"Plute, Pröll un Plunde": Bürgerinitiative saniert Dorfbrunnen in Rheinbach

"Plute, Pröll un Plunde" : Bürgerinitiative saniert Dorfbrunnen in Rheinbach

Die Initiative „Plute, Pröll un Plunde" hat in Eigenleistung den Dorfbrunnen in Scherbach und die Anlage darum saniert. Finanziert wurden die Arbeiten aus Erlösen der Dorftrödelmärkte der vergangenen Jahre.

Dass in dem Brunnen der „Höllekretze“ wohnt, vor dem ältere Scherbacher als Kinder noch gewarnt wurden, hat sich nicht bestätigt. Ein solches Wesen wurde tatsächlich nicht gefunden, als der Dorfbrunnen in dem zu Merzbach gehörenden Wohnweiler mit knapp 40 Einwohnern im Zuge der Sanierung abgepumpt wurde.

Und noch eine gute Nachricht gab es dabei für die Akteure des Initiativkreises „Plute, Pröll un Plunde“: es gab auch keinen Nachweis von alten Weltkriegswaffen. „Das Gerücht war, dass Ende des Zweiten Weltkriegs, als die Amerikaner anrückten, Leute ihre Waffen im Brunnen entsorgt hätten“, erläutern Ortsvorsteher Jochen Bois, Anne Wahlen, Michael Steffen, Werner Nachtigall und Kalle Kerstholt. Weil es vor dem Hintergrund dieses Gerüchts zu gefährlich gewesen sei, den Schlamm auf dem Brunnengrund abzusaugen, habe der Kampfmittelräumdienst Proben genommen, die aber unverdächtig gewesen seien. Und so konnte das Projekt „Sanierung des alten Dorfbrunnens, der Schutzhütte und des Aufenthaltsbereichs“ umgesetzt werden.

Finanziert hat der Initiativkreis das Projekt mit 1600 Euro aus dem Erlös der Dorftrödelmärkte der vergangenen vier Jahre. Unter anderem wurde das Holzgeländer um die Anlage erneuert. Ebenso die marode Holzkonstruktion am Brunnen und das Dach, für das teils alte Schindelpfannen, die im städtischen Baubetriebshof gelagert waren, wiederverwendet wurden. Sechs Tage habe die Gruppe mit etwa 15 Leuten vor Ort gearbeitet, so Kerstholt. Unterstützung kam von drei örtlichen Fachfirmen: Hans-Peter Kreische für die notwendigen Erdarbeiten, die Firma Ruhnau übernahm die Pflasterarbeiten und André Allnoch die Dacharbeiten.

Dass der alte Brunnen aus dem Dornröschenschlaf erweckt wurde, war natürlich Anlass für ein Einweihungsfest für alle Helfer und die Bewohner von Scherbach. Bürgermeister Stefan Raetz dankte für die „gelungene, gemeinsame Aktion der Highlands“. Damit sei „dieses schöne Fleckchen wieder in einen schönen Zustand mit Aufenthaltsqualität“ versetzt worden, der öffentlich zugänglich und für jeden nutzbar sei.

„Die Wanderer werden es Ihnen danken“, so der Bürgermeister weiter. Wurden in den Dank alle Helfer und beteiligte Firmen eingeschlossen, gab es für Ingrid Nachtigall einen Blumenstrauß: die Anwohnerin habe die Helfer an jedem Tag des Arbeitseinsatzes mit Essen und Trinken versorgt, so Kerstholt.

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