1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Rheinbach

Rheinbach Classics: Das umstrittene Bon-System wird wohl abgeschafft

Rheinbach Classics : Das umstrittene Bon-System wird wohl abgeschafft

Der Verein Rheinbach Classics wird bei den nächsten Classics am 20./21. Juli 2008 auf das Verzehrbon-System verzichten. Damit reagiert der Veranstalter auf die von vielen Besuchern geäußerte Kritik. Der Gesamtbonus von drei Euro im Eintrittspreis von vier Euro war in sechs 50-Cent-Bons aufgeteilt worden, die aber nur einzeln in jeweils einem Geschäft oder Restaurant eingelöst werden konnten.

"Ich will der Entscheidung unserer Vereinsmitglieder zwar nicht vorgreifen, aber wir werden im nächsten Jahr vermutlich auf die Bons verzichten", sagte Chef-Organisator Heinz Haubrichs gestern. Man habe versucht, die Gastronomie bei der Finanzierung mit ins Boot zu holen.

Im nächsten Jahr werde man wieder nur "einfachen Eintritt" verlangen, "wohl eher etwa mehr als fünf Euro für zwei Tage". Haubrichs: "Wir wollen uns keine goldene Nase verdienen, wir müssen uns aber auch ein kleines finanzielles Polster zu legen. Was ist denn, wenn es bei den Classics mal regnet?"

Schon in diesem Jahr habe man bei tollem Wetter und geschätzten 12.000 zahlenden Besuchern nur ein kleines Plus gemacht. "Die Rheinbach Classics waren einfach klasse. Das zeigen die vielen positiven Reaktionen von Besuchern, aber auch die von den vielen Künstlern und Bands, die sich schon jetzt für das nächste Jahr bei uns angemeldet haben", sagen die Vorstandschefs von Rheinbach Classics e.V., Heinz Haubrichs und Jens Hoffmeister.

"Dass eine solche Großveranstaltung auch kritische Töne hervorruft, ist und war uns natürlich klar", so Haubrichs weiter. Er meint das Verzehrbon-System. "Die Grundidee dahinter war, über Verzehrbons im Gesamtwert von drei Euro einen Großteil des Eintrittsgeldes auf diese Art und Weise an die Besucher zurückzuführen.

Dass dies nicht immer so reibungslos funktioniert hat und dass einige Besucher offenbar dachten, man könne in einem Café oder Eissalon beim Kauf einer Tasse Kaffee oder einer Portion Eis alle Bons auf einmal einlösen, ist möglicherweise nicht unmissverständlich genug durch uns kommuniziert worden", so Haubrichs.

Die Veranstalter wollen daraus lernen. "Wir haben viel Zuspruch von Besuchern bekommen, die sogar bereit wären, für diese einmalige Großveranstaltung mit vielen Bands und einem tollen Programm Eintritt auch ohne Bons zu entrichten", so Hoffmeister.

Eines stellen die Veranstalter klar: Zum Nulltarif sei diese für ganz Rheinbach überaus wichtige Veranstaltung mit einem Etat von rund 120.000 Euro nun einmal nicht zu finanzieren: Mit dem immensen Medienecho, mit Liveübertragungen in Funk und Fernsehen habe Rheinbach weit über die Stadtgrenzen hinaus wochenlang im Rampenlicht gestanden. Das sei nicht nur Wirtschaftsförderung, sondern auch allerbeste Image- und Tourismuswerbung.

"Wir entschuldigen uns für mögliche Pannen und werden nächstes Jahr versuchen, es noch besser machen", so Haubrichs und Hoffmeister. Und was die Kritik am Verzehrbon-System betrifft, meinen beide: "Wir können uns nicht erinnern, bei einem Kino-Besuch (etwa neun Euro), oder beim Konzert (etwa 40 Euro) schon einmal Bons als Zugabe bekommen zu haben."

Nach dem Erfolg von "Nabucco" stellt Haubrichs auch für 2008 eine Open-Air-Oper in Aussicht. Der Veranstalter könne sich vorstellen, mit "Aida" die nächste Verdi-Oper auf die Bühne zu bringen.