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Eindrucksvolle Ausstellung: Ausstellung in Rheinbach zeigt Versöhnung auf den Schlachtfeldern

Eindrucksvolle Ausstellung : Ausstellung in Rheinbach zeigt Versöhnung auf den Schlachtfeldern

Diesen Samstag eröffnet die Ausstellung zur Partnerschaft des Friedens Douaumont-Vaux und Rheinbach. Gezeigt wird die eindrucksvolle Schau im Rheinbacher Rathaus.

+++ UPDATE: Die Ausstellungseröffnung am Samstag wurde wegen der Coronakrise abgesagt! +++

Wenn aus unsäglichem Leid und Tausenfachem Sterben ein beeindruckendes Bekenntnis für den europäischen Gedanken und insbesondere die deutsch-französische Freundschaft wird, stehen die Besucher staunend vor den Bildern der Ausstellung „Partnerschaft des Friedens Douaumont-Vaux Rheinbach“. Die Glasstadt ist die erste Kommune überhaupt, die mit der Kleingemeinde bei Verdun, die während des Ersten Weltkriegs vollständig ausgelöscht worden ist, diese Partnerschaft geschlossen hat. Diesen Samstag eröffnet – Corona zum Trotz – die beeindruckende Schau mit 14 großformatigen Schautafeln, im Foyer des Rheinbacher Rathauses.

„Es gibt einige Bilder, die sind nicht für Kinderaugen geeignet“, sagte Peter Baus, pensionierter Stabshauptmann und Militärhistoriker aus Rheinbach, der für das Konzept und das Design der Ausstellung verantwortlich zeichnet. Schon weit mehr als 100 Mal hat Baus die lothringische Stadt Verdun und seine Umgebung besucht. Die Geschichte der Schlacht, die im Februar 1916 begann und im Dezember des gleichen Jahres endete, ist nicht erzählbar ohne auf das Sterben von mehr als 305­ 000 Tote und Vermissten einzugehen. 60 Millionen Sprenggranaten, davon 100 000 Giftgasbomben gingen rund Verdun nieder – ein militärisches Großaufgebot mit langer, erbitterter Feindschaft zwischen Deutschen und Franzosen.

Die Ausstellung zur Partnerschaft des Friedens, die am Samstag eröffnet, bauen Peter Baus (von links), Thomas Spitz und Stefan Raetz auf. Foto: Axel Vogel

Als im November vergangenen Jahres eine Delegation aus Rheinbach nach Douaumont-Vaux reist, um die erste Partnerschaft des Friedens zu unterzeichnen, reist auch ein ungewöhnliches Gastgeschenk mit nach Lothringen. Ein Baum, der mit Blüten verziert ist, auf denen Schüler der Französischklassen der Jahrgangsstufe acht des Städtischen Gymnasiums ihre Wünsche wie „Frieden“, „Hoffnung“ oder „Zukunft“ notiert haben. Eigens für die Ausstellung haben die Schüler einen weiteren Friedensbaum erstellt, der im Foyer aufgestellt ist.

Neben den Tafeln mit vielen Fotos sind auch viele Originalexponate aus der Zeit des Ersten Weltkriegs zu sehen – darunter ein sogenanntes Schweineschwänzchen. Den Spiralbohrer für Stacheldraht aus dem Jahr 1916 entdeckte Bau durch Zufall bei einem seiner Besuche in Frankreich. „Der Boden ist noch voll davon“, berichtete er.

Teil des Konzeptes der Friedensausstellung ist, dass sie ab Ende März auf Reisen geht. „Vor allem Schulen wollen wir die Schau zur Verfügung stellen“, berichtete Thomas Spitz von der Stadtverwaltung. Er, Bürgermeister Stefan Raetz und GA-Fotograf Axel Vogel haben viele Fotos für die Dokumentation der Partnerschaft für den Frieden gemacht hat. Geplant ist, dass zur Manifestierung der Partnerschaft ein gemeinsamer Gedenktag beider Kommunen eingerichtet wird. Ausgeguckt ist der 22. September. Am 22. September 1984 reichten sich Frankreichs Präsident François Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl vor dem Gebeinhaus in Douaumont die Hand zur Versöhnung.

Zu sehen ist die beeindruckende Ausstellung bis Dienstag, 31. März, im Foyer des Rheinbacher Rathauses, Schweigelstraße 23. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 8 bis 12 und 14 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 8 bis 11.30 Uhr. Führungen gibt es jeweils Sonntag, 15. und 22. März, ab 15 Uhr. Auch Führungen für Gruppen sind möglich. Anmeldung per E-Mail an thomas.spitz@stadt-rheinbach.de.