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Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: 5,7 Millionen Euro für die Lehre

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg : 5,7 Millionen Euro für die Lehre

Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg erhält zum zweiten Mal Geld aus dem Qualitätspakt der Bundesbildungsministerin. Mit dem Batzen aus dem Fördertopf werden Studierende messbar besser gefördert.

Für solch wichtige Post reist Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, persönlich aus Berlin an – allen Widrigkeiten des Verkehrs zum Trotz. Doch gerne harrt Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, dem Eintreffen des aus Düren stammende Bildungspolitikers, dessen Flug von Berlin nach Köln/Bonn einer Streichung zum Opfer fiel. Nachdem Rachel mit einem späteren Flugzeug abheben darf, steht er vom Adenauer-Airport aus kommend im Baustellenstau an der Bonner Nordbrücke. Der Bewilligungsbescheid in Form einer Urkunde mit der schriftlichen Zusage für gut 5,7 Millionen Euro hat allerdings auch nach gut einer Stunde Wartezeit keinen Cent an Wert verloren.

Dass die Hochschule mit ihren drei Standorten in Sankt Augustin, Rheinbach und Hennef bereits zum zweiten Mal solch ein millionenschweres Schriftstück in Empfang nehmen darf, empfindet Ihne „als Auszeichnung“, wie er im Gespräch mit dem General-Anzeiger sagt. Schließlich gehört sie damit zu den bundesweit 156 Hochschulen, die im sogenannten Qualitätspakt Lehre vier weitere Jahre gefördert werden. Pro-Mint-us lautet der Name des Projekts. Dieser steht dabei für das projektbasierte Lernen in den sogenannten Mint-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Hintergrund: Die Hochschule hatte bereits 2012 beim ersten Wettbewerb erfolgreich um Mittel geworben – damals flossen 6,2 Millionen Euro für fünf Jahre, jetzt sind es 5,7 Millionen für vier Jahre. „Das Projekt an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat uns auch in der zweiten Förderrunde des Qualitätspakts Lehre überzeugt“, meint Thomas Rachel. Dass der Bund die Hochschulen zusätzlich fördere, sei keine Selbstverständlichkeit. „Schließlich sind die Hochschulen eigentlich Ländersache“, sagt der CDU-Mann.

Dass die Unterstützung aus Berlin an der Hochschule in den vergangenen fünf Jahren bereits reiche Früchte trägt, kann Marco Winzker, Professor und Projektleiter von Pro-Mint-us, mit Zahlen belegen. „Wir sehen, dass die Klausurergebnisse in vielen Mint-Fächern signifikant besser geworden sind“, weiß Winzker. Das Geheimnis des Erfolges liege in der Möglichkeit, die Studierenden besser individuell fördern zu können – etwa in der Studierwerkstatt, in der Entwicklung neuer Lehrkonzepte und mehr hochschuldidaktischer Weiterbildung.

Diese leisten beispielsweise Tutoren wie Virginia Malchus und Dominik Dittmann. „Wir nehmen uns als Tutoren Zeit, vor allem mit den Erstsemestern Aufgaben zu lösen oder ihnen zu zeigen, wie sie ein Laborprotokoll ausarbeiten“, sagt Dittmann. „Wir wollen etwas weitergeben, was wir durch Pro-Mint-us selbst in der Anfangsphase des Studium erfahren haben“, weiß Virginia Malchus.

Solch ein Training kann sich Ihne auch in anderen Lehrfächern vorstellen, berichtet er, nachdem er den Förderbescheid in Händen hält. „Wir bräuchten Geld für ein dauerhaftes Coaching“, erklärt der Hochschulpräsident dem Berliner Gast. Und: In der zweiten Förderphase soll die Erstellung von Lehrvideos ausgebaut werden, erklärt Marco Winzker. „Denn diese werden zum Nacharbeiten des Stoffs von den Studierenden sehr gut angenommen.“