„50 Jahre – 50 Gläser“: Das Glas wird in Rheinbach gefeiert

„50 Jahre – 50 Gläser“ : Das Glas wird in Rheinbach gefeiert

Für eine bleibende Erinnerung an das Jubiläumsjahr haben das Glasmuseum und die „Freunde edlen Glases“ mit dem Katalog „50 Jahre – 50 Gläser“ gesorgt. Er begleitet die gleichnamige, prachtvolle Ausstellung im Glasmuseum.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, strahlen aber auch oft noch lange Zeit nach. Die zahlreichen Veranstaltungen, die im Rahmen des Rheinbacher Glasjubiläums – 70 Jahre Glasfachschule und 50 Jahre Glasmuseum – in den vergangenen Monaten zu unterschiedlichsten Themen rund um den edlen Werkstoff geboten wurden, fanden ihren Höhepunkt in einem großen Festakt, der im Beisein hochkarätigen Publikums die Geschichte des Glasmuseums und der Glasfachschule würdigte. Der Beitrag, den beide Institutionen für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und damit auch für die Lebensqualität der Rheinbacher Bürger leisteten, wurde dabei vielseitig hervorgehoben.

Für eine bleibende Erinnerung haben das Glasmuseum und die „Freunde edlen Glases“ nun mit dem Katalog „50 Jahre – 50 Gläser“ gesorgt. Er dient als Festschrift und Begleitband zur gleichnamigen Sonderausstellung. Auf knapp 200 Seiten liefert der Katalog reich bebildert nicht nur Wissenswertes für Glasliebhaber, sondern lässt auch eine illustre Gruppe von Menschen, die sich der Glasstadt verbunden fühlen oder gar in ihr beheimatet sind, zu Wort kommen.

Diese haben Patenschaften für ausgewählte Exponate, die in den Vitrinen des Museums zu finden sind, übernommen und äußern sich dazu in einem kleinen Text. Mal steht die Begeisterung für den kunsthistorischen Hintergrund im Mittelpunkt, mal sind persönliche Gedanken humorvoll oder tiefgehend formuliert. Indem sich die 55 Paten kurz mit ihrer Vita vorstellen, liest sich das Werk wie ein Who's who Rheinbachs, kombiniert mit der Vorstellung antiker und zeitgenössischer Glasobjekte. Ob Ratsmitglied, Lehrer, Pfarrer, Tierarzt oder Optiker – es sind die vielen Gesichter Rheinbachs, die das Durchblättern dieses bunten Bildbandes so einmalig machen. „Wir wollten nicht einfach einen Katalog herausgeben, der dann aufgrund des zu hohen Verkaufspreises nicht die breite Öffentlichkeit begeistert“, erläutert Arnd Pötter die Motivation für diesen außergewöhnlichen Katalog.

Zeitzeugen äußern sich zu Glasobjekten

Gemeinsam mit Ruth Fabritius sei die Idee geboren worden, den unterschiedlichen Sichtweisen auf den Werkstoff Glas Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei sollten die Paten so ausgewählt werden, dass die Teilnehmer einen Querschnitt der Menschen Rheinbachs ergeben. Die Spenden im niedrigen dreistelligen Bereich finanzierten den Katalog. Der Kreativität der Textbeiträge waren keine Grenzen gesetzt.

So äußern sich Zeitzeugen der Rheinbacher Stadtgeschichte wie Gerd Hickisch, der aus dem Sudetenland vertrieben seine Kindheit und Jugend in Rheinbach verbrachte, oder die aus Steinschönau stammenden Schwestern Elfi Rath und Gerlinde Hopfinger über die von ihnen ausgewählten Glasobjekte. Hopfinger, die als Schülerin der Glasfachschule das Werden der Glasstadt von Beginn an miterlebt hat, hat ihre Gedanken gemeinsam mit ihrer Schwester über einen böhmischen Deckelpokal aus dem 19. Jahrhundert in Erinnerung an ihre Heimat niedergeschrieben. Fritz Berg findet als Rheinbacher Glaskünstler einer imposanten Kristallvase Erwähnung durch Ratsmitglied Silke Josten-Schneider. Claudia Cronenberg, Lehrerin am Sankt-Joseph-Gymnasium, wiederum liefert einen Dialog mit ihrem Sohn Nils, in dem sich beide Gedanken über ein Objekt von Peter Crisp aus dem Jahre 1985 machen.

Auch Gerd Engel vom Verein „Rheinbach liest“ fungiert als Pate und sieht in einer verformten Glasscheibe der Bonner Künstlerin Tina Grunert gar die Darstellung der Goldhochzeit von Rheinbach und seinem Glasmuseum. Und während Brigade General Wolfgang E. Renner in seinen Gedanken über einen böhmischen Becher mit Ansichten von Waffentrophäen Parallelen in der Funktion Rheinbachs als Glasstadt und als Bundeswehrstandort zieht, ist für Petra Zavelberg-Lohmer vom Herrenausstatter Zavelberg sofort klar, dass sie das handtaschenförmige Lichtobjekt „Geheimnisvolles Ich“ von Elena Graure-Manta wählt: „Ich habe mich sofort für dieses modische Objekt entschieden und Glück gehabt, dass sich kein anderer dafür interessiert hat.“

Nicht immer sei es so einfach gegangen, erklärt Arnd Pötter. Bei dem Treffen im Glasmuseum, zu dem mehr als 30 Paten erschienen waren, hätten sich auch mal mehrere für dasselbe Exponat begeistert, so das Vereinsmitglied der „Freunde edlen Glases“. „Aber alle sind sich schnell und friedlich einiggeworden.“

Der Katalog „50 Jahre – 50 Gläser“ ist zum Preis von zehn Euro im Rathaus, im Glasmuseum und in der Buchhandlung Kayser zu erwerben. Die Ausstellung „50 Jahre - 50 Gläser“ ist noch bis zum 13. Januar im Glasmuseum zu sehen.