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Rheinbach Classics: 200 Liter Fett für 152 Meter hohen Frittenturm

Rheinbach Classics : 200 Liter Fett für 152 Meter hohen Frittenturm

Organisatoren des 50er-Jahre-Marktes "Rheinbach Classics" arbeiten auf Hochtouren, um Großereignis am 14. und 15. Juli zu bewältigen. Auf 500 Oldtimer und 50.000 Besucher bereiten sich die Veranstalter von "Rheinbach Classics" am Wochenende des 14. und 15. Juli in Rheinbach vor.

Im Schneckentempo rollen dann die Karossen im Korso über die Straßen, kokettierend mit Lack, Leder und Chrom. Rockmusik schallt von vier Bühnen. Die Röcke der Damen bauschen sich über den Petticoats der 50er und 60er Jahre. Um diese Vision dreht sich beim Veranstalterteam zurzeit alles.

Bei Großveranstaltungen liegt der Teufel im Detail, sozusagen vom kleinsten Schräubchen für die Bühne bis zu den Krankenbetten der eigens eingerichteten Sanitätsstation. Rheinbach kann nämlich nicht mehr auf ein Krankenhaus zurückgreifen, im vergangenen Jahr wurde es geschlossen.

Der Einkaufszettel für die sechs Versorgungsstationen verkündet Superlative. In acht Kühlanhängern schlummert ein 40 000-Liter-See an Getränken, der die Hälfte des Massagebeckens im Freizeitbad Monte Mare füllen würde. 380 Kisten mit Pommes frites türmen sich auf 152 Metern Höhe. Sie werden in 200 Litern Fett schwimmen.

Zum Vergleich: in den Tank des Opel-Blitz-Veteranen der Rheinbacher Feuerwehr passen 68 Liter. Die Ketchup-, Mayo- und Senfvorräte wiegen 300 Kilogramm. Würstchen und Schweinesteaks bringen 2800 Kilogramm auf die Waage. Lachs und Garnelen bekommen eine vorsichtige Premiere und wiegen daher bescheidene 300 Kilogramm.

Der Platz in der Innenstadt wird Mangelware, trotz der Gesamtfläche Rheinbachs von fast 7000 Hektar. 6000 Parkplätze werden ausgewiesen. Ein Teilstück der Landstraße 158 ist in Richtung Meckenheim gesperrt, um weitere 1,5 Kilometer Standfläche zu bieten. Nur Oldtimer und Besucher dürfen weiter.

Shuttle-Busse verkürzen die Wege. 15 Schlupflöcher werden mit 300 Metern Bauzaun geschlossen. An zehn Kassen kann passiert werden. Der Eintrittspreis beträgt zwei Euro pro Tag, beziehungsweise fünf Euro für beide Tage. Drei Euro werden dann in Form von Verzehrbons zurückerstattet. Und dann sind da noch die vier Bühnen und ihre Ausrüstung.

Die Territorien der 185 auftretenden Musiker sind zusammen 250 Quadratmeter groß. Das Open-air-Opern-Spektakel "Nabucco" am Freitag, 13. Juli, ist mit 105 Sängern und Musikern ein Platz-Fresser. Für die Akteure von Oper und "Rheinbach Classics" parken vier "Nightliner"-Busse mit Betten, Küche und Sitzecke.

Fünf 40-Tonner-Lkw und drei 7,5-Tonner schleppen die Ausrüstung an, berichten Lars Prior und Carsten Berke vom Veranstaltungsteam. 40 Techniker, drei Meister und 30 Helfer ziehen 450 Längenmeter Bühnenboden hoch. Für die Traversen der Überbauten werden weitere 450 Meter verbraucht.

Acht Stationen mit Stromstärken von je 63 Ampere sorgen dafür, dass den Bands der "Saft" nicht ausgeht. Weitere zwei Kilometer Kabel werden verlegt für die Einspeisung von Strom an die Stände des Marktes der 50er und 60er Jahre. Rheinbach Classics zieht Helfer aus dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis zusammen.

Für die Versorgung im Ernstfall stehen 100 Leute aus den umliegenden Wehren in Rufbereitschaft, erläuterte Feuerwehr-Chef Laurenz Kreuser: "Ein Einsatzwagen kommt sogar aus Windeck." 60 Mitglieder der Rheinbacher Feuerwehr und die Polizei sind ständig im Einsatz. Der Malteser-Hilfsdienst schließt sich mit zwei Notärzten und rund 40 Leuten an. Das Deutsche Rote Kreuz stellt 20 Mitarbeiter.

Von den vielen Freiwilligen aus den Vereinen ganz zu schweigen, die sich an den Kassen, als Einweiser an den Parkplätzen als Info-Team nützlich machen, zum Beispiel vom Tomburg Racing Team, dem SV Merzbach, der Prinzengarde, den Bogenschützen und Handballern des HSG Rheinbach-Wormersdorf sowie dem Verein "Neue Pfade für Jugendliche".

Hunderte von Spezialschildern für die Verkehrsleitung, nach dem Muster des Bonn-Marathons, werden erst zuletzt aufgestellt. Dann ist angerichtet. Die Oldtimer können anrollen.