Glaskunstpreis in Rheinbach: Schüler bekommt Auszeichnung

Auszeichnung in Rheinbach : Schüler Mehdi Ali Mohamady gewinnt Glaskunstpreis

Die Stadt Rheinbach hat den zehnten internationalen Glaskunstpreis verliehen. Der Gewinner ist Mehdi Ali Mohamad, der ein filigranes Kunstwerk aus Glas unter dem Titel „Weißt du, dass ich ohne dich unruhig bin“ geschaffen hat.

Schon der bloße Name des Kunstwerks spricht Bände. Aber: "Weißt du, dass ich ohne dich unruhig bin" ist nicht etwa ein auf Papier oder zwischen Buchdeckeln verewigtes Gedicht, sondern ein filigranes Kunstwerk aus Glas. Geschaffen hat es Mehdi Ali Mohamady. Er ist Schüler des Staatlichen Berufskollegs Glas, Keramik, Gestaltung des Landes NRW in Rheinbach und sicherte sich mit seinem schwungvollen Exponat, dessen Titel an eine Liebeserklärung erinnert, den zehnten Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach. Und damit 1000 Euro Preisgeld.

Wenn sich das Publikum der wettbewerbsbegleitenden Ausstellung im Glaspavillon, auch "Hans-Schmitz-Haus" genannt, und die Fachjury des Kunstwettstreits über die ersten Plätze nahezu einig sind, so sagt dies eine Menge über die Güte der Ausgezeichneten aus. Aus 38 Wettbewerbsbeiträgen hatten Juroren und die Besucher zu befinden. "Erstmalig stimmte die Entscheidung der Fachleute mit der Wahl des Publikums bei der zehnten Ausgabe des Glaskunstpreises überein", sagte Ruth Fabritius, Chefin des Rheinbacher Glasmuseums, zur feierlichen Verleihung der Auszeichnungen im Glaspavillon.

Fachjury kam bereits im Juli zusammen

Den poetischen Namen "Weißt du, dass ich ohne dich unruhig bin" gab Mehdi Ali Mohamady aus Rheinbach seinem siegreichen Kunstwerk. Foto: Axel Vogel

Bereits einen Tag nach der feierlichen Ausstellungseröffnung Anfang Juli im Glaspavillon kam die Fachjury dort zusammen, um über die Vergabe der Preise eins bis drei zu beraten. Als Juroren urteilten Uwe Claassen, freischaffender Kurator und ehemaliger Leiter des Glasmuseums Lauscha, der freischaffende Glaskünstler John Kenneth Clark aus Glasgow, Jan Mergl vom Museum für Angewandte Kunst in Prag, Kazimierz Pawlak, Professor an der Kunstakademie Breslau/Wroclaw und Organisator des "Hot Glass Festivals" sowie des "European Glass Festivals", und Glaskünstler Korbinian Stöckle vom Glasmuseum Gernheim. Die Jury verständigt sich zu Beginn ihrer Werkschau darüber, dass sie sich bei ihren Entscheidungen einzig von der künstlerischen Qualität leiten lässt sowie von einer stimmigen technischen Umsetzung des Exponats - allerdings nicht vom Namen des jungen Kunstschaffenden und in welcher Schule er sein Handwerk erlernt. Somit hatten die Fachleute keine Kenntnis darüber, dass das aus ihrer Sicht preiswürdigste aller 38 Exponate sozusagen auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Glaspavillons entstanden ist. Der Sieger hatte sein Werk aus Echt-Antikglas mit einem Wasserstrahl zugeschnitten.

Publikumspreis mit 500 Euro dotiert

Den mit 500 Euro dotierten Publikumspreis sicherte sich Pia-Christina Hoff, Schülerin der Glasfachschule Zwiesel. Sie siegte in dieser Kategorie mit "Eva", einem am Ofen frei geformten Werk. In der Gunst des Publikums entfielen auf ihr Werk 174 Stimmen, nur sieben Stimmen mehr als auf die zweitplatzierte Arbeit "Weißt du, dass ich ohne dich unruhig bin" von Mehdi Ali Mohamady. Auch den Fachleuten erschien "Eva" preiswürdig: In dieser Kategorie holte sie den zweiten Rang, was ihr 750 Euro Preisgeld einbrachte.

Platz drei und somit den letzten verbliebenen Platz auf dem Siegerpodium sowie 500 Euro gab es für "Drachenhaut" von Dmitriy Tsybenko, der an der tschechischen Glasfachschule Kamenický Šenov - dem ehemaligen Steinschönau - unterrichtet wird. Auch sein Wettbewerbsbeitrag ist am Ofen frei geformt, anschließend geschliffen und poliert worden. Belobigungen erhielten Wiktoria Budniak vom polnischen Kunstlyzeum Dabrowa Górnicza für "Apnoea", Karin Raith von der Glasfachschule Zwiesel für "Träumen" und Kamila Styra vom Kunstlyzeum Dabrowa Górnicza für "Heimr/Yggdrasil" (Heim/ Weltenbaum). Zur Finanzierung des Preises tragen die Stadt Rheinbach, die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Monika Grütters, die Firma Fassbender Tenten sowie Bernhard Schmitz bei, nach dessen Vater der Glaspavillon ernannt ist.