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Lernen in Rheinbach: Expansion der Rheinbacher Gesamtschule kostet 8,5 Millionen Euro

Lernen in Rheinbach : Expansion der Rheinbacher Gesamtschule kostet 8,5 Millionen Euro

Die Rheinbacher Gesamtschule soll mit sechs mehr Klassen pro Jahr an den Start gehen. Rheinbach möchte Alfter, Meckenheim und Swisttal an Kosten beteiligen.

Die seit ihrer Gründung im Sommer 2014 baulich als fünfzügig ausgelegte Gesamtschule ist nunmehr bereits mit der Hälfte ihrer Jahrgänge sechszügig. Doch soll sie bald grundsätzlich mit mehr sechs Klassen pro Jahr an den Start gehen. Rheinbach möchte Alfter, Meckenheim und Swisttal an Kosten beteiligen.

Es ist noch nicht die endgültige Entscheidung für eine Sechszügigkeit der Rheinbacher Gesamtschule, aber es könnte ein Meilenstein auf dem Weg dorthin werden: Ohne Gegenstimmen hat der Rheinbacher Ausschuss für Schule, Bildung und Sport die Erstellung eines Raumkonzeptes für die Sechszügigkeit der Gesamtschule auf den Weg gebracht. Und: Die Verwaltung soll nicht nur die räumlichen Kapazitäten für die Einschulungsjahre 2018/2019 bis 2021/2022 ausloten, sondern auch nach Möglichkeiten der – vor allem finanziellen – Beteiligung der Nachbarkommunen Alfter, Meckenheim und Swisttal suchen.

Hintergrund: Die seit ihrer Gründung im Sommer 2014 baulich als fünfzügig ausgelegte Gesamtschule ist nunmehr bereits mit der Hälfte ihrer Jahrgänge sechszügig. Da ein nicht geringer Teil der Rheinbacher Gesamtschüler gar nicht aus der Glasstadt selbst stammt, sondern aus umliegenden Kommunen, lädt die Stadt Rheinbach unter der Moderation des Rhein-Sieg-Kreises die Nachbarkommunen zu einem Gespräch über eine Schulentwicklungsplanung ein – unter Anwendung des vom Schulministerium herausgegebenen Leitfadens „Interkommunale Zusammenarbeit erfolgreich gestalten“.

Verwaltung will Ende der Anmeldephase abwarten

Dabei soll auch über eine gerechtere Verteilung der finanziellen Lasten gesprochen werden. Das Rheinbacher Rathaus hat ausgerechnet, dass die Aufstockung der Schule auf sechs Züge für die Stadt als Schulträger mit rund 8,5 Millionen Euro zu Buche schlägt.

Sehr zufrieden mit dem einstimmigen Votum zeigte sich UWG-Ratsherr Jörg Meyer, dessen Fraktion sich schon seit Langem um eine Sechszügigkeit der Gesamtschule bemüht. Bereits zweimal hatte die Unabhängige Wählergemeinschaft um eine Ausdehnung der 2014 eröffneten Schule auf sechs Züge ersucht, was 2014 und 2016 mehrheitlich im Schulausschuss abgelehnt wurde.

Bevor die Sechszügigkeit tatsächlich in die Tat umgesetzt wird, möchte die Verwaltung allerdings erst das Ende der Anmeldephase abwarten, wie Fachbereichsleiter Wolfgang Rösner erklärte. Er rechnet damit, dass im Februar und März verlässliche Zahlen vorliegen.

Stadt erhofft sich Implementierung

Bis dahin werde die Stadt aber nicht „die Hände in den Schoß legen“, wie Rösner erklärte, sondern zusammen mit der Gesamtschule nach Lösungen suchen, wie schon zu Beginn des nächsten Schuljahres eine Sechszügigkeit umgesetzt werden kann. Vor allem Klassenräume und Sportmöglichkeiten müssten prioritär gefunden werden.

Eine Entlastung bei den hohen Anmeldezahlen erhofft sich die Stadt durch eine Implementierung einer Dependance der Gesamtschule in Alfter (siehe Kasten). Eine Dependance könnte den Aufnahmedruck mindern, sofern ein „entsprechender Bedarf in Alfter nachgewiesen werden kann“, so Raffael Knauber, Erster Beigeordneter der Stadt Rheinbach.

Dass die Gesamtschule ein Erfolgsmodell sei, unterstrich auch CDU-Ratsherr Bernd Beißel. Sie sei wichtig, da Rheinbach mit der Ausweisung von neuen Baugebieten auf den Zuzug von jungen Familien setzt. Andererseits habe sich der Rat einmütig entschlossen, bis zum Jahr 2021 einen Haushaltsausgleich zu schaffen (der GA berichtete). Die veranschlagten 8,5 Millionen Euro für die Expansion könne die Kommune darum nicht alleine aufbringen.

„Wir stehen im Wort, dass alle Rheinbacher Kinder einen Platz an der Gesamtschule bekommen“, meinte SPD-Ratsherr Folke große Deters. Wort halten möchte der Sozialdemokrat auch, was die beabsichtigte Kooperation mit der Gemeinde Alfter betrifft „Da stehen wir im Wort – Pacta sunt servanda (Verträge sind einzuhalten)“, so große Deters.