Integration in Rheinbach: Der Eritreer ist Fachmann für alle Fälle

Integration in Rheinbach : Der Eritreer ist Fachmann für alle Fälle

Der Flüchtling Asmerom Gebreweld hat bei einer Rheinbacher Elektrofirma eine Arbeitsstelle gefunden. Er hat das erreicht, wovon viele nur träumen können.

Nach der Anerkennung ist ein Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt ganz entscheidend für die Integration von Asylbewerbern. Asmerom Gebreweld hat erreicht, wovon viele träumen, die ihr Heimatland unter vielen Gefahren und widrigen Bedingungen verlassen haben: Der 30-Jährige, der aus politischen Gründen aus Eritrea geflohen ist, wie er erzählt, hat einen Aufenthaltstitel und einen festen Arbeitsplatz in Deutschland.

Eigeninitiative hilft

Seit dem Sommer ist er Elektrohelfer bei der AEW Servicegesellschaft für elektrotechnische Anlagen mbH in Rheinbach. Basis dafür ist nicht nur seine Berufsausbildung in Eritrea. Darüber hinaus sind es vor allem seine persönliche Beharrlichkeit und Eigeninitiative sowie das Engagement von Kümmerern und Betreuern des Rheinbacher Flüchtlingshelferkreises, seines Arbeitgebers und des zuständigen Bereichsleiters des Job-Centers Rhein-Sieg/Integration Point in Meckenheim.

Ein Oberdreeser Berufskollege, der selbst keinen Praktikumsplatz zur Verfügung stellen konnte, habe ihn angesprochen, ob er Gebreweld nicht ein Praktikum anbieten könne, erzählt der Geschäftsführer und Betriebsleiter der AEW, Horst Wassong. Er habe gleich zugesagt, zumal es sich bei dem jungen Eritreer um einen Fachmann handelt, der in seiner Heimat nachweislich eine Ausbildung „in einer Mischung aus Elektriker und Mechatroniker“ absolviert hat.

„Und dann kam die deutsche Bürokratie. Bürokratismus ist einfach nicht schön“, erinnert sich Wassong seufzend. Um gleich anschließend das Engagement des Bereichsleiters des Job-Centers Rhein-Sieg/Integration Point in Meckenheim, Johannes Klein, hervorzuheben. Ein Kümmerer habe mit Gebreweld die Informationsveranstaltung „Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt“ Ende Mai in Meckenheim besucht, so Klein zum GA. Dabei seien die beiden auf ihn zugekommen und er habe ihnen erläutert, welche Papiere und Formulare notwendig seien. Dass Klein diese dann wiederum auch persönlich „hin- und hergetragen“ habe, zeugt für Wassong von dessen persönlichem Engagement.

Weil die Anerkennung noch fehlte

Und er ist sicher: „Ohne ihn hätte es einfach nicht geklappt.“ Auf das genehmigte Praktikum folgte im Juli die Anstellung als Elektrohelfer bei AEW. Dass Gebreweld bislang „nur“ als Helfer und nicht als Fachkraft eingestellt werden konnte, liege daran, dass die Ausbildung, die der 30-Jährige in Eritrea absolviert hat, in Deutschland noch nicht anerkannt sei. Wassong weiß aber, dass Gebreweld die notwendige Qualifikation hat, denn: „Er hat alles gelernt, er kann alles, das hat er schon bei verschiedenen Aufträgen bewiesen.“ Auch die entsprechenden Nachweise seiner Ausbildung in Eritrea liegen vor, sogar in englischer Übersetzung. Allerdings dauere die Anerkennung viel zu lange, beklagt Gert-Uwe Geerdts vom Flüchtlingshelferkreis. „Das müsste alles einfacher werden“, sagt er.

Der ledige 30-jährige Gebreweld ist seit drei Jahren in Deutschland, erzählt er. Während der ersten 15 Monate sei er nicht anerkannt gewesen und durfte nicht arbeiten. Die Zeit verbrachte er mit freiwilliger Hilfe im Repair-Café, freiwilligen, selbst finanzierten Sprachkursen und mit dem Erwerb des Führerscheins. „Für den Führerschein habe ich fast 2000 Euro bezahlt“, sagt Gebreweld. Genau diese Eigeninitiative sei es, die Gebreweld besonders auszeichne und beispielhaft sei für andere, sind sich Geerdts, Wassong und der Oberdreeser Ortsvorsteher Kurt Brozio einig. Bei den 16 Mitarbeitern der AEW sei er anerkannt und integriert, fügt Wassong an. Für die Zukunft strebe er neben der vollen Anerkennung seiner Berufsausbildung die deutsche Staatsbürgerschaft an, sagt Gebreweld.

Wiedersehen mit den Eltern bleibt ein Wunsch

Zudem sei es sein großer Wunsch, seine Eltern wiederzusehen. Bislang konnten sie nur telefonieren, nicht einmal skypen. Wie ein Wiedersehen möglich sein könnte angesichts der Tatsache, dass er das Land aus politischen Gründen verlassen habe, weiß er nicht. Seine Eltern seien glücklich, dass er in Deutschland in Sicherheit und zufrieden sei.