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Kunstforums '99 in der Rheinbach: vielleicht die letzte Ausstellung

Vielleicht die letzte Ausstellung : Rheinbacher Kunstforum ’99 steht vor dem Aus

Möglicherweise steht das Rheinbacher Künstlerforum ‚99 vor dem Aus. Die Ausstellung in der Hochschule an diesem Wochenende könnte daher die letzte sein.

Ein filigranes Gebilde aus hellen Fäden hängt von der Decke. Abstrakte Farbarbeiten regen zum Nachdenken an und ein Bild mit verschwimmenden Gestalten lässt Raum zur Interpretation. Zum Abschluss seines Jubiläumsjahres stellt das Kunstforum ’99 in der Hochschule Rhein-Sieg aus. Passend zum runden Geburtstag lautet der Titel „Alles Gute“.

Es ist eine Ausstellung, für die 82 Bilder, Drucke und Skulpturen eingereicht wurden und eine Jury davon 32 Werke von 17 Kunstschaffenden ausgewählt hat. Ein Thema gab es nicht, die Arbeiten mussten aber in den ersten neun Monaten dieses Jahres entstanden sein. So gibt die Ausstellung einen kleinen  Einblick in die Vielfältigkeit des Kunstforums, das seit 20 Jahren in Rheinbach aktiv ist. „Möglicherweise ist es aber auch die letzte Schau des Vereins“, sagte die Vorsitzende Eva Vahjen im Gespräch dem GA.

Keinen eigenen Ausstellungsraum

„Wir sind ein Kunstverein, aber wir haben keinen eigenen Ausstellungsraum“, fasst Vahjen das Problem zusammen. Das sei wie ein Fußballverein ohne Platz. Dabei stand schon bei der Vereinsgründung vor 20 Jahren die Idee einer eigenen Galerie mit einem Begegnungszentrum für Künstler auf der Agenda. „Jeder Vorstand hat sich seitdem an dem Thema abgearbeitet“, so Vahjen. Ein Ergebnis gab es nie. Vor zwei Jahren stand ein Gebäude des Pallotti in Aussicht. Doch die Pläne zerschlugen sich, weil das Pallotti-Areal als Ganzes neu verplant werden soll.

„Das ist jetzt ausgereizt“, beschreibt Günter Wankerl die Situation. „Im Grunde tritt man auf der Stelle.“ So findet sich vor allem niemand, der die Vorstandsarbeit übernehmen will. Vahjen, seit zwei Jahren im Amt, will Anfang 2020 nicht wieder antreten. Auch Schriftführer Stefan Lage signalisiert Ähnliches. Die ständige Suche nach Räumen und der Aufwand, dort eine Ausstellung angemessen präsentieren zu können, braucht viel Zeit, Kraft und Organisation.

Gespräch mit der Stadt soll Klärung bringen

In die Hochschule muss sogar eine eigene Leiter mitgebracht werden, um Objekte hoch aufhängen zu können. Dazu kommen Kosten, wenn etwa der Glaspavillon gemietet wird. Ohne Unterstützer geht es nicht, zumal der Verein nur Mitgliedsbeiträge  auf der Einnahmenseite verbuchen kann.

Ein Silberstreif am Horizont könnte ein Gespräch mit der Stadt sein, das für die nächste Woche geplant ist. Findet sich keine praktikable Lösung, sei es möglich, dass bei der Wahl der Vorstand nicht besetzt werden kann. „Und dann stehen wir vor der Auflösung“, fürchtet Wankerl.

Vahjen selbst hat für die Ausstellung aus Aluminiumgewebe Malereien geschaffen, die in den Raum hinein gehen. Urlaubserinnerungen von Margarete Esser zeigen afrikanische Tiere, Elisabeth Wankerl gestaltete aus Stoff und Faden ein kleines Tagebuch und eine silberne „Maria von Beethoven“, die Maria Hornung in Alufolie kratzte, hängt neben dem Ölgemälde von Gabriele Krawietz, das ein Dorf zeigt.

Die Ausstellung „Alles Gute“ im Gebäude A der Hochschule Rhein-Sieg in Rheinbach ist diesen Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Zum Abschluss wird der Publikumspreis verliehen.