Flüchtlingsunterkünfte in Rheinbach: Das Containerdorf kann Ende Juni bezogen werden

Flüchtlingsunterkünfte in Rheinbach : Das Containerdorf kann Ende Juni bezogen werden

Unterkunft am Schornbuschweg in Rheinbach ist für 250 Flüchtlinge ausgelegt. Bürgermeister Raetz rechnet mit bis zu 80 Neuankömmlingen pro Monat.

Nein, einen Flughafen werde Rheinbach nicht bekommen – zumindest nicht am Schornbuschweg. Auch wenn die Dimensionen des emsigen Treibens von Baggern und Planierraupen auf dem 11 000 Quadratmeter großen Areal hinter den Tennisanlagen in Richtung Palmersheim diesen Eindruck erwecken könnten, wie Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz während der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses berichtete. Es bleibt bei dem Containerdorf für Flüchtlinge. Wenn die noch laufenden, umfangreichen Erdarbeiten abgeschlossen sind, sollen in wenigen Tagen die Container angeliefert werden, sagte der Verwaltungschef. Ab Ende Juni können die Unterkünfte bezogen werden.

Wie berichtet, entstehen auf dem städtischen Grundstück an der L 493 zweistöckige Containerunterkünfte für bis zu 250 Asylsuchende. Allein für diesen Teil des Containerdorfs investiert die Stadt fünf Millionen Euro, dazu noch 1,2 Millionen für die Bodenplatte. Vorgesehen sind drei zweigeschossige Gebäudekomplexe – bestehend aus je 80 Einzelcontainern.

Damit die provisorischen Wohnungen auf einem tragfähigen Untergrund stehen, ist auf der Fläche Recyclingmaterial verteilt und verdichtet worden, wie Norbert Sauren, Pressesprecher der Stadt Rheinbach, dem GA sagte. „Derzeit wird diese mit einer ausreichend tragfähigen Asphaltdecke versiegelt.“ Die Beheizung der Unterkünfte erfolge über eine moderne mit Biomasse betriebene Pelletkesselanlage, so Sauren.

Damit die Bewohner zum Einkaufen, zur Schule oder ins Stadtzentrum gelangen können, soll unter anderem der Wirtschaftsweg zwischen dem Containerdorf und der Münstereifler Straße mit einer Asphaltdecke und einer Beleuchtung versehen werden. Damit sie sicher über die Straße gelangen, stellt der Landesbetrieb Straßen NRW eine provisorische Ampelanlage auf. Raetz werde das Dorf nach der Fertigstellung während einer Ortsbesichtigung vorstellen und in einer Bürgerversammlung über den künftigen Betrieb der Unterkunft berichten.

Fraktionen begrüßen Konzept

Apropos Bürgerversammlung: „Die Menschen dürfen langlaufen, wo sie wollen, wenn sie sich an die Verkehrsregeln halten“, stellte der Verwaltungschef fest und spielte damit auf entsprechende Nachfragen von Zuhörern während der jüngsten Bürgerversammlung im Stadttheater an.

Die Fraktionen begrüßten das vorgestellte Konzept: „Für uns ist die Planung akzeptabel“, sagte Martina Koch (SPD). Dass die günstigste und zudem eine bequeme Lösung gefunden worden sei, lobte Karsten Logemann (FDP). Ausdrücklich sprach sich Dietmar Danz (SPD) dafür aus, den Flüchtlingen den Gang etwa durch das angrenzende Wohngebiet nicht zu verbieten oder ihnen explizit vorzuschreiben, welche Wege Richtung Zentrum sie zu gehen hätten.

Kalle Kerstholt (SPD) regte an, dass die Verwaltung dem Ausschuss regelmäßig Bericht erstatten möge, wie das Zusammenleben im Containerdorf vonstatten geht und ob die gefundene Verkehrslösung mit dem Ampelübergang von den Verkehrsteilnehmern angenommen werde. Ohne Gegenstimmen segnete das Gremium die Pläne für das Provisorium am Schornbuschweg ab.

„Wir glauben, damit für den nächsten Ansturm gewappnet zu sein“, stellte Raetz fest. Nachdem die Zuweisung neuer Flüchtlinge bis Ostern gestoppt war, rechnen seine Verwaltung und er nun wieder mit einem „ähnlichen Zulauf wie zum Jahresende“ – also von bis zu 80 Menschen pro Monat.

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