Flüchtlingshelferkreis Rheinbach: Eine nette und freundliche Stimmung

Flüchtlingshelferkreis Rheinbach : Eine nette und freundliche Stimmung

Gute 180 Freiwillige kümmern sich um Flüchtlinge in Rheinbach. Sie haben sich vor zwei Jahren im Flüchtlingshelferkreis zusammengeschlossen. Doch: Trotz des vielfältigen Engagements werden immer noch Mitstreiter gesucht.

Der Flüchtlingshelferkreis Rheinbach (FHK) mit seinen gut 180 Mitgliedern hat in den zwei Jahren seines Bestehens eine differenzierte Struktur mit 16 Arbeitsgruppen und ein breites Angebot entwickelt. Obwohl das Interesse nach Beobachtung von Susanne Heilmann, einer der Sprecherinnen, nachgelassen hat, werden weiterhin Mitstreiter gesucht, die bei den vielfältigen Aufgaben etwa als Sprachvermittler oder Bürokratielotsen mitwirken wollen. Das war der Tenor eines Informationstreffens in der Rheinbacher Glasfachschule. „Jeder kann sich individuell einbringen, wie er möchte“, sagte Heilmann.

Die Fortschritte

Mittlerweile hat sich die Tätigkeit des FHK von der Erstversorgung der 473 Betreuten hin zur Integration verschoben, sagte Sprecher Gert-Uwe Geerdts. 50 der betreuten Asylbewerber konnten bereits in Praktika und Minijobs vermittelt werden. Nach einer Aufstellung des Sprechers Dirk Frankenberger haben 269 einen Asylantrag gestellt. Für 242 davon läuft das Verfahren, einige sind bereits anerkannt.

In der Arbeitsgruppe Neubürger helfen sich die Flüchtlinge untereinander, etwa durch Dolmetscherarbeit, oder indem sie Konflikte schlichten. Dreh- und Angelpunkt ist weiterhin das Café International, das montags zwischen 10 und 12 Uhr im Live Sankt Martin als Anlaufstelle bei Fragen und Problemen aller Art dient. Da gehe es „hoch lebendig, sehr laut und doch gemütlich“ zu, berichtete Geerdts.

Sprachlehrer und Betreuer gesucht

In 16 Deutschkursen erteilen 40 Sprachvermittler Unterricht. Die deutsche Sprache bezeichnete Geerdts als Basis für die Integration. Für Konversation beim zwanglosen Kaffeeklatsch oder professionellen Unterricht inklusive Grammatik werden weitere Sprachlehrer gesucht, ebenso wie Familienbetreuer. Über 80 Flüchtlinge wurden bereits vor ihrer Anerkennung in Integrationskurse gebracht.

Dringend gesucht werden Praktikumsstellen. Als Lotse zu Arbeitgebern wurde Gernolf Karrer von den Neuen Pfaden genannt. Als weitere Kooperationspartner zählten die Sprecher des FHK das Asylgremium auf, in dem für die Stadt Bürgermeister Stefan Raetz, die Fachbereichsleiterin Susanne Pauck und der Erste Beigeordnete, Raffael Knauber, vertreten sind. Der Georgsring besorgt Möbel und Fahrräder, die VHS ist mit ihrem Kursangebot ausgelastet. Diakonie, Caritas, Arbeiterwohlfahrt und der Verein Abenteuer pur und Sportvereine engagieren sich.

Wohnungssuche ist schwierig

Ein Riesenproblem ist laut FHK die Wohnungssuche: Nur zwölf Flüchtlinge konnten bisher Wohnungen privat anmieten, obwohl das Sozialamt dafür zahlt. 60 haben bisher die Sammelunterkünfte am Schornbusch mit insgesamt 240 Plätzen bezogen. Der Rest lebt in städtischen und von der Stadt angemieteten Unterkünften.

Einen Stimmungsumschwung registriert Geerdts in Rheinbach nicht. Es gehe nach wie vor ruhig und freundlich zu. Indes beobachte man mit Sorge die Bonner Salafistenszene. „Doch das reicht nicht bis hier heraus“, sagte er.