Verträge unterzeichnet: Hersteller Sarstedt und Gesamtschule sind Lernpartner

Verträge unterzeichnet : Hersteller Sarstedt und Gesamtschule sind Lernpartner

Der Rheinbacher Medizingeräte-Hersteller bietet Ausbildungen in drei technischen Berufen an. Sarstedt vertreibt seine Produkte in 33 Ländern, bietet weltweit 70 Ausbildungsstellen an und hat 2800 Mitarbeiter an 14 Standorten unter anderem in den USA, Brasilien, Frankreich und Australien.

Nach dem Abitur beginnen viele Schüler ein Studium. 50 Prozent von ihnen brechen das Studium jedoch ohne Abschluss ab und suchen eine Ausbildung. „Volkswirtschaftlichen Nonsens“ nannte das Dario Thomas von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg. Um solche Zeitverluste zu vermeiden, geht die Gesamtschule Rheinbach jetzt ihre erste Kurs-Lernpartnerschaft mit der Firma Sarstedt ein.

Sarstedt bietet Ausbildungen zum Mechatroniker, Verfahrens- und Werkzeugmechaniker für junge Frauen und Männer an. Oliver Trampenau von der Werksleitung Rheinbach stellte bei der feierlichen Besiegelung der Partnerschaft seine Firma vor, die 130 Mitarbeiter beschäftigt und sechs Ausbildungsplätze anbietet. Die „Garagengründung“ von 1961 entwickelt, produziert und vertreibt Geräte und Material für Medizin und Wissenschaft. Bürgermeister Stefan Raetz sagte, er achte beim Arzt oft darauf, ob Reagenzgläser und Spritzen aus Rheinbach kommen.

Sarstedt vertreibt seine Produkte in 33 Ländern, bietet weltweit 70 Ausbildungsstellen an und hat 2800 Mitarbeiter an 14 Standorten unter anderem in den USA, Brasilien, Frankreich und Australien. Der Erste Beigeordnete Raffael Knauber wies darauf hin, dass sich Firmen wegen des Fachkräftemangels nicht uneigennützig präsentierten. In Rheinbach achte man traditionell stark auf Kompetenzen in den Mint-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Schulleiterin Elke Dietrich-Rein sagte, Lernpartnerschaften dienten dem praxisnahen Wissenstransfer und der Berufswahl. Vier Schüler führten Interviews mit den Gästen. Dabei sagte Personalsachbearbeiterin Lara Schlimbach, man wolle Angst und Hemmungen bei Schülern abbauen und biete dazu Praktika an.

Die Mint-Koordinatorin für den Rhein-Sieg-Kreis, Andrea Jäger, bezifferte die Anzahl der Lernpartnerschaften im Regierungsbezirk Köln auf 400 und im Kreis auf 100. Schuldirektorin Maria Dorn und Lehrerin Andrea Rech wiesen auf Hilfen beim Abfassen von Bewerbungsschreiben hin. Schüler sagen in der Feierstunde: „Du kannst alles erreichen, geh deinen Weg und beweise es“.

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