Fridays for Future in Rheinbach: Erstes Wissenschaftscafé am St. Joseph-Gymnasium

Fridays for Future in Rheinbach : Erstes Wissenschaftscafé am St. Joseph-Gymnasium

Jugendliche und Experten kommen beim ersten Wissenschaftscafé in Rheinbach bei den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit ins Gespräch. Mitgemacht haben auch Schüler des St. Joseph-Gymnasiums.

Weniger Fleisch essen, auf Autofahrten verzichten und Plastik vermeiden: Dass sie sich für den Klimaschutz einsetzen möchten, ist vielen Jugendlichen längst klar. Aber was tun, wenn die Wege lang oder regionale Gemüsesorten teuer sind? Diese und andere Fragen diskutierten Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 des St. Joseph-Gymnasiums (SJG) Rheinbach beim Wissenschaftscafé. Der Wissenschaftsladen Bonn (Wila) hatte dazu im Rahmen des Projektes „Campus to world“ acht Fachkräfte vor allem der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg in die Schule eingeladen.

An dem Tisch von Patricia Wolf vom Institut für Technik, Ressourcenschonung und Energieeffizienz der Hochschule ging es um das Thema „persönlicher ökologischer Fußabdruck“. Die 17-Jährige Anna fragte, ob manche klimafreundliche Lebensweise nicht ein Privileg sein könnte, wenn abgepacktes Fleisch in Plastik meist das günstigere sei. „Zurück zum Sonntagsbraten“, schlug die Expertin vor. Hängt auch von der Familie ab, erinnerten die Schüler. Daraus entstand schnell eine Diskussion auf Augenhöhe. Genau das, was laut Franziska Böhm vom Wila an diesem Morgen geschehen sollte. „Es geht nicht darum, dass der Experte einen Vortrag hält, sondern darum, dass die Schüler Fragen stellen“, erklärte sie.

Experimente zur Bedeutung der Ressource

Rund 60 Jugendliche waren dabei, sechs Thementische standen zur Auswahl. Nach jeweils einer halben Stunde Gespräch wurde gewechselt. Professor Martin Hamer von der Hochschule führte kleine Experimente durch, um die Bedeutung der Ressource „Boden“ für den Klimaschutz zu unterstreichen. Ingo Nordmann, unter anderem als Rapper und Poetry-Slammer zu Umweltthemen unterwegs, brachte zum Gespräch über „Kunst und Kommunikation als Form der Kampagne“ seine eigenen Erfahrungen auf der Bühne ein. „Darum versuchen wir, junge Referenten zu bekommen“, freute sich Brigitte Peter vom Wila. „Persönliche Biografien sind für die Schüler besonders interessant.“

Immerhin sollten sie sich auch über ihre eigene Biografie Gedanken machen. Lehrer Helmut Gaßmann hoffte, dass die Teilnehmer nicht nur etwas für den Unterricht mitnahmen. „Wichtig ist, dass sie in der Schule auch auf die Zeit danach gucken“, fand er. „Es geht nicht um Unterricht, es geht um das Leben.“ Passend dazu war Hildegard Boisserée-Frühbuss vom Wila-Netzwerk Grüne Arbeitswelt dabei. Sie zeigte auf, in wie vielen Berufsfeldern Nachhaltigkeit angegangen wird.

Für die Jugendlichen sind die Demonstrationen von Fridays for Future eine Aktionsmöglichkeit. Wie Gaßmann bestätigte, haben auch SJG-Schüler daran schon teilgenommen. Bisher sei das schwierig gewesen, nun habe die Schulleitung eine Regelung gefunden. Bereitet ein Kurs das Thema umfassend vor, kann ein Exkursionstag angesetzt werden. Am SJG entsteht derzeit eine Fridays-for-Future-AG. Mit „Bio-Geo-Chemie„ gibt es ein Differenzierungsfach für die Sekundarstufe 1, in dem Klimaschutz und Nachhaltigkeit eine große Rolle spielen. Daher freute es Gaßmann, dass das SJG als erste Schule ein Wissenschaftscafé in ihren Räumen hatte.

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