KJI Merzbach: Ehrenamtler räumen am Neujahrsmorgen aus

KJI Merzbach : Ehrenamtler räumen am Neujahrsmorgen aus

Die KJI Merzbach sammelte am Neujahrsmorgen die Müllreste vom Silvesterfest rund ums Trafohäuschen ein. Diesen ehrenamtlichen Dienst leisten die Helfer seit über 20 Jahren.

Zur Silvestertradition gehört in den Rheinbacher Höhenorten ein Besuch beim Trafohäuschen oberhalb der Merzbacher Bergstraße. Von hier aus erblicken die Besucher am Horizont den Kölner Dom, das Siebengebirge und das Wachtberger Ländchen mit dem Radom – und um Mitternacht gibt es das Feuerwerk in etlichen Städten und Dörfern zu sehen.

Tradition ist es daher auch, dass am Neujahrsmorgen Mitglieder und Freunde der Kinder- und Jugendinitiative Merzbach (KJI) zum Festplatz kommen, um Böllerreste, leere Flaschen und Verpackungen einzusammeln. Ein knappes Dutzend Helfer waren es dieses Mal, viel zu tun hatten sie in diesem Jahr allerdings nicht. Nachdem in den vergangenen Jahren schon deutlich weniger Müll liegen geblieben war, hatte die KJI erstmals – vor den Feierlichkeiten – einen Container aufgestellt, den die meisten Feiernden offenbar auch genutzt haben.

Für dessen Anlieferung und Abholung war Hans-Peter Kreische verantwortlich. Außerdem hatte er ein Schild angebracht und unter anderem über Facebook auf den Container hingewiesen. Vor Ort hätten dann einige Umstehende andere aufmerksam gemacht, berichtet er. „Wir haben die Hälfte weniger aufzusammeln“, fasste Sammler Karl-Heinz Kerstholt den Erfolg der Aktion zusammen. Dafür sei der Container so gut wie halb voll. Zurückgehalten haben sich die Feiernden nicht, wie KJI-Vorsitzender Gregor Fecke mitbekommen hatte: „Hier wurde ganz gut geknallt.“

Mindestens 100 Leuten seien in der Silvesternacht vor Ort gewesen, schätzt Maria Dörrscheid, die mitgefeiert hatte. Am nächsten Morgen half sie mit ihren Kindern Milou (7) und Lilith (9) beim Aufräumen. Ein paar Raketenstäbe entdecken sie auf den angrenzenden Wiesen, die Reste einiger Knaller liegen auf dem Feldweg. Nicht alles fand also seinen Weg in den Container, Besen und Müllbeutel haben sie nicht vergebens dabei. Spaziergänger und weitere Helfer, die auf unterschiedlichen Wegen kommen, melden noch vereinzelt Scherben oder Müll. „Da gehen wir gleich noch hin“, versichert Gregor Fecke.

Denn aufgeräumt wird nicht nur am Trafohäuschen, sondern an mehreren Stellen zwischen Merzbach, Neukirchen und Irlenbusch. Keine selbstverständliche Leistung, nicht nur wegen der frühen Uhrzeit am Neujahrsmorgen. Sabine Fecke betont: „Man muss bedenken, die meisten, die hier sammeln, die knallern gar nicht selbst.“

Und doch kann sich die KJI seit über 20 Jahren auf ihre Helfer verlassen. Die planen gleich fürs kommende Silvesterfest: Dann, so überlegt Kreische, könnten sie den Container beleuchten. Da es im Feld nachts stockdunkel sei, hätten ihn einige gar nicht gesehen.

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