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Radfahren in Rheinbach: „Eine Verbindung nach Todenfeld fehlt“

Radfahren in Rheinbach : „Eine Verbindung nach Todenfeld fehlt“

Der ADFC um seinen Sprecher Ernst Salein kritisiert fehlende Abstellplätze und fordert eine bessere Anbindung der Kernstadt an die verschiedenen Ortsteile.

Auch wenn das Thermometer am Samstag lediglich einstellige Temperaturen anzeigte, ließ sich die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) von ihrem Start in die noch junge Fahrradsaison nicht abhalten. Acht Fahrradfreunde aus Rheinbach um ihren Sprecher Ernst Salein nutzten das frostige, aber sonnige Wetter zum „Anradeln“ – und zwar in Richtung Meckenheim.

Laut Salein war die Route mit Bedacht gewählt, „weil Meckenheim eine fahrradfreundliche Stadt ist“. Anders formuliert: In Rheinbach gibt es anlässlich des Saisonstarts einiges aus Sicht des dortigen ADFC zu monieren, was die öffentliche Infrastruktur für Fahrradfahrer angeht.

Dies ist nicht neu. Schließlich war bereits im vergangenen Jahr das schlechte Abschneiden der Stadt Rheinbach beim ADFC-Fahrradklimatest ein Thema gewesen. Bei dem Test hatte die Glasstadt landesweit den letzten Platz belegt. Anlässlich des Saisonstarts erneuerte der ADFC in Rheinbach nun seine Kritik.

Was zum Beispiel aus Sicht der Aktiven immer noch fehlt, ist eine bessere Anbindung der Kernstadt an die verschiedenen Ortsteile, erklärte Wilfried Skupnik, der ebenfalls beim Saisonstart dabei war. So sei der Fahrradweg in Richtung Merzbach stellenweise sanierungsbedürftig, „nach Todenfeld fehlt eine Verbindung völlig“, so Skupnik.

Vor allem der schlechte Zustand des Radweges zwischen Merzbach-Neukirchen und Rheinbach sei Gegenstand eines umfangreichen Schriftverkehres zwischen Ortsvorsteher Jochen Bois (SPD) und dem zuständigen Landesbetrieb Straßenbau NRW, bestätigten am Samstag auf Anfrage die Merzbacher Kommunalpolitiker Jörg Meyer (UWG) und Georg Schragen (CDU).

Dass der Zustand des Weges kritisch sei, unterstreiche ein Schild, das vor Schäden auf dem Radweg warne und vom Landesbetrieb dort nach dem Unfall eines Fahrradfahrers aufgestellt worden sei. „Eine Reparatur des Weges wurde für dieses Jahr zugesagt“, so Meyer. Dabei handele es sich allerdings um keine Sanierung, wie er klarstellte. Die sei vor zweieinhalb Jahren abgelehnt worden. Für die Kommunalpolitiker vor Ort tut auf jeden Fall Abhilfe not, weil der Radweg gleichzeitig auch Schulweg sei.

Eine weitere Teilnehmerin des ADFC-Saisonstarts, die namentlich nicht genannt werden will, stören andere Dinge viel mehr. Sie wohnt in Rheinbach-Stadt und muss oft in Richtung des Obi-Baumarkts und des Heimtierbedarfhandels „Fressnapf“ fahren. Aus ihrer Sicht ist das kein Vergnügen, „weil die Hauptstraße oft voll ist“. Und: „Wenn man dann auf die Seite ausweicht, stören Bodenunebenheiten.“

Hinzu kommt für den Rheinbacher ADFC-Sprecher Ernst Salein noch ein weiterer Punkt: „Es fehlen in der Stadt vernünftige Abstellplätze, wo man sein Fahrrad auch vergleichsweise sicher anschließen kann.“ Salein schwebt etwa eine größere Zahl massiver, im Boden eingelassener Metallbügel vor, an denen man das Fahrrad etwa mit einem Bügelschloss anschließen kann, ohne dass es von Langfingern so einfach weggetragen werden kann.

Das Manko sei besonders für jene Fahrradhalter groß, die – wie er – mit einem mehrere Tausend Euro teuren E-Bike unterwegs seien. „Vorbildlich ist in diesem Zusammenhang die Abstellmöglichkeit vor der Raiffeisenbank“, ergänzte Skupnik. Unterm Strich sei „die Meinung der Politik zum Radverkehr sehr schlecht“, glaubt man bei der Rheinbacher ADFC-Ortsgruppe weiterhin.