Rheinbach Classics: Der Bürgermeister kommt mit dem "Feuerkopf"

Rheinbach Classics : Der Bürgermeister kommt mit dem "Feuerkopf"

Bei genauem Hinsehen gab es Vergnügliches und Trauriges bei den Classics: Rosemarie Nitribitts rotes 190 SL-Mercedes-Cabrio hatte sich angesagt, blieb aber aus. Dessen Vorbesitzer wollte seinen ferrariroten Messerschmidt-Kabinenroller nicht zu Hause lassen. Willi Brülls hängte ihn einfach an seinen 220 BC Mercedes Cabrio an.

Dafür brachte Monika Schoen aus Swisttal-Heimerzheim einen Thunderbird zur Parade, wie ihn Thelma und Louise im gleichnamigen Film fuhren, inklusive 1960 üblicher elektrischer Fensterheber und Rockn-Roll-Girls in pink und türkis, die sonst in Heimerzheim bei einer Jazz-Tanzgruppe agieren.

Beim Fachsimpeln über die Wagen der Neuzeit, und ob sie auch zu Oldieehren kommen würden, meldete ein Computer-Fachmann Zweifel an. Der Rheinbacher Wulf Poth gab zu Bedenken, dass die Computergesteuerten und -gewarteten Fahrzeuge vielleicht nicht verrostet seien. Die veralteten Programme und entsprechenden Computer könnten in 30 Jahren aber längst verschwunden sein.

Beim Anblick des 58er Plymouth Fury lief Horror-Fans ein Schauer über den Rücken. Einsam wartete "Christine" auf den Besitzer. Star-Regisseur John Carpenter verfilmte das ungewöhnlich "einnehmende Wesen" dieses Wagens, ausgedacht von Stephen King. Der stumpfe Glanz der Karosserie wies nicht nur auf die Original-Lackierung hin, sondern erinnerte an die Restaurationsbemühungen, die im Film auf den Besitzer warteten.

Für Björn und Andrea Palmert wurde die Parade zur Oldie-Wertungsprüfung zum Anlass, zu prüfen, wer sich ewig bindet. Die Heimerzheimer heirateten in der Ipplendorfer Kirche in Rheinbach-Wormersdorf. Und fuhren auf die Bühne im maronenfarbenen Thunderbird, der vierte in der Farbpalette von braun, rot und türkis der Familie Schoen.

Dieter Nechterchen aus Bonn fuhr einen Mercedes 230 , der bereits 1967 mit Windabweiser im Schiebedach, heizbare Heckscheibe und Liegesitzen ausgerüstet war. Er nimmt an, dass die Sonderausstattung von einem besonderen Vorbesitzer stammt: Bundesratspräsident Helmut Lemke.

Rauh fuhr Raetz: Wolfgang Rauh hatte Prominenz auf dem Beifahrersitz. Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz ließ sich im "Feuerkopf", einem Triumph Spitfire, "topless" chauffieren.