Hochwasser: Feuerwehren kämpfen gegen die Fluten der Swist

Hochwasser : Feuerwehren kämpfen gegen die Fluten der Swist

In Meckenheim und Rheinbach sind die Einsatzkräfte entlang des Baches, der sich in einen reißenden Strom verwandelte, im Dauereinsatz. Überall laufen die Keller voll. Der Starkregen aus Wachtberg und der Grafschaft hatte den sonst so beschaulichen Bach binnen Minuten rasch ansteigen lassen.

Die Anstrengungen der vergangenen Stunden sind Thomas Rähse ins Gesicht geschrieben. Schweißperlen rinnen dem Zugführer der Meckenheimer Löschgruppe das Gesicht herunter. Doch: Auch ein Stück Erleichterung ist abzulesen. "Der Pegel geht zurück", sagt Rähse. "Wir wissen nur nicht, was noch runterkommt", räumt er ein. Nach sintflutartigen Starkregenfällen in Wachtberg und der Grafschaft war die Swist am Samstagnachmittag in rasendem Tempo angestiegen. "28 Einsätze hatten wir heute", sagt Thomas Rähse und blickt auf die Uhr. Es ist 22 Uhr am Samstagabend. Zwischen 22 Uhr und 22.30 Uhr sei noch mal Regen gemeldet. Vor allem zahlreiche Keller in Swistnähe mussten die Einsatzkräfte leerpumpen und überall dort Sandsäcke stapeln, wo die Swistfluten in Häuser laufen könnten.

Vor allem die Zuflüsse der Swist aus Wachtberg und der Grafschaft haben den Swistbach so rasant anschwellen lassen, weiß Einsatzleiter Hans-Peter Heinrichs, stellvertretender Wehrleiter der Feuerwehr Meckenheim. In Kenntnis der Wetterprognosen hätten die Wehrleute allerdings in den vergangenen Tagen Vorsorge getroffen. "2000 Sandsäcke haben wir in Absprache mit dem Bauhof befüllt", berichtet Heinrichs. "Somit können wir wohl größere Schäden abwenden", sagt er. Rund 30 Wehrleute Meckenheim, Merl, Altendorf-Ersdorf und Lüftelberg sind im Dauereinsatz.

Beispielsweise an der Katholischen Grundschule und der benachbarten Fronhofhalle, in der derzeit Flüchtlinge untergebracht sind, kommen die Sandsäcke zum Einsatz. Wo sonst die Swist als Bach ein sanftes Rauschen zaubert, verheißt am Samstagabend ein bedrohliches Grollen, wie viel Wasser die Swist momentan führt. An vielen Stellen ist sie in der Swistaue aus ihrem Bachbett gekommen. Rote Absperrbänder sollen dafür sorgen, dass sich Passanten von den reißenden Fluten fernhalten.

Auch ein paar Kilometer weiter in Flerzheim hat die Swist ihre Beschaulichkeit abgelegt. Vor allem in der Straße "Swistbach" müssen die Wehrleute in der Rheinbacher Ortschaft einige Keller auspumpen. "So ein Hochwasser hatten wir in Flerzheim seit 1984 nicht mehr", erinnert sich Anwohner Andreas Gebert. Damals vor 32 Jahren habe sich der Bach am Tag vor Christi Himmelfahrt aus seinem Bachbett begeben und habe viele Keller überschwemmt. Eine Anwohnerin erinnert sich, dass Nachbarn die Sahnekuchen für eine anstehende Familienfeier entgegen schwammen, als diese in den Keller gehen wollten. Das 1979 neu angelegte Bachbett habe sich in Flerzheim in all den Jahren bewährt - mit Ausnahme des schweren Hochwassers anno 1984.

Nicht weit weg vom schnell fließenden Bach haben die Feuerwehrleute ihren Leitstellenwagen geparkt. Auf großen Monitoren sind nicht nur die Einsätze aufgeführt, sondern auch die Wetterprognosen für die nächste Minuten und Stunden. "Wir hoffen, dass die Swist langsam fällt", meint Jörg Kirchhartz, stellvertretender Wehrleiter der Rheinbacher Wehr. Bevor die Einsatzkräfte nach Flerzheim ausrückten, unterstützten sie - wie die Meckenheimer Feuerwehrkameraden - die Einsatzkräfte in Wachtberg. "Wir hoffen, dass nun kein neuer Regen kommt", sagt Kirchhartz gegen 23 Uhr. Nur wenig später erreicht die Flerzheimer Einsatzzentrale die frohe Kunde aus Meckenheim, dass dort bereits die Swist um 40 Zentimeter gefallen sei.