Geldstrafe für Dieb von Rubbellosen: Gericht: 47-Jähriger muss 75 Euro zahlen

Geldstrafe für Dieb von Rubbellosen : Gericht: 47-Jähriger muss 75 Euro zahlen

Ein mildes Urteil hat ein 47-jähriger Mann aus Köln jetzt von Strafrichter Ulrich Schulte-Bunert vor dem Rheinbacher Amtsgericht für den Diebstahl von 50 Rubbellosen kassiert: 75 Euro muss er zahlen.

Das Gericht sah es auch nach der Anhörung weiterer Zeugen in der Fortsetzungsverhandlung als erwiesen an, dass der Kölner am 20. Juli 2012 gegen 15.30 Uhr in einem Kiosk in Meckenheim in die Schublade unter der Theke gegriffen, dort ein Paket mit 50 Rubbellosen entwendet und dann unter seiner Jacke versteckt hatte.

Das hatte der Mann vor Gericht bestritten und behauptet, die Lose hätten auf der Theke gelegen, und er habe sie bezahlen wollen. Das glaubte ihm das Gericht nach den Zeugenaussagen allerdings nicht.

Zudem sei die finanzielle Situation des 47-Jährigen nicht gerade so, dass er sich Lose für 50 Euro leisten könne. Schließlich habe er nur 200 Euro im Monat zur Verfügung, seit ihm aufgrund zu weniger Bewerbungen pro Jahr das Arbeitslosengeld II um ein Drittel gekürzt worden sei.

"In dieser Situation können Sie sich nicht einfach für 50 Euro Rubbellose kaufen", war der Strafrichter überzeugt. "Sie haben sich einfach vertan. Sie haben gedacht, dass Sie etwas Tolles geklaut haben. Die Lose hatten aber nur den Papierwert." Die Lose waren nämlich noch nicht freigeschaltet.

Obwohl der Angeklagte bereits 52 Einträge im Strafregister hatte, beließ Richter Schulte-Bunert es wegen des Diebstahls geringwertiger Sachen bei der Geldstrafe von 75 Euro als "Schuss vor den Bug", weil der 47-Jährige sich seit 2008 nichts mehr hatte zuschulden kommen lassen.

Allerdings gab Schulte-Bunert dem Angeklagten noch eine Warnung mit auf den Weg: "Beim nächsten Mal gehen Sie in den Knast."