Bezirksbeamter in Merzbach: Hauptkommissar geht in Pension

Bezirksbeamter in Merzbach : Hauptkommissar geht in Pension

Nach 45 Dienstjahren geht Hauptkommissar Dieter Baer in den Ruhestand. Sechs Jahre Bezirksbeamter in Merzbach. Die Grundschule sucht neue Schülerlotsen für das nächste Schuljahr.

Wenn Hauptkommissar Dieter Baer zum 31. August nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet wird, wird er nicht nur in seinem Merzbacher Revier vermisst. Auf der Rheinbacher Wache stationiert war er in den vergangenen sechs Jahren als Bezirkspolizist und Bürgerkontaktbeamter in den Rheinbacher Höhenorten Ansprechpartner für Jung und Alt.

In Merzbach wurden seine Verdienste jetzt nicht nur vom stellvertretenden Bürgermeister Karl Heinz Kerstholt hervorgehoben. Auch Grundschülern und der Gruppe von Müttern, die im Wechsel allmorgendlich den Ampeldienst leisten, um den Nachwuchs sicher über die Ampel an der in der Hauptverkehrszeit viel frequentierten Durchgangsstraße zu geleiten, bot sich die Gelegenheit, sich von ihrem langjährigen Begleiter zu verabschieden und ihm für seinen Einsatz zu danken.

„Die Bürger und auch die Jugendlichen waren froh, ihn hier zu haben“, betonte Kerstholt und beschrieb das Tätigkeitsfeld von Dieter Baer als Arbeit eines klassischen Schutzmanns vor Ort: Der Bürgerkontakt, die Schulwegsicherung und die Ausbildung von Schülerlotsen sowie die Ausführung von Haftbefehlen und das Bestreifen von Wohngebieten. „Und wenn es hier mal mit dem einen oder anderen Jugendlichen gehakt hat, dann suchte er das Gespräch mit den Eltern und konnte so oft größeren Ärger verhindern“, erkläuterte Kerstholt.

Nachhaltige Worte statt Knöllchenvergabe

Sowieso hätten seine nachhaltigen Worte häufiger zum Erfolg geführt als die Vergabe eines Knöllchens. Auch Baers Anwesenheit allein hat so manchen Übeltäter zu korrektem Verhalten im Straßenverkehr veranlasst. „Es hat schon etwas ausgemacht, wenn er hier mit uns stand, denn es kommt vor, dass Autofahrer aus Richtung Neukirchen kommend einfach mit Vollgas über die Ampel rasen“, berichtete Monika Grietsch über ihre Erfahrung als Mitglied des Ampeldienstes. Um die Grundschüler sicher über die Ampel am Merzbacher Ortsausgang/Ecke Weidenstraße zu bringen, wird der Übergang täglich in der Zeit zwischen 7.45 und 8 Uhr betreut. Wenn der Polizist an der Seite der diensthabenden Mütter stand, seien die Fahrer deutlich disziplinierter unterwegs gewesen, bedauert Grietsch den Abschied des Polizisten. „Die aktuelle Personallage gibt es wohl momentan nicht her, aber unser großer Wunsch ist, dass es hier nicht nur zum Schutz aller Kinder einen neuen Bezirksbeamten geben wird“, so Kerstholt.

Da die Grundschulzeit für drei Familien nun zu Ende geht, sind die Ehrenamtlichen darauf angewiesen, dass sich neue Freiwillige finden, die sich für die Sicherheit der Grundschulkinder einsetzen. Merzbacher, die bereit sind, sich für eine halbe Stunde in der Woche für das Gemeinwohl zu engagieren, können sich in der Katholische Grundschule Merzbach unter 0 22 26/37 02 melden.