Ortsleben in Flohmarkt: "Es war wie ein Drive-in-Flohmarkt"

Ortsleben in Flohmarkt : "Es war wie ein Drive-in-Flohmarkt"

Der erste Dorfflohmarkt ist Oberdrees entpuppt sich als großer Erfolg. Ein Drittel der Haushalte beteiligt sich mit einem Stand

Jede Menge Kinderkleidung, CDs, altes Werkzeug, Puppenhäuser aus Holz und Plastik, Roller, Weihnachtskugeln und Bücher aller Art wechselten am Sonntag in Oberdrees die Besitzer. Zum ersten Mal gab es in dem Ort einen Dorfflohmarkt und das mit einer großen Beteiligung der Dorfbewohner: Von rund 320 Haushalten waren 109 mit einem Stand dabei. Die Oberdreeser hatten ihre Speicher und Keller ausgeräumt und in oder vor ihren Hauseingängen mal kleine, mal größere Verkaufsflächen aufgebaut, um überflüssigen Trödel loszuwerden.

"Es ist schon ein toller Erfolg", freute sich denn auch Almut Redling, die gemeinsam mit ihrer Nachbarin Michaela Heck den Flohmarkt auf den Weg gebracht hatte. Sogar das schlechte Wetter hinderte die vielen Schnäppchenjäger nicht daran, durch die Haupt- und Nebenstraßen zu schlendern. Wie zum Beispiel Heinz-Peter Demary (40) und Franziska Thomas (34) aus Wormersdorf, die begeisterte Flohmarktbesucher sind. "Wir lieben Dorfflohmärkte, weil sie so familiär sind. Da wir Kinder haben, schauen wir bei der Gelegenheit nach Spielsachen und Klamotten", erklärte Demary. Seine Frau genießt es zudem, einen Blick in die Hinterhöfe zu werfen: "Wir sind doch alle neugierig".

Mancher Kunde konnte es morgens gar nicht abwarten, bis die ersten Stände öffneten. "Wir bauten noch auf, da waren schon die ersten Käufer da. Es waren wohl auch professionelle Händler dabei, denn es ist doch selten, dass Jemand mehrere Hundert Euro beim Besuch eines Trödelmarktes dabei hat", mutmaßten Almut und Rudolf Redling. Über gute Geschäfte freuten sich Yvonne Mahlberg und André Knott, die nicht nur ihre alten Sachen verkauften, sondern auch selbst gebackenen Kuchen und Kaffee anboten. Die gesamten Einnahmen wollen sie an den den Tierschutz Euskirchen spenden.

Bei einer Veranstaltung der Dorfgemeinschaft mitmachen, das wollte auch der Rheinbacher Bruno Mertens. Gemeinsam mit seinen Schwestern Monika Schwahn und Uschi Klevenhaus hatte er den Keller seiner Mutter in Oberdrees ausgeräumt, um die Sachen seines vor 13 Jahren verstorbenen Vaters günstig anzubieten. So wechselten schnell für wenig Geld drei Schlagzeuge den Besitzer.

"Es war hier zum Teil wie ein Drive-in-Flohmarkt. Viele Kunden sahen beim Autofahren etwas, das sie interessierte, hielten kurz an und kauften schnell. Dann kam der Nächste", schmunzelte Bruno Mertens. Hans-Peter Heck, dessen Frau den Flohmarkt mitorganisiert hatte, kommentierte: "Gigantisch war die Teilnahme der Dorfbewohner."

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