten Danz und Wilmers unisono.

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