Größter Jahrmarkt im Linksrheinischen: Fünf Tage Kirmes in Rheinbach

Größter Jahrmarkt im Linksrheinischen : Fünf Tage Kirmes in Rheinbach

Der Jahrmarkt findet zum 178. Mal statt. Stadt und Schausteller haben ein umfassendes Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Viele der 50 Schausteller kommen regelmäßig und gerne nach Rheinbach.

Langsam schlendern Rheinbachs Marktleiter Horst Reichling und sein Kollege Gerhard de Vries über den Himmeroder Wall und beobachten den Aufbau der Fahrgeschäfte. Noch werden die letzten Feinarbeiten an den Karussells und Buden für die 178. Rheinbacher Herbstkirmes an der Pützstraße sowie auf dem Prümer und dem Himmeroder Wall erledigt. Denn alle Schausteller wollen pünktlich zur Eröffnung am Freitag, 14. September, fertig sein.

Es wird reichlich gehämmert, geschraubt, geputzt und die Sicherheit an den Fahrgeschäften überprüft. Hier wird noch schnell eine Beschilderung, da eine Beleuchtung angebracht. Viele der 50 Aussteller kommen regelmäßig und gerne nach Rheinbach, die meisten von ihnen kennt Reichling schon seit Jahren.

Kirmes-Organisation braucht Erfahrung

Daher nutzte er die Gelegenheit beim Rundgang, den Marktbeschickern auch schon einmal seinen Nachfolger vorzustellen. „Ich werde in fünf bis sechs Jahren in den Ruhestand gehen. Die Organisation einer solchen Kirmes braucht Erfahrung. Daher ist es wichtig, das Prozedere frühzeitig kennenzulernen“, so Reichling.

Bis Dienstag, 18. September, locken fünf große und sechs kleinere Fahrgeschäfte sowie jede Menge Imbissbuden ins Zentrum der Stadt. Schießstände, Pfeil- und Ballwerfen, Fadenziehen, Kamelrennen, Stände mit süßen Mandeln, Fisch und Bratwürsten aller Art bieten Abwechslung für den kleinen und großen Hunger zwischendurch.

Mit einem Schwarzwaldgrill, einem Ausschank sowie einem Autoscooter ist die Schaustellerfamilie Barth – Peter und sein Cousin Günter Barth – gleich mehrmals vertreten. Hochkonzentriert bringt Maria Barth ihren Ausschank auf Vordermann. Jedes Glas wird auf Hochglanz poliert, die Zapfhähne müssen glänzen. „Ich bin gerne in Rheinbach. Die Menschen sind nett und freundlich. Außerdem ist es für mich ein Heimspiel, bin ich doch im Sankt-Joseph-Internat zur Schule gegangen“, schmunzelt die 37-jährige Tochter von Günter Barth, die in dritter Generation im Schaustellergeschäft dabei ist.

Alle Familienmitglieder müssen mithelfen

Eine der Hauptattraktionen ist – außer der „Krake“ der Familie Markmann – „Haunted Castle“ des Maastrichter Schaustellers Hans Lütjens. Mit einer Breite von 26, einer Höhe von zehn und einer Tiefe von zwölf Metern ist die Geisterbahn des Niederländers ein Hingucker. Noch werden im Eingangsbereich die Laufwege gereinigt, auf der rechten Seite fehlt in einer Vertiefung noch Wasser. „Da wird dann noch ein Zusatz hineingegeben, damit die Flüssigkeit aussieht wie Blut“, lacht der 32-Jährige, der das Fahrgeschäft mit seiner Frau Esmeralda betreibt. Er kam spontan nach Rheinbach, da er für einen Kollegen, der plötzlich abgesagt hat, eingesprungen ist. Sohn Hans (4) und Tochter Jennifer (7) müssen beim Putzen und Einräumen auch schon ein wenig helfen. „Ich hoffe natürlich, dass die Kinder das Geschäft irgendwann übernehmen“, so Lütjens.

Glück, in Rheinbach dabei zu sein, hatte auch William Bruch. Zehn Jahre lang hat er sich jedes Jahr vergeblich beworben, nun hofft er auf eine positive Resonanz seines „Break Dance“. Der Mittelbau, auf dem die acht Gondeln befestigt sind, ist bereits fest installiert. Mitarbeiter Dennis Urbaniak sichert mit Kabelbindern noch den Eingangsbereich. Die Platte und die auf ihr befestigten Gondeln bewegen sich entgegengesetzt, so dass schnell ein Gefühl des Schwebens entsteht. „Ich hoffe auf eine gute Kirmes. Rheinbach hat bei den Kollegen einen guten Namen“, so Bruch.

Die Stadtsoldaten werden während der Kirmes ihren Thekenbetrieb im Wasemer Turm aufnehmen, die Mitglieder der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) verkaufen ihre Lose an der Pützstraße.

Eine verstärkte Präsenz von Polizei und Ordnungsamt sowie ein von den Schaustellern organisierter Sicherheitsdienst sollen für einen ruhigen Ablauf sorgen. Am Freitag haben die Fahrgeschäfte ab 15 Uhr geöffnet. Bürgermeister Stefan Raetz eröffnet das Treiben mit dem Fassanstich um 18 Uhr. Die Kirmes ist am Samstag ab 14 Uhr, am Sonntag ab 12 Uhr sowie am Montag und Dienstag jeweils ab 14 Uhr, der Ausschank ab 12 Uhr, geöffnet. Den Abschluss bildet das Feuerwerk am Dienstagabend.

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