Pallottiner aus Rheinbach: Johannes Regel, Peter Hartmann und Werner Dohn feiern Jubiläum

Pallottiner aus Rheinbach : Johannes Regel, Peter Hartmann und Werner Dohn feiern Jubiläum

Eigentlich ist das Trio im Ruhestand - eigentlich. Denn so ganz damit aufhören, gute Werke zu verrichten, können die drei Pallottiner-Pater Johannes Regel, Peter Hartmann und Werner Dohn dann doch nicht.

Das ungewöhnliche Dreifachjubiläum mit zusammen 175 Dienstjahren feierten die Pallottiner am Sonntag zusammen mit vielen Gläubigen, Gästen und Wegbegleitern mit einem festlichen Gottesdienst in der Rheinbacher Pallotti-Kirche.

Da alle drei Priester bereits Lehrer am Rheinbacher Vinzenz-Pallotti-Kolleg waren, sind die Jubilare bekannt und beliebt in der Glasstadt. Vor 65 Jahren, exakt am 17. Juli 1949, empfing Pater Johannes Regel das Sakrament der Priesterweihe in Vallendar. Anschließend studierte er an der Bonner Universität Latein und Deutsch.

Noch während des Krieges hatte er in Fulda ein Studium der Theologie und der Philosophie aufgenommen. Nach seiner Referendarzeit am Bad Godesberger Aloisius-Kolleg und am Hansaringgymnasium begann er 1961 damit, in Rheinbach zu unterrichten - damals noch am Hermann-Josef-Kolleg. "Unterrichten war seine Freude. Er hat die Kinder nicht nur gefordert, sondern auch gefördert", berichtete Horst Liedtke, Rektor der Rheinbacher Pallottinergemeinschaft, im Gespräch mit dem GA.

Beispielhaft für Regels Engagement ist, dass er 1966 die Schülerbücherei übernahm, der er bis heute als Ratgeber im Hintergrund treu geblieben ist. Ebenso gründete er den Wanderklub der Schule und übernahm das neu eingerichtete "Silentium", die Nachmittagsbetreuung der Pennäler.

Doch nicht nur als Lehrer, sondern auch als Priester hinterließ Johannes Regel erkennbare Spuren im geistlichen Leben von Rheinbach und Umgebung: Viele Jahre betreute er einige Gemeinden. Bis heute ist er den Besuchern der Pallotti-Kirche als Zelebrant bekannt. Zwar ist er 1988 offiziell pensioniert worden, dennoch blieb er noch "einige Jahre im Geschäft", berichtete Liedtke. "Inzwischen ist er auf dem geraden Weg, 91 Jahre alt zu werden - und dies bei relativ guter Gesundheit", so der Pallottinerrektor.

Auf 60 Jahre als Priester kann der 1925 geborene Pater Peter Hartmann zurückblicken. 1969 kam Hartmann, der wie Regel in Schlesien das Licht der Welt erblickte, ans Rheinbacher Pallotti-Kolleg. Zuvor hatte er in Mainz Griechisch und Latein studiert. Bis 1989 lehrte er am Kolleg an der Pallottistraße.

Dann ist der Mann pensioniert worden, der "so beliebt war und ist, der hochinteressiert ist in Kunst und Literatur, der humorvoll ist und im Letzten unverwechselbar", findet Horst Liedtke. Hartmann trage es "mit Mut und einem guten Maß an Frohsinn und Humor", so der Pallottinerrektor, dass er 1992 an einer Krankheit erkrankte, die bis heute sein Leben erschwert und beeinträchtigt. "Das ist das, was wir an ihm bewundern."

Einer, der die Rheinbacher Ordensgemeinschaft der Pallottiner besonders geprägt hat, ist Pater Werner Dohn. Er, der 1938 in der Pfalz geboren wurde, gilt aber als Ur-Rheinbacher, da er im Alter von zwölf Jahren nach Rheinbach kam, um im Internat des Hermann-Josef-Kollegs zu leben und zu lernen.

1958 machte er am Städtischen Gymnasium im heutigen "Pallotti-Carré" sein Abitur. 1964, vor genau 50 Jahren, nahm er die Priesterweihe in Empfang. Nach seinem Studium der Mathematik und Physik kehrte er 1974 als Lehrer in die Glasstadt zurück - ins Vinzenz-Pallotti-Kolleg. Zehn Jahre war er Konrektor, ehe er 1993 Pater Erhard als Schulleiter ablöste. "Dann kam auch für ihn die Pensionierung, was aber nicht Ruhestand für ihn hieß", berichtete Liedtke.

2002 wurde er Vizerektor der Rheinbacher Pallottiner, drei Jahre später Rektor und blieb es neun Jahre bis zum 29. Juni dieses Jahres (der GA berichtete). Doch damit nicht genug: In einigen Pfarreien der Umgebung war er "Pfarrer-Ersatz" und ein geschätzter Charakter wegen seiner laut Liedtke "Schlichtheit und Offenheit".

Von 2008 bis 2012 war Dohn zudem Subsidiar in Sankt Martin Rheinbach und - wenn auch lediglich für ein halbes Jahr - Pfarrer in Sankt Martin sowie Moderator des gesamten Pfarrverbandes. "Uns Pallottinern ist er lieb geworden durch seine gerade Art des Umgangs, was auch manchmal heißt, dass er sagt, was er nicht für richtig hält", so Liedtke.