Bildung im Linksrheinischen: Kooperation über Kommunalgrenzen hinweg

Bildung im Linksrheinischen : Kooperation über Kommunalgrenzen hinweg

Die Georg-von-Boeselager-Sekundarschule Heimerzheim und das Städtische Gymnasium Rheinbach wollen den Schulwechsel erleichtern.

Premierenfieber ist es zwar nicht, das im Direktorinnenzimmer von Angelika Polifka grassiert, dafür aber ein gerüttelt Maß an Vorfreude auf eine Unterschrift. Ihre Signatur setzt die Leiterin der Georg-von-Boeselager-Sekundarschule in Heimerzheim unter einen Kooperationsvertrag, welchen sie zusammen mit Stefan Schwarzer, Rektor des Städtischen Gymnasiums in Rheinbach, schließt. Besiegelt ist nunmehr der feste Wille beider Schulen – gleichsam über Kommunalgrenzen hinweg – zusammenzuarbeiten.

„Für uns ist es bereits die fünfte Kooperation“, sagt Polifka mit hörbarem Stolz in der Stimme. Die Heimerzheimer Schule arbeitet mit dem Berufskolleg des Kreises in Bonn-Duisdorf, der Gesamtschule in Weilerswist, dem Gymnasium Sankt Joseph in Rheinbach und dem Emil-Fischer-Gymnasium in Euskirchen eng zusammen – etwa, was den Wechsel von Schülern von einer Schule auf die nächste angeht, aber auch beim Austausch pädagogisch wertvoller Ideen.

„Die Schulen reißen sich um Schüler, die die Oberstufe besuchen“, berichtet die Sekundarschulleiterin und betont, dass der Wechsel von einer Schule zu nächsten keine Einbahnstraße darstelle. Denn: „Es gibt vergleichsweise viele Kinder, die nach der Erprobungsstufe am Gymnasium dann uns kommen“, weiß Polifka. „Manche Kinder müssen dann erst mal 'aufgebaut' werden, aber das bekommen wir auch ganz gut hin.“

Wenn dann etwa nach der 10. Klasse der Realschulabschluss geschafft ist, entschieden sich viele Heimerzheimer Absolventen dafür, die gymnasiale Oberstufe zu besuchen, falls diese Qualifikation erreicht worden ist. „Unser Interesse ist es, in einer größeren Oberstufe ein großes Wahlangebot zu machen“, berichtet Stefan Schwarzer. Darum sind die Realschulabsolventen für weiterführende Schulen derart attraktiv.

„Schulen sind keine Inseln – wie früher“, meint er. Schließlich befände sich Rheinbach wie Swisttal inmitten einer Bildungsregion, die mit vielen guten Angeboten gesegnet sei. „Wir haben den Eindruck, die Georg-von-Boeselager-Sekundarschule ist ein echter Gewinn für uns“, bekundet der Gymnasialrektor. „Das passt gut zusammen“ Anders als die Heimerzheimer Schule befände sich sein Gymnasium erst am Anfang einer Reihe möglicher Kooperationen. Vorbildlich laufe die Zusammenarbeit etwa bereits mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Zukünftig seien ähnliche Vereinbarungen mit diversen Unternehmen der Region geplant, um voneinander profitieren zu können.

Hospitanzen und gegenseitige Besuche von Fachkonferenzen der jeweiligen Schule sind ebenso Teil der unterzeichneten Vereinbarung. Nicht zuletzt, so unterstrich Polifka, diene die Zusammenarbeit über Kommunalgrenzen hinweg dem langfristigen Erhalt der Sekundarschule: „Wir wollen den Standort sichern – als einzige weiterführende Schule in Swisttal“, bekannte die Sekundarschulrektorin.

Aber: Die Signaturen der beiden Schulleiter setzen keine Automatismen in Gang, wie Schwarzer betonte. Das bedeutet: Wer von einer Schule zur anderen wechseln möchte, hat nicht automatisch einen Schulplatz inne. „Wir behalten uns vor, sehr sorgfältig zu prüfen“, so Schwarzer.

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