In Rheinbach: Einweihung des Platz der Deutschen Einheit

In Rheinbach : Einweihung des Platz der Deutschen Einheit

Am Donnerstag fand die offizielle Einweihung des Platz der Deutschen Einheit in Rheinbach statt. Er soll an die friedliche Revolution in der DDR vor 30 Jahren erinnern.

Gut Ding will Weile haben: Das gilt auch für den neuen "Platz der Deutschen Einheit" in Rheinbach. Passend zum Feiertag am Donnerstag wurde der bis dahin namenlose Platz im Neubaugebiet zwischen "Am Blümlingspfad" und Schweitzerstraße zum "Platz der Deutschen Einheit". Die offizielle Einweihung übernahmen bei einer kleinen Feierstunde Bürgermeister Stefan Raetz, seine beiden Stellvertreter Claus Wehage und Kalle Kerstholt, die Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien und einige Bürger.

Von der Idee bis zur Realisierung war es ein langer Weg. Schon vor neun Jahren hatte CDU-Ratsmitglied Wehage mit dem sachkundigen Bürger Ernst Preutenborbeck einen Antrag auf die Benennung eines solchen Platzes gestellt, damit "Rheinbach dokumentiert, dass es die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes als einen großen geschichtlichen Glücksfall betrachtet". Mangels Mehrheiten im Rat zogen die Initiatoren 2011 ihren Antrag zurück.

Ein zweiter Anlauf 2016 war erfolgreich. Der Ausschuss für Standortförderung, Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur stimmte mehrheitlich für die Benennung eines solchen Platzes und wählte als Standort die Fläche vor dem Naturkindergarten.

Ein bedeutsamer Tag

"Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ist ein bedeutsamer Tag. Das sollten wir nicht vergessen. Wir sollten daran erinnern, dass es eine friedliche Vereinigung beider deutscher Staaten war. Das war einmalig und ein historisches Ereignis", sagte Raetz in seiner Ansprache. Und er betonte, dass die Wiedervereinigung Deutschlands, so wie sie abgelaufen sei, auch ein wesentlicher Grund für den Frieden in Deutschland und Europa sei. Kritische Worte fand der Verwaltungschef für die immer noch vielfach existierende Trennung zwischen Ost- und Westdeutschen.

So bedauerte er, dass es 30 Jahre nach dem Fall der Mauer - und das sei länger als diese bestanden habe - noch Mauern in den Köpfen der Menschen gebe. So werde die DDR bei manchen Ostdeutschen geradezu verklärt. Deshalb sei es wichtig, dass es auch in Rheinbach einen Platz der Einheit gibt. Mehr als zufrieden zeigte sich Claus Wehage mit der Realisierung seines "Herzenswunsches". "Damit wollen wir auch unsere Dankbarkeit dokumentieren, dass Bürger durch eine friedliche Revolution die Einheit ermöglicht haben." Die Einheit soll auch in der weiteren Gestaltung des Platzes zum Ausdruck kommen. So soll ein Wettbewerb unter Jugendlichen auf den Weg gebracht werden. "Denn die jungen Leute sind die Zukunft", so Raetz.

Auch künstlerisch soll die Einheit sichtbar werden. So soll eine Skulptur unter dem Titel "Die Deutsche Einheit" - Ergebnis eines noch auszuschreibenden Künstlerwettbewerbs - errichtet werden, die ein erster Schritt zum Rheinbacher Skulpturenpfad sein soll. Am "Einheitsbuddeln" - einer Aktion von Schleswig-Holstein als Ausrichter der Zentralfeier, bei der jeder Einwohner Deutschlands einen Baum für das Klima pflanzen sollte - beteiligte sich Rheinbach am Donnerstag nur symbolisch. Zwar stünden Bäume bereit, die werden aber laut Raetz an anderer Stelle gepflanzt.

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