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Glasfachschule Rheinbach: Film über Influencer im Autokino Rheinbach

Über Influencer im Netz : Film der Glasfachschule premiert im Autokino Rheinbach

Unter der Regie von Chiara Petersheim rufen Rheinbacher Glasfachschüler mit ihrem Film dazu auf, Darstellungen in sozialen Medien infrage zu stellen. Er trägt den Titel "Unfiltered - Influencer. Digitaler Narzissmus?“.

Soziale Medien gehören zum Alltag von Menschen jeden Alters. Gerade die jüngere Generation reizt es, zu erfahren, wie das Leben von sogenannten Influencern aussieht und wie viel Privates im Netz preisgegeben wird. Soziale Medien dienen oft der Ablenkung von eigenen Sorgen und verleiten dazu, die dort dargestellte Welt als Maßstab zu sehen.

Unter der Regie von Chiara Petersheim, frisch gebackene Absolventin der staatlichen Glasfachschule Rheinbach, hat eine zehnköpfige Gruppe von Auszubildenden dieses Phänomen in ihrem Film mit dem Titel „Unfiltered - Influencer. Digitaler Narzissmus?“ kritisch hinterfragt. Als Influencer werden seit den 2000er Jahren Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in sozialen Netzwerken als Träger für Werbung und Vermarktung in Frage kommen. Der Film präsentiert dem Zuschauer ein breites Meinungsbild: Nicht nur Influencer, auch Gegner, die dieser Entwicklung Verantwortungslosigkeit vorwerfen, kommen zu Wort.

Während der zweijährigen Ausbildung zum gestaltungstechnischen Assistenten fanden die jungen Leute in Fachlehrer Bernd Siering, der jahrzehntelang als Filmproduzent und Kameramann gearbeitet hat, einen überzeugten Mitstreiter. Er hat die Produktion des Dokumentarfilms, der am Dienstagabend im Rheinbacher Autokino Premiere feiert, begleitet und vorangetrieben.

Soziale Medien seien "nicht mehr wegzudenken"

„Unser Ziel ist vor allem ein Appell an die Jüngeren, also die 13- bis 15-Jährigen, aufmerksam zu werden und das Gesehene kritisch zu hinterfragen“, erklärt Chiara Petersheim. Soziale Medien seien wichtig und nicht mehr wegzudenken, aber jeder müsse selbstverantwortlich handeln und sich von den Darstellungen nicht blenden lassen. Der Film animiert Zuschauer, sozialen Medien mit einem normalen Maß zu begegnen und sich nicht abzukapseln. „Sonst verliert man das Wichtige aus den Augen“, ist die 22-jährige Petersheim überzeugt. Das Thema habe sie wegen seiner Aktualität interessiert. Mit ihrer Idee rannte sie bei ihrem Lehrer sofort offene Türen ein.

„So ein Projekt reizt mich“, sagt Siering. Bevor er vor fünf Jahren seine Lehrtätigkeit an der Rheinbacher Glasfachschule aufnahm, war er auch international als Dokumentarfilmer unterwegs. „Wichtig ist mir, Filme auf den Weg zu bringen, die inhaltlich etwas aussagen und echte Botschaften vermitteln.“ Für diese Produktion ist die Gruppe im vergangenen Jahr nach Berlin gereist, um nicht nur Frankie Miles, Influencerin und Instagram-Model, sondern auch den Cyberkriminologen Thomas-Gabriel Rüdiger zu treffen. Auch mit der Anti-Influencerin Toyah Diebel, dem YouTuber Dimxoo und der Bonner Medienwissenschaftlerin Caya Thimm haben sich die Schüler nicht nur über die Gefahren in sozialen Medien, sondern auch über die Verantwortung gegenüber den Nutzern ausgetauscht. „Alle im Netz sind dazu gewillt, Anerkennung in Form von Likes zu bekommen“, meint Thomas-Gabriel Rüdiger und bezeichnet das Phänomen als „digitalen Narzissmus“.

Am Ende des 40-minütigen Films äußern die Schüler, dass es für ihre Generation Alltag sei, anderen im Netz zu folgen und sich zu vergleichen. „Allerdings sind wir nach der eineinhalb Jahren langen Produktionszeit schon aufmerksamer geworden“, resümiert Petersheim und bekennt, dass sie in dem Moment, in dem sie Neid verspürt, genau wisse, dass die Welt im Netz nicht der ganzen Realität entspreche.

Der Film ist am Dienstag, den 23. Juni ab 20 Uhr im Autokino, Zeissstraße 14 in Rheinbach, zu sehen. Tickets gibt es für 4,95 Euro auf
autokino-rheinbach.de. Ab Samstag, den 27. Juni, wird der Film auf YouTube zu finden sein.