Oldtimer-Treffen in Oberdrees: Großer Auftritt für mobile Schätzchen

Oldtimer-Treffen in Oberdrees : Großer Auftritt für mobile Schätzchen

Beim Oldtimer-Treffen in Oberdrees waren 250 Fahrzeuge, von der Limousine bis zum Feuerwehrwagen oder Traktor, zu sehen.

Herrschaftliche Limousinen, schnittige Sportwagen und Traumautos – allesamt älteren Jahrgangs – reihten sich am Wochenende auf dem Hof von Maler Cramer in Oberdrees. Dazu Feuerwehrautos, Lastwagen und Motorrad-Raritäten. 250 Fahrzeuge waren nach Angaben von Hans Günter, genannt „Fred Feuerstein“, zu „Fred's Steinzeittreffen“ angemeldet, einer Oldtimer-Show, bei der Entspannung und Trubel keine Gegensätze bildeten.

„Ich könnte heulen“, freute sich „Feuerstein“, der 14 Monate Vorbereitungszeit investiert hatte. Das Aushängeschild: Ein schwarzer Rolls Royce des örtlichen Autoverwerters Horst Beil, Baujahr 1936. Der holte ihn frühzeitig wieder in die heimische Halle zurück, um dem edlen Stück Kratzer zu ersparen. Daneben nicht weniger majestätisch ein Sportwagen der legendären belgischen Firma Minerva von 1933. Weitaus jünger und weniger spektakulär, dafür aber umso vertrauter, der Mercedes 300 Diesel der Baureihe W 123, mit dem Bernd und Sibille Gräss aus Fürth an der Saar angereist waren. Sie haben „Feuerstein“ über die gemeinsame Oldtimer-Leidenschaft kennengelernt.

Ein ungewohnt scharfer Qualm mischte sich in den Benzindunst, als Herbert Manheller aus Wesseling mit seinem Nachbau eines Mc Laren Boudicea Dampftraktors lostuckerte. Mit dem schwarzen Modell von 1994 im Maßstab eins zu 2,7, das seine Tonne Gesamtgewicht mithilfe von sieben Kohle-befeuerten PS auf 35 Stundenkilometer beschleunigen kann, karrte er Kinder über den Hof.

Karl Heinz Rabold aus Landau in der Pfalz war mit seinem knallblauen Hanomag Markant Baujahr 65 angereist. Den Sechstonner, der früher von seinem Vater als Kipper genutzt worden war, hat Rabold sich mit einem Kofferaufbau vom THW zum Wohnmobil umgebaut. Zusammen mit Hund „Dickerle“ reist er so von einer Autoschau zur anderen. Es sei nicht leicht, den betagten Laster mit 80 PS und 3300 Kubikzentimeter Hubraum durch den Tüv zu bringen, bekannte er. Besonders kritisch würden dort die Bremsen kontrolliert. Ein Herstellerzertifikat für seinen Opel Kadett Coupé 1000 S wies Robert Funken aus Ruppichteroth vor. Fahrgestell- und Motornummer, die Farbe Chamonixweiß, die roten Kunstlederpolster – alles Original wie 1964. Natürlich machen der danebenstehenden rote Porsche SC oder der Cadillac Fleetwood Flügel-Kreuzer auf den ersten Blick mehr her. Dafür weiß Funken, was er hat: Ungeschweißt und neu lackiert zeigt der Tacho seines Kadetts nur 76.050 gefahrene Kilometer.

Mitveranstalter Gregor Cramer hob die Ungezwungenheit des Treffens hervor. Ein Eintritt wurde nicht genommen. Das Gespräch stand im Vordergrund. Viele nahmen sich bei Kuchen und Getränken die Zeit dazu. Nur nicht jener Bugatti-Fahrer, der einmal kurz auf den Hof rollte, umkehrte und noch eine Runde mit seinem Boliden drehte.