„Leben mit Autismus“: Kultband kommt für guten Zweck nach Rheinbach

„Leben mit Autismus“ : Kultband kommt für guten Zweck nach Rheinbach

Zehn Jahre gibt es den Verein „Leben mit Autismus“. Der Verein betreut zurzeit rund 75 Kinder und Jugendliche. Die Band Alphaville gibt deshalb am 25. Mai ein Benefizkonzert in Rheinbach.

„Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Egal, wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast.“ So lautet das Motto, das der Verein „Leben mit Autismus“ seinem „Tag der Begegnung zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen“ am 25. Mai von 10 bis 17 Uhr rund um die Rheinbacher Stadthalle voranstellt.

„Unsere Veranstaltung wird noch größer. Wir beziehen nicht nur die Stadthalle selbst, sondern den gesamten Bereich um sie herum mit ein: den Glaspavillon, das Schülerwohnheim Haus Rheinbach und die neue Mensa der Gesamtschule“, kündigt Peter Schumacher, Vorsitzender des Vereins Leben mit Autismus, an. Verschiedene Organisationen werden vertreten sein, wie er ankündigt, darunter die Caritas-Werkstatt Sinzig mit dem Verkauf von Kräutern und die Lebensgemeinschaft Eichhof aus dem Bröltal mit dem Verkauf von Produkten aus ihrer Behindertenarbeit.

Im Glaspavillon werden autistische Menschen aus ganz Deutschland mit ihren Kunstobjekten eine Ausstellung gestalten und das Wohnheim richtet ein Café ein. Eine „Blaulicht-Meile“ mit Polizei, Feuerwehr, Maltesern und einem Rettungshund wird viele interessante Einblicke ermöglichen. „Besonders freuen wir uns, dass auch der Verein Pro Handicap aus Düsseldorf mit seinem aktuellen Rennwagen und einem Rennteam kommen wird“, sagte Schumacher. Alle Veranstaltungsorte sind barrierefrei erreichbar.

Eröffnet wird der Tag der Begegnung um 10 Uhr vom Schulorchester der Johannesschule Bonn. Über den Tag verteilt wird es Informationen und Vorträge geben, zum Beispiel „Zwischen Behinderung und Hochbegabung“ mit Professor Kai Vogeley, Psychiater und Leiter der Autismus-Sprechstunde für Erwachsene in Köln.

Autisten geben Einblicke in ihr Leben

Autisten werden Einblicke in ihr Leben geben, wie der Autor Peter Schmidt, promovierter Geophysiker und IT-Experte, der erst mit 41 Jahren entdeckte, dass er ein Autist mit ausgeprägtem Asperger-Syndrom ist. Am Abend ab 20 Uhr folgt dann das Benefizkonzert der Kultband Alphaville in der Stadthalle im Rahmen ihrer „Forever Young Tour 2019“. Wie berichtet, ist Alphaville-Mitgründer und Sänger Marian Gold selbst Vater eines autistischen Sohnes, der vom Verein betreut wird.

Dessen Mutter Judith Braun ist Mitbegründerin des Vereins. Der inzwischen 17-jährige Sohn teilt mit seinem Vater die Leidenschaft für Musik. Er spielt in der Band Courage des Vereins, in dem unter der Leitung von Udo Seehausen Autisten und Nicht-Autisten gemeinsam musizieren. Courage und Alphaville werden gemeinsam den Hit „Big in Japan“ spielen.

Anlass für den Tag der Begegnung und das Benefizkonzert ist der zehnte Geburtstag des Vereins „Leben mit Autismus“, der von betroffenen Eltern ins Leben gerufen wurde. Die Autismus-Syndrom-Störung ist eine angeborene lebenslange Entwicklungsstörung mit verschiedenen Beeinträchtigungen, häufig begleitet von zwanghaftem Handeln und sensorischen Empfindlichkeiten. Oft kommen weitere Entwicklungsstörungen erschwerend hinzu.

Der Hilfeverein mit Sitz in Swisttal bietet vor allem entlastende Maßnahmen für Familien, wie Gruppen-, Übertag-, Einzel- und Ferienbetreuungen. Denn gerade der Freizeitbereich sei von besonderer Bedeutung, um die Familien zu entlasten, so Schumacher. Zum Angebot gehören Kochkurse, Bogenschießen, Reiten, Computer oder Fotografieren. Zurzeit werden rund 75 Kinder und Jugendliche betreut, die Nachfrage ist aber viel größer. Mehr als 60 Autisten sind in den Einrichtungen des Vereins in Bonn, Swisttal und Bad Neuenahr-Ahrweiler in Therapie.

Karten für das Benefizkonzert gibt es zum Preis von 39 Euro in den Filialen der Raiffeisenbank Voreifel in Rheinbach, Meckenheim, Ringen und bei Bonnticket.

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