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Eulenbach in Rheinbach: Ausschuss will alle Teiche erhalten

Eulenbach in Rheinbach : Ausschuss will alle Teiche erhalten

Geplant war, dass der Rheinbacher Wasserlauf ein neues Bett bekommt und die Pilgerpfadsweiher mit frischem Wasser speist. Jetzt wurde festgestellt: Der Bach liegt einen Meter tiefer als der Zulauf zum ersten Weiher.

Kopfschüttelnd verfolgt Heinz Kessel, Vorsitzender des Eifel- und Heimatvereins Rheinbach, die Debatte über die Renaturierung des Eulenbachs im Rheinbacher Stadtwald. „Das darf nicht wahr sein“, sagt Kessel, der sich einen der Zuhörerplätze im Großen Sitzungssaal des Rathauses gesichert hat.

Was den Naturfreund und engagierten Wanderführer des Eifelvereins so erzürnt, ist die Abwägung darüber, ob nicht einer der beliebten Teiche im Stadtwald trockengelegt werden muss, damit der mitunter wenig Wasser führende Eulenbach wenigstens die übrigen vier Teiche mit frischem Wasser speisen kann.

Hintergrund: Wie der beklagenswerte Zustand des Baches und der Weiher verbessert werden kann, darüber hatten Fachleute des Sachverständigenbüros „die Gewässerexperten“ aus Lohmar im Juni vergangenen Jahres dem Ausschuss für Stadtentwicklung; Umwelt, Planung und Verkehr berichtet. Genau vor einem Jahr hörten schließlich rund 60 Interessierte den Planern zu, mit welchem ökologischen Konzept sie die Pilgerpfadsweiher erhalten wollen (der GA berichtete).

Doch nun sind erst einmal alle Pläne hinfällig. Denn: Topographische Untersuchungen der Sachverständigen haben jetzt ergeben, dass der Bach gut einen Meter unterhalb der parallel verlaufenden Zuleitung zum ersten von fünf Teichen liegt. Heißt: Die von Kommunalpolitikern wie von den Bürgern bevorzugte Variante ist technisch nicht durchführbar. „Das hat mich total geärgert, als ich das gelesen habe“, sagt Ausschussvorsitzender Markus Pütz (CDU). „Da haben wir eigens zur Bürgerbeteiligung eingeladen und dann geht das nicht wegen der Topographie“, meint der Christdemokrat.

„Die haben festgestellt, dass das Wasser nicht den Berg hinauf läuft“, meint Hans Peter Höfel (CDU) mit einem Augenzwinkern. Nun stattdessen, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, auf eine Sanierungsvariante zu setzen, bei der mindestens ein Teich trocken laufen soll, ist aus Höfels Sicht nicht hinnehmbar.

Der Christdemokrat plädierte dafür, an der bevorzugten Bachvariante festzuhalten und gleichzeitig den Teich Nummer eins einzubeziehen. Vor gut 300 Jahren ist der Eulenbach umgeleitet worden zwecks besserer Versorgung städtischer Einrichtungen wie der Stadtgräben in der Kernstadt mit Wasser – etwa in Höhe der heutigen Waldkapelle.

Den Pilgerpfad selbst, der durch den Stadtwald an den Pilgerpfadsweiher vorbei bis zur Waldkapelle führt, legten emsige Hände des Rheinbacher Verschönerungsvereins 1884 an. Wenn dem Eulenbach und somit den Weihern mit der Renaturierung wieder mehr sauerstoffreiches Wasser zugeführt wird, übernimmt das Land 90 Prozent der Kosten für das Ökologieprojekt.

Kritik am gesamten Vorhaben kam von Albert Wessel (UWG): „Ich kann auch nur mit dem Kopf schütteln.“ Nach seinem Dafürhalten ist es kaum erklärbar, dass zur Renaturierung zuerst große Bulldozer hinzugezogen werden müssten.

Das Geld für die Sanierung – laut Verwaltung rund 160.000 Euro – wäre für andere Projekte in Rheinbach sinnvoller eingesetzt, meint er. Für Lorenz Euskirchen (FDP) ist entscheidend, dass die Weiher im Rheinbacher Stadtwald nicht nur aus ökologischer Sicht zu betrachten sind, sondern dass sie wegen ihrer hohen Erholungsqualität auch einen „Mehrwert für Rheinbach“ haben.

Für Anne Mäsgen (Grüne) ist die neu erdachte Variante aus mehreren Gründen nicht annehmbar: „Wir wissen nicht, was diese Variante kostet und wie sie gefördert wird“, sagt Mäsgen. „Die Schönheit der Weiher ist nicht förderfähig“, sagt sie. Im Mittelpunkt der Bemühungen müsse darum auch der ökologische Nutzen stehen, erinnert die Grünen-Ratsfrau.

Mehr Fragen als Antworten brachten die jüngsten Topographieerkenntnisse Georg Wilmers (SPD). Er vermisste zudem einen Teil des beabsichtigten Bachlaufs, der aus den neuesten Unterlagen schlicht verschwunden zu sein schien. Da kein Sachverständiger bei der Sitzung anwesend war, beschloss der Ausschuss, dass das Büro die ursprünglich beabsichtigte Variante erneut prüfen möchte – eingedenk des klaren Ziels, auch den Teich Nummer eins mit frischem Wasser zu versorgen und somit zu erhalten.